Neustart für alle: So verändert sich das Konzessionssystem ab 2027
Die MotoGP startet 2027 mit neuen Regeln, doch das Konzessionssystem bleibt bestehen - Ein kompletter Neustart und klare Vorgaben sorgen für frischen Wind
Wenn die neue Regelära der MotoGP beginnt, wird alles auf Null gesetzt
Foto: Getty Getty
Mit Blick auf den großen Reglementwechsel in der MotoGP ab 2027 stellen sich viele Fans eine zentrale Frage: Bleibt das Konzessionssystem zur Unterstützung der Hersteller bestehen oder verschwindet es mit der neuen Ära?
Die klare Antwort: Das System bleibt. Allerdings wird es im Zuge der neuen technischen Regeln angepasst und in Teilen neu strukturiert. Wir geben einen Überblick.
Das Konzessionssystem
Das Konzessionssystem wurde ursprünglich 2014 eingeführt, um leistungsschwächeren Herstellern gezielt unter die Arme zu greifen. Je nach sportlichem Erfolg werden die in der MotoGP vertretenen Hersteller dabei in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die ihnen verschiedene Entwicklungsvorteile gewähren.
Schon einmal hatte dieses System großen Einfluss: Es half Ducati damals, den Rückstand auf die dominierenden japanischen Hersteller aufzuholen. 2024 wurde es erneut aktiviert, diesmal mit umgekehrter Stoßrichtung. Honda und Yamaha sollten damit den Anschluss an Ducati finden, das zu diesem Zeitpunkt dominierten.
Einheitlicher Neustart 2027
Mit dem neuen Reglement ab 2027 beginnt auch beim Konzessionssystem eine Art Neustart. Alle Hersteller, die in der aktuellen Saison antreten, starten 2027 zunächst gemeinsam in Kategorie B. Diese Kategorie ist aktuell unbesetzt: Ducati befindet sich derzeit in A, Aprilia, KTM und Honda in C sowie Yamaha in D.
Zur Saisonmitte 2027 erfolgt dann die erste Neubewertung. Entscheidend sind ausschließlich die Resultate der ersten Rennen des Jahres. Die zweite Hälfte der Saison 2026 spielt dabei keinerlei Rolle. Das System beginnt also faktisch bei null. Anhand der Ergebnisse wird anschließend wieder in die Kategorien eingestuft.
Chance für Neueinsteiger
Eine wichtige Ergänzung im neuen Regelwerk betrifft potenzielle Neueinsteiger. Wörtlich heißt es: "Hersteller, die 2026 nicht am Wettbewerb teilgenommen haben, starten in die Saison 2027 in der Klasse D. Ihre Einstufung wird zudem beim Zwischencheck 2027 auf der Grundlage der ersten Saisonhälfte überprüft."
Damit bleibt die Tür für neue Hersteller offen, auch wenn für die erste Saison unter dem neuen technischen Reglement noch keine zusätzlichen Marken erwartet werden.
Reset bereits in Valencia
Obwohl das Reglement grundsätzlich zwei Bewertungszeitpunkte pro Saison vorsieht - zur Halbzeit und am Jahresende -, gibt es 2027 eine Besonderheit. Der Neustart erfolgt direkt nach dem letzten Rennwochenende der Saison 2026 in Valencia.
Unmittelbar danach folgt der erste Vorsaisontest für 2027, angesetzt für Montag oder Dienstag nach dem Grand Prix. Dieser Test wird bereits vollständig nach dem neuen System durchgeführt, mit allen Herstellern in Kategorie B. Die Ergebnisse der zweiten Saisonhälfte 2026 gehen als nicht ins Konzessionssystem ein.
Teams dürfen bei diesem ersten Test schon mit ihren Fahrern für die kommende Saison arbeiten. Allerdings gelten Einschränkungen: Vor dem 1. Januar 2027 dürfen diese weder offiziell für ihr Team sprechen noch in dessen Farben auftreten.
Strengere Testregeln
Eine weitere klare Vorgabe betrifft zusätzliche Tests: Hersteller dürfen keine weiteren Testfahrten mit Fahrern durchführen, die keine offiziellen Testfahrer sind. Damit reagiert die MotoGP auch auf frühere Fälle, etwa Yamaha, das nach Saisonende in Jerez mit seinen Stammfahrern zusätzliche private Tests absolvierte.
Somit bleibt das Konzessionssystem auch in der neuen Ära ab 2027 ein zentraler Bestandteil der MotoGP. Der einheitliche Neustart sorgt zunächst für Chancengleichheit, während die anschließende Neueinstufung wieder für eine leistungsabhängige Einteilung der Hersteller in die bekannten Kategorien sorgen soll.
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