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Pablo Nieto verteidigt Vinales: "Er ist ein Ausnahmetalent"

Pablo Nieto hält Maverick Vinales trotz seiner schwierigen Lage weiterhin für einen Ausnahmefahrer - Warum der Spanier dennoch vor seinem MotoGP-Aus steht

Pablo Nieto verteidigt Vinales: "Er ist ein Ausnahmetalent"

Für Maverick Vinales scheinen die Tage in der MotoGP gezählt

Foto: Getty Getty

Die Zukunft von Maverick Vinales in der MotoGP wird immer ungewisser. Nach dem Zerwürfnis mit KTM und Tech3, einer von Verletzungen geprägten Saison und kaum noch verfügbaren Plätzen für 2027 scheint der zehnfache MotoGP-Rennsieger vor dem Ende seiner Zeit in der Königsklasse zu stehen.

Ausgerechnet Pablo Nieto, Teamchef des VR46-Teams und ein langjähriger Weggefährte des Spaniers, hat nun eindringlich erklärt, warum ein Fahrer mit Vinales' außergewöhnlichem Talent in eine solche Situation geraten konnte.

Im Interview mit Mundo Deportivo erinnert Nieto an die gemeinsame Zeit mit Vinales, den er 2013 auf dem Weg zum Moto3-Weltmeistertitel begleitete. Für den Sohn der spanischen Motorrad-Legende Angel Nieto steht außer Frage, dass der 31-Jährige zu den größten Naturtalenten seiner Generation zählt.

"Er ist einer der talentiertesten Fahrer, die ich je in meinem Leben gesehen habe", sagt Nieto. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass Viñales in den vergangenen beiden Jahren vor allem eines gefehlt habe: Glück. "Er hatte einfach großes Pech mit seinen Verletzungen."

Nieto: Verletzungen können alles verändern

Nach Nietos Einschätzung ist die MotoGP ein Geschäft, das kaum Geduld kennt. Wer Rennen verpasst und keine Ergebnisse liefert, gerät schnell aus dem Blickfeld.

"Leider zählt in diesem Sport und eigentlich in fast allen Sportarten nur das, was du im letzten Rennen gezeigt hast", erklärt der VR46-Teammanager. Besonders deutlich formuliert er die Folgen längerer Verletzungspausen: "Wenn du wegen einer Verletzung Rennen verpasst, vergessen dich die Leute hier innerhalb eines Tages."

Genau das sei Vinales widerfahren. Weil die Schulterverletzung, die er sich im vergangenen Sommer zuzog, den Start in die Saison 2026 massiv erschwerte und ihn sogar zu einer Operation zwang, geriet der Spanier genau in jener Phase ins Hintertreffen, in der sich der Fahrermarkt für 2027 rasant bewegte.

Während andere Piloten ihre Verträge unterschrieben, kämpfte Vinales zunächst um seine körperliche Fitness und sei so auf dem Fahrermarkt ins Hintertreffen geraten.

"Praktisch niemand spricht mehr über ihn"

Für Nieto ist deshalb nachvollziehbar, warum Vinales inzwischen kaum noch als ernsthafter Kandidat für ein MotoGP-Cockpit im kommenden Jahr gehandelt wird: "Praktisch niemand spricht mehr über dich, und genau das könnte ihm passiert sein."

Nicht fehlendes Talent, sondern das unglückliche Timing seiner Verletzungen habe Vinales in diese Lage gebracht. Hinzu kommt die zunehmend angespannte Beziehung zu KTM.

Vinales hatte zuletzt öffentlich erklärt, er habe einen Vertrag unterschrieben, der "schlecht für mein Selbstvertrauen" gewesen sei und später von KTM für ungültig erklärt worden sei. In mehreren Interviews kritisierte er den Hersteller und Tech3 deutlich.

Verständnis für Vinales und seinen Frust

Nieto betont zwar, dass er mit Vinales nicht ausführlich über dessen Situation gesprochen habe. Dennoch könne der erfahrene Teammanager dessen Frustration nachvollziehen.

"Wenn dann auch noch die Ergebnisse fehlen und du dich weder mit dem Team noch mit dem Motorrad wohlfühlst - das ist meine persönliche Einschätzung, weil ich mit ihm darüber nicht viel gesprochen habe -, dann ist er, wie er selbst sagt, wahrscheinlich einfach ein bisschen ausgebrannt", vermutet Nieto.

Diese Aussage deckt sich mit Aussagen des Spaniers selbst. Am Sachsenring sprach er offen davon, dass er sich "ausgebrannt" fühle und beklagte, ausgerechnet in der schwierigsten Phase seiner Karriere statt Unterstützung vor allem Kritik zu erhalten.

Die Ausgangslage für 2027 wirkt entsprechend schwierig. KTM hat sein Werksteam bereits neu aufgestellt, auch die meisten anderen Hersteller und Teams haben ihre Fahrerplanung weitgehend abgeschlossen. Lediglich vereinzelte Plätze gelten noch als offen, wodurch Vinales' Optionen auf ein Minimum geschrumpft sind.

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