Neustart als RNF Racing: Razali verrät, was hinter dem Teamnamen steckt

Von der Hiobsbotschaft, dass Petronas aussteigt, bis zur Neugründung: MotoGP-Teamchef Razlan Razali spricht über die Zukunft von RNF Racing

Neustart als RNF Racing: Razali verrät, was hinter dem Teamnamen steckt

Für das Petronas-Yamaha-Team beginnt mit der MotoGP-Saison 2022 ein neues Kapitel. Durch das Ausscheiden des Titelsponsors ändert sich nicht nur der Name, auch personell wird umgerüstet - zuvorderst natürlich bei den Fahrern.

Neben Andrea Dovizioso, der seine erst volle Saison im Team bestreiten wird, steigt Darryn Binder aus der Moto3 direkt in die Königsklasse auf und wird als Rookie für RNF Racing antreten. "Wir glauben, dass die Kombination aus Erfahrung und Jugend eine gute Balance ist", sagt Teamchef Razlan Razali.

"Da Andrea jetzt noch einige Rennen hat, sollte er im nächsten Jahr mit der Werksmaschine auf Speed sein. Mit guter Unterstützung vom Team und von Andrea können wir Darryn hoffentlich in eine ähnliche Position bringen wir 2019 Fabio."

Petronas-Teamchef zieht gemischte Bilanz

Mit dem neuen Weltmeister Fabio Quartararo legte Petronas-Yamaha 2019 eine beeindruckende Debütsaison hin. Der Rookie stand siebenmal auf dem Podest und wurde auf Anhieb WM-Fünfter. Im Jahr darauf kämpfte er zeitweise sogar um den WM-Titel, den er ein Jahr später im Werksteam schließlich gewann.

Für sein ehemaliges Team verlief die Entwicklung weniger steil: Zwar verstärkte mit Valentino Rossi 2021 der immer noch größte und erfahrenste Star der MotoGP die Mannschaft, doch die Ergebnisse blieben aus. Auf der anderen Seite der Box verhagelten Verletzungen und mehrere Fahrerwechsel eine bessere Bilanz.

"Wo soll ich beginnen? In unserer dreijährigen Zeit haben wir alles erlebt", blickt Razali zurück. "Wir haben versucht, das Momentum vom vergangenen Jahr fortzusetzen. Das hat nicht geklappt. Valentino hat Mühe und mit Franky (Morbidelli; Anm. d. R.) haben wir nach Katar einen vierten und einen dritten Platz erobert."

"Dann hatte er eine schwere Verletzung. Ab da war unsere Saison praktisch vorbei. Dann bekamen wir die Hiobsbotschaft, dass sich Petronas zurückzieht. Als Konsequenz musste sich dann auch Sepang-Racing zurückziehen", erklärt der Teamchef.

Personalabbau: Trennung von Johan Stigefelt

Das hat zur Folge, dass die Moto3- und Moto2-Teams über diese Saison hinaus nicht fortgeführt werden. Man bündelt alle Ressourcen in der MotoGP. Razali versichert: "Die sportliche Seite bleibt gleich, vor allem bei 'Dovis' Seite der Garage."

"Auf der anderen Seite werden uns Valentinos Leute verlassen. Wir haben für Darryn eine interessante Perspektive bezüglich Crewchief und Dateningenieur. Auch beim Management gibt es eine Änderung. Wilco bleibt Teammanager und ich Teamchef. Die Struktur wird zu 90 Prozent gleich bleiben", sagt er weiter.

Einer, der aus der Führungsebene ausscheidet, ist Johan Stigefelt. "Johan hat sich hauptsächlich um Moto2 und Moto3 gekümmert", sagt Razali. "Da wir im nächsten Jahr nur noch MotoGP machen, habe ich die Entscheidung getroffen, dass es Wilco und ich managen können." Man habe sich aber einvernehmlich geeinigt.

Razlan Razali, Johan Stigefelt

Mit Johan Stigefelt trennt sich Razali von seinem langjährigen Companion

Foto: Motorsport Images

Insgesamt schrumpfe das Personal durch das Ende des Engagements in den kleinen WM-Klassen auf etwa die Hälfte. Von einst rund 60 Personen werden laut Razali nächstes Jahr noch 29 Teammitglieder übrig sein. Die größte Konstante in der MotoGP ist, dass weiterhin mit Yamaha-Motorrädern gefahren wird.

Vorerst haben sich beide Parteien auf einen Einjahresvertrag geeinigt, mit der Option auf eine Verlängerung für 2023 und 2024. "Durch die Situation des Teams musste ich einen neuen Rechtsträger in Großbritannien gründen. Da wir für Yamaha eine neue Firma sind, müssen wir ihre Sicherheitsmechanismen durchlaufen", erklärt Razali.

Warum nur ein Einjahresvertrag mit Yamaha?

"Es geht um die Compliance, denn sie sind eine große japanische Firma. Und da wir eine neue Firma sind und keine Ergebnisse vorweisen können, konnten sie uns aufgrund ihrer Compliance-Vorschriften nur einen Einjahresvertrag mit der Option auf Verlängerung geben." Mitte Juni werde man dann schauen, ob es weitergeht.

Der Teamchef gibt zu: "Das entsprach natürlich nicht unserer Erwartung, aber ich respektiere natürlich ihre Compliance-Regeln." Als RNF Racing muss sich die Mannschaft also erst noch etablieren. Der Name hat dabei eine besondere Bedeutung.

"Es ist ein Tribut an meine drei Kinder. Wir reisen alle um die Welt und sind so viele Wochen nicht daheim. Ich kann nur alle vier, fünf Wochen nach Hause fliegen. Deshalb habe ich mich beim Teamnamen für die Initialen meiner drei Kinder entschieden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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