"Noch nie so gut Motorrad gefahren": Jack Miller staunt über Motegi-Dominanz

Jack Miller ist selber überrascht, wie leicht ihm der Japan-Grand-Prix von der Hand ging, obwohl er nur vom siebten Startplatz kam - Hochzeit und Heimrennen winken

"Noch nie so gut Motorrad gefahren": Jack Miller staunt über Motegi-Dominanz
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Erlösung für Jack Miller: Mit seiner dominanten Vorstellung beim Grand Prix von Japan 2022 in Motegi hat der Ducati-Pilot aus Australien am Sonntag das geschafft, was ihm zuletzt im Mai 2021 beim Frankreich-Grand-Prix in Le Mans gelungen war, nämlich ein Rennen zu gewinnen.

Zum Vergleich: Millers Teamkollege Francesco Bagnaia hat im selben Zeitraum zehn Rennen gewonnen. Am Sonntag aber kam Bagnaia, der im Gegensatz zu Miller um den WM-Titel kämpft, nach seinem Sturz in der letzten Runde gar nicht ins Ziel.

FOTOS: Jack Miller beim GP Japan in Motegi

Millers erste Reaktion im Anschluss an seinen ersten Sieg seit fast eineinhalb Jahren lautete im Parc Ferme: "Manchmal kann ich halt doch noch ein Motorrad fahren." Das war aber nicht etwa als Seitenhieb auf Bagnaia gemeint, sondern darauf, dass Miller selber in den vergangenen Monaten öfter mal das Bike weggeschmissen hat. Zuletzt war ihm das vor drei Wochen in Misano in Führung liegend passiert.

Miller staunt: "Es fiel mir nur so in die Hände"

In Motegi gab sich Miller am Sonntag keine Blöße. Obwohl er nur vom siebten Startplatz ins Rennen ging und nach drei Kurven Sechster war, kam er schon aus der dritten Runde als Spitzenreiter zurück. Von da an zog er dem Feld auf und davon und siegte schließlich mit 3,4 Sekunden Vorsprung auf seinen nächstjährigen Teamkollegen, KTM-Pilot Brad Binder. Beide hatten sich sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad für die harte Reifenmischung entschieden.

Jack Miller

Vom siebten Startplatz fuhr Miller zügig nach vorn und zog dem Feld davon

Foto: Motorsport Images

"Ehrlich gesagt fiel es mir diesmal alles nur so in die Hände. Das Motorrad hat fantastisch funktioniert. Alles, was wir probiert haben, hat sich positiv bemerkbar gemacht", freut sich Miller. Dass er das Rennen trotzdem nur als Siebter und somit aus der dritten Startreihe in Angriff nehmen musste, lag am Wetter. Am Samstag hatte es geregnet und da kam Miller ausnahmsweise mal nicht so gut zurecht wie im Trockenen.

"Normalerweise habe ich bei Regen immer das Gefühl, um die Spitzenplätze mitfahren zu können. Im Qualifying aber lief es diesmal nicht nach Plan. Ich hatte ein paar kritische Momente und war ehrlich gesagt selber ein bisschen enttäuscht von mir. Das machte die Ausgangslage für das Rennen nicht unbedingt einfacher", sagt Miller, für den sich das Blatt am Sonntag aber zum Positiven wendete.

 

"Zum Glück ist mir ein guter Start gelungen. Anschließend kam ich relativ einfach an den Jungs vorbei", so Miller. An Johann Zarco kam er ausgangs Kurve 2 vorbei, weil sich der Pramac-Pilot vertat. Und mit "den Jungs" meint Miller keine Geringeren als Maverick Vinales, Miguel Oliveira, Marc Marquez, Brad Binder und Jorge Martin, die er sich nacheinander zurechtlegte.

Oliveira und Marquez schnappte sich Miller in Kurve 11 der ersten Runde gleich auf einen Schlag. An derselben Stelle übernahm er zwei Runden später die Führung von Martin. Wie dominant die Vorstellung des Ducati-Werkspiloten war, das wird an seiner Beschreibung der zweiten Rennhälfte deutlich.

"Als ich mal 3,7 Sekunden Vorsprung hatte, ließ ich es ruhiger angehen. Ich begann, ausgangs Kurve 4 früher hochzuschalten, weil der Reifen durchdrehte. Trotzdem wurde mein Vorsprung Zehntelsekunde für Zehntelsekunde größer", staunt Miller.

Hochzeit und Heimrennen winken

Und so kommt "Jackass" nach seinem überzeugenden ersten Saisonsieg 2022 zum Schluss: "So gut wie heute bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht Motorrad gefahren. Es war einfach unglaublich." Aber nicht nur sportlich läuft es für den Australier, der zur kommenden Saison ins KTM-Werksteam wechselt.

In drei Wochen (16. Oktober) steht als übernächstes Rennen Millers Heim-Grand-Prix auf Phillip Island an. Zuvor wird er seiner Verlobten Ruby Mau das Ja-Wort geben. Die Hochzeit ist direkt im Anschluss an den Grand Prix von Thailand (2. Oktober) angesetzt.

Auf Nachfrage, ob er mit der Bonuszahlung für seinen Motegi-Sieg nun genug Geld zusammenkratzen könne, um die Blumen für die Hochzeit zu bezahlen, antwortet Miller mit einem Grinsen: "Noch nicht ganz, aber fast."

Jack Miller mit seiner Verlobten Ruby Mau

Hochzeit in wenigen Tagen: Jack Miller und seine Verlobte Ruby Mau

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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