Nur Neunter beim Auftakt: Bagnaia macht sich trotzdem keine Sorgen
Francesco Bagnaia startet verhalten in die neue MotoGP-Saison - Der Ducati-Star spricht über eigene Fehler, Gripprobleme und erklärt, wo Konkurrenz aufgeholt hat
Francesco Bagnaia sieht nach dem durchwachsenen Auftakt nicht alles schwarz
Foto: Getty Getty
Nach einem schwierigen Auftakt in die neue MotoGP-Saison zieht Francesco Bagnaia ein selbstkritisches Fazit zum Rennwochenende in Thailand. Der Ducati-Pilot, der sich lediglich als 13. qualifizieren konnte und sowohl im Sprint als auch im Grand Prix Rang neun belegte, spricht offen über seine Probleme.
Schon nach dem Sprint zeigte sich Bagnaia ehrlich. "Ehrlich gesagt habe ich einige Fehler gemacht", räumte er ein. Er habe Schwierigkeiten, die Bedingungen richtig zu verstehen. Beim Test in Thailand sei er in eine klare Richtung gegangen, habe mehr Grip gespürt und sei konkurrenzfähiger gewesen. "Und jetzt mit neuen Reifen habe ich Probleme, auf demselben Niveau konkurrenzfähig zu sein", erklärte er.
Seiner Meinung nach liege das Hauptproblem bei ihm selbst. Er brauche schlicht mehr Runden, um sich an das Motorrad anzupassen und weiter daran zu arbeiten.
Im Sprint sieht Bagnaia trotz P9 Fortschritte
Besonders im Qualifying tat sich der Italiener schwer. Auf eine schnelle Runde alles zusammenzubringen, sei "sehr hart" gewesen. Er habe viele Fehler gemacht und besonders beim Einlenken stark mit dem Vorderrad gekämpft.
Im Sprint selbst sei es dann etwas besser gelaufen. Im Vergleich zur Zeitenjagd habe er das Motorrad im Rennen besser bewegt. Er sei konstanter gewesen, bei einigen Kurveneingängen aggressiver. Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich ein Rennen im Pulk immer anders anfühle und die Situation grundlegend verändere.
Trotz der nur neunten Position sieht Bagnaia aber Fortschritte. Verglichen mit den Sprintrennen des Vorjahres habe man "einen Schritt nach vorne" gemacht. Dieses Niveau müsse nun die Basis für die Saison sein. "Wir müssen einfach weiterarbeiten und ich muss mich weiter an das Motorrad anpassen", so seine klare Marschroute.
Wo es im Vergleich zur Konkurrenz aktuell fehlt
Ein zentrales Thema bleibt das Verhalten der Frontpartie. Zwar fühle sich das Vorderrad grundsätzlich komfortabler an, doch im direkten Vergleich mit KTM und Aprilia habe Ducati derzeit Nachteile beim Bremsen und Einlenken.
"Im Moment leiden wir beim Bremsen am Kurveneingang etwas", erklärt Bagnaia. Das Motorrad sei schwieriger zu stoppen als die Konkurrenzmaschinen.
Er verweist dabei auch auf Teamkollege Marc Marquez, der "wie immer einen fantastischen Job" gemacht habe. Marquez sei eine herausragende Qualifying-Runde gefahren und habe sich im Rennen schnell und gut an die Situation angepasst. Er selbst brauche dafür wiederum etwas mehr Zeit. "Ich habe Schwierigkeiten, das Motorrad vorne richtig zu stoppen, also müssen wir weiterarbeiten", bekräftigt Bagnaia.
Reifenprobleme und fehlender Rennryhthmus
Auch im Grand Prix am Sonntag blieb der große Befreiungsschlag aus. Bagnaia fuhr erneut auf Rang neun ins Ziel und hatte dabei vor allem mit dem Hinterreifen zu kämpfen. "Ich habe nie gepusht, weil ich nicht pushen konnte, ich musste den Hinterreifen kontrollieren", schildert er die Herangehensweise im Rennen.
Acht Runden vor Schluss verschärfte sich die Situation sogar. Auf der Geraden habe das Bike bis in den fünften Gang durchgedreht. "Das war sehr seltsam", grübelt Bagnaia, der weitere Plätze verlor. Es sei unmöglich gewesen, ein konstantes Tempo zu halten, obwohl er gerade zu Beginn stark auf Reifenmanagement geachtet habe.
Trotz des durchwachsenen Resultats bleibt Bagnaia gelassen. Es sei wichtig gewesen, frisch in diese neue Saison zu starten und wieder Geschwindigkeit aufzubauen. "Ich bin wegen des Ergebnisses nicht besonders besorgt", betont er. Natürlich entspreche Rang neun nicht seinem Anspruch, "aber es ist ein Ausgangspunkt".
Bagnaia: "Wir sind nicht mehr die Schnellsten"
Allerdings zog sich ein ungutes Gefühl durch das gesamte Wochenende. Bereits ab dem zweiten Training habe er zunehmend Probleme gehabt. Ausgerechnet das erste Freie Training sei seine beste Session gewesen. Danach sei es kontinuierlich schwieriger geworden - völlig entgegen dem Eindruck vom Test, bei dem er sich "fantastisch" gefühlt habe, stark pushen und die Reifen gut kontrollieren konnte.
Warum der Leistungsabfall so deutlich ausfiel, versucht er nun gemeinsam mit dem Team zu analysieren. Seine nüchterne Einschätzung zum Kräfteverhältnis: "Die anderen haben sich verbessert und wir haben einen Schritt zurück gemacht."
Vor allem bei der Kontrolle der Reifen sieht er Defizite. Das Motorrad lenke weniger gut ein als noch beim Test, was es extrem schwierig gemacht habe, den Hinterreifen mit dem Gasgriff zu managen. Genau dort müsse man nun ansetzen. Denn: "Aktuell sind wir [Ducati] nicht mehr die Schnellsten", hält Bagnaia fest.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.