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"Nicht so schlecht, oder?" Diogo Moreira nach starkem Tag in Mugello

MotoGP-Rookie Diogo Moreira überzeugt in Italien bisher auf ganzer Linie: Starkes Training, starkes Qualifying, starker Sprint - Lob von Marc Marquez und Luca Marini

"Nicht so schlecht, oder?" Diogo Moreira nach starkem Tag in Mugello

Diogo Moreira erlebt in Mugello sein bisher bestes MotoGP-Wochenende

Foto: Getty Getty

Für WM-Punkte hat es für Diogo Moreira (LCR-Honda) im MotoGP-Sprint in Mugello zwar nicht ganz gereicht, dennoch hat sich der Rookie aus Brasilien am Samstag nachhaltig in Szene gesetzt. Das ist auch einem ehemaligen Honda-Piloten und einem seiner aktuellen Honda-Kollegen nicht verborgen geblieben, nämlich Marc Marquez und Luca Marini.

Im Qualifying am Samstagvormittag fuhr Moreira den starken achten Startplatz heraus. Erstmals ins Q2-Segment eingezogen war der MotoGP-Rookie bereits im Training am Freitag. Auch unter Berücksichtigung der zwei "Nachrücker", die den Q2-Einzug noch über Q1 kommend geschafft haben, war Moreira der einzige Honda-Fahrer im Q2.

In eben diesem zweiten Qualifying-Segment mit zwölf Teilnehmern ließ Moreira dann arrivierte MotoGP-Namen hinter sich: Franco Morbidelli, Pedro Acosta, Enea Bastianini und Alex Rins waren allesamt langsamer als der Rookie. Aber es sollte noch mehr kommen.

Keine WM-Punkte im Sprint, aber ...

Beim Start des Sprint am Nachmittag kam Moreira von P8 in der Startaufstellung zügig nach vorne. Die erste Runde beendete er als starker Dritter. Zwar zogen Fabio Di Giannantonio und Marco Bezzecchi nach wenigen Runden am Rookie vorbei. Der aber hatte anschließend mehrere Runden lang keinen Geringeren als Marc Marquez hinter sich.

Marquez hatte von P4 in der Startaufstellung den Spurt zur ersten Kurve gewonnen, wurde dann aber zügig von mehreren Piloten überholt, unter anderem von Moreira. Und nachdem Marquez, seines Zeichens siebenmaliger und amtierender MotoGP-Weltmeister, drei Runden lang direkt hinter dem Rookie hergefahren ist, fand er in der siebten Runde einen Weg vorbei.

Moreira wurde anschließend noch von Fermin Aldeguer, Pedro Acosta, Francesco Bagnaia und Ai Ogura überholt. Ins Ziel kam der Rookie aus Brasilien letztlich auf P10, womit er die Punkteränge im Sprint denkbar knapp verfehlt hat. Zufrieden ist er trotzdem.

Diogo Moreira, Marco Bezzecchi

Im Sprint kämpfte Moreira gegen Marco Bezzecchi (Foto) und auch Marc Marquez

Foto: Getty Images Europe

"Das war nicht so schlecht, oder?", grinst Moreira nach dem bisher stärksten Auftritt seiner noch jungen MotoGP-Karriere. Auch ohne WM-Punkt beschreibt der 22-Jährige aus Sao Paulo den Sprint in Mugello als "ein Rennen, das ich genossen habe".

"Ja, ich bin happy", bekennt der Moto2-Weltmeister von 2025 und stellt heraus: "Meine Starts waren bislang immer ganz gut, aber heute war mein Start wohl perfekt." Nachdem er sich plötzlich inmitten der Topstars im MotoGP-Feld wiederfand, wollte er "einfach mal sehen, was am Ende dabei herauskommt".

Das Ergebnis: "Anfangs habe ich zu stark gepusht. Deshalb hatte ich am Schluss kaum noch etwas vom Vorderreifen übrig. Sicher, um die Top 10 musste ich heute kämpfen. Das Wichtige für mich ist es zu diesem Zeitpunkt aber, dass ich Rennen beende und einfach Erfahrung sammle."

Duell mit Marc Marquez mit Ankündigung

Besonders viel gelernt hat Moreira im Duell mit Marc Marquez. "Als ich hinter ihm war, dachte ich mir: 'Okay, ich werde ihn jetzt mal überholen und dann sehen wir weiter.'" In seiner spanischsprachigen Medienrunde verrät Moreira, dass er sich tags zuvor mit Marquez über ein solches Szenario unterhalten hat.

"Gestern habe ich noch zu Marc gesagt: 'Ich weiß ja nicht, wann du zurücktrittst. Deshalb will ich dich einmal in meinem Leben überholen.' Und siehe da, heute hatte ich diese Gelegenheit. Da musste ich nicht zweimal überlegen."

Marc Marquez bestätigt das freundschaftliche Treffen mit Moreira vom Freitag und lobt den Rookie nach dem Duell im Sprint am Samstag: "Ich war heute in der Nähe von Moreira und muss sagen, er fährt richtig gut. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie er die Honda fährt."

Dass er von Marquez letztlich wieder überholt wurde, das ist für Moreira kein Drama, ganz im Gegenteil: "Als ich in der Schlussphase des Rennens hinter Marc, Pedro und Fermin lag, konnte ich ihre Linien studieren. Ich konnte sehen, wie sie bremsen, wie sie ihr Motorrad verzögern."

Barcelona-Test als Basis für starke Mugello-Form

Nachgefragt, wo er am Samstag in Mugello im Vergleich zu den anderen Honda-Fahrern Vorteile hatte, antwortet Moreira: "Ich würde sagen, die Basis war unser guter Test in Barcelona. Hier haben wir gleich nochmal etwas Neues ausprobiert. Das in Kombination erlaubt es mir, dass ich das Motorrad einfacher fahren kann. Und das hat sich an diesem Wochenende besonders im Qualifying gezeigt."

Diogo Moreira

Für LCR-Honda fährt Diogo Moreira seine erste MotoGP-Saison

Foto: Getty Images Europe

Als Teamkollege im LCR-Team hat Moreira diesmal Cal Crutchlow, der für den verletzten Johann Zarco einspringt. Der Direktvergleich ist aber mit Vorsicht zu genießen, weil Crutchlow vor diesem Wochenende mehr als zwei Jahre lang kein MotoGP-Bike bewegt hatte. Interessanter ist da schon, dass Moreira sowohl im Qualifying als auch im Sprint die beiden Honda-Werkspiloten Joan Mir und Luca Marini hinter sich gelassen hat.

Im Qualifying am Vormittag war sowohl für Mir als auch für Marini im Q1-Segment Endstation. Der Spanier qualifizierte sich für den 15. Startplatz, der Italiener für den 16. Startplatz. Im Sprint fiel Mir mit technischem Defekt aus, lag zu diesem Zeitpunkt aber deutlich hinter Moreira, nämlich an 19. Stelle. Marini kam auf P13 ins Ziel und somit drei Positionen hinter dem Rookie auf der LCR-Honda.

Luca Marini lobt Moreira und nimmt Honda in die Pflicht

Als Marini nach dem Sprint zur Leistung von Moreira befragt wird, antwortet er: "Ich muss sagen, er fährt an diesem Wochenende richtig stark. Seine Runden sind fantastisch. Er fährt gut und lernt jedes Mal, wenn er anderen Fahrern folgt."

Luca Marini

Luca Marini findet lobende Worte für MotoGP-Rookie Moreira

Foto: Getty Images Europe

Dass Moreira letztlich Zehnter geworden ist, nachdem er anfangs an dritter Stelle gelegen hatte, das ist für Marini keine Überraschung. Das Zurückfallen im Feld führt der Routinier aber nicht etwa auf die Unerfahrenheit des Rookies zurück, sondern auch die Charakteristik der Honda.

"Insgesamt ist unter Potenzial für diese Strecke einfach nicht gut genug. Somit gilt das auch für ihn", sagt Marini und erklärt: "Nachdem er anfangs Dritter war, hatte er vielleicht gedacht, Fünfter werden zu können. Am Ende ist es P10 geworden. Das zeigt mir, dass wir selbst dann, wenn wir auf eine Runde schnell sind, insgesamt betrachtet einfach noch nicht stark genug sind. Auch Zarco ist manchmal auf eine Runde gesehen sehr schnell, ebenso Mir."

Moreira selber sagt nach seinem starken Samstag in Mugello abschließend noch: "Letzten Endes ist es so: Je weiter vorne man in diesem Feld startet, desto einfacher das Rennen. Deshalb müssen wir jetzt versuchen, daran anzuknüpfen. Heute habe ich viel gelernt. Für morgen müssen wir jetzt den nächsten Schritt machen, indem wir sanfter fahren, denn es wird ein langes Rennen. Aber nochmals: Mit dem Sprint bin ich zufrieden."

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