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Pedro Acosta mit klarer Ansage an KTM: "Das kann nicht sein"

Zwei Stürze am Freitag, ein schwieriger Sprint und trotzdem Platz fünf im Grand Prix: Pedro Acosta verlässt Silverstone deutlich zufriedener als ursprünglich erwartet

Acosta von Platz fünf überrascht: "Haben eigentlich nichts erwartet"

Pedro Acosta hatte in Silverstone nicht mit einem Top-5-Ergebnis gerechnet

Foto: Getty Getty

Silverstone war für Pedro Acosta schon vor dem ersten Training kein einfaches Pflaster. Der KTM-Pilot wusste, dass die Charakteristik der 5,9 Kilometer langen Strecke weder seinem Fahrstil noch der RC16 besonders entgegenkommt.

Bereits im Vorjahr hatte Acosta in Großbritannien Schwierigkeiten gehabt und den direkten Einzug in Q2 verpasst. 2026 wollte er deshalb vor allem Schadensbegrenzung betreiben.

"Wir wussten eigentlich schon vorher, dass diese Strecke für meinen Fahrstil und auch für das Motorrad schwierig werden würde", erklärt Acosta. Umso zufriedener zeigt sich der Spanier mit dem erzielten Fortschritt in diesem Jahr.

Ganz reibungslos verlief der Auftakt allerdings nicht. Zwei Stürze machten Acosta den Freitag zusätzlich schwer. Nach dem zweiten Crash sei es "ziemlich schwierig" gewesen, wieder Vertrauen aufzubauen. Dennoch betonte der KTM-Pilot: "Wir können zufrieden sein, denn es gibt definitiv noch Spielraum für Verbesserungen."

Trotz der Schwierigkeiten gelang Acosta der direkte Einzug in Q2. Im Qualifying reichte es anschließend für Startplatz neun, 0,722 Sekunden hinter Polesetter Jorge Martin. Damit hatte sich die Ausgangslage gegenüber 2025 bereits deutlich verbessert.

Sprint macht die Reifenfrage zum Thema

Im Sprint wurde allerdings deutlich, wie schwierig Silverstone für KTM weiterhin war. Acosta kam als Sechster ins Ziel und verlor 10,745 Sekunden auf Sieger Martin.

Vor allem der Umgang mit dem Hinterreifen wurde zum entscheidenden Faktor. Acosta konnte den weichen Hinterreifen zwar besser am Leben halten als einige Konkurrenten, doch die Aprilia-Piloten bestimmten das Tempo an der Spitze deutlich.

Für den längeren Grand Prix war Acosta dennoch zuversichtlich: "Ich bin immer eher ein Fahrer für lange Rennen als für kurze", betonte der Spanier. Diese Einschätzung bestätigte sich am Sonntag. Acosta startete von Rang neun, arbeitete sich in den ersten Runden nach vorne und fuhr zeitweise sogar auf Platz vier.

Während die Fahrer an der Spitze ihre Reifen verwalteten, musste auch Acosta sorgfältig mit der Traktion und verbleibenden Reifenlebensdauer umgehen. Am Ende brachte er die KTM als Fünfter ins Ziel, 6,256 Sekunden hinter Sieger Raul Fernandez.

Top-5-Ergebnis besser als erwartet

Für Acosta war das Resultat deshalb deutlich wertvoller, als es die reine Platzierung vermuten lässt: "Ich bin zufrieden damit, wie das Wochenende gelaufen ist und wie wir uns entwickelt haben." Vor allem die Entwicklung über die einzelnen Sessions hinweg wertet er positiv. Aus einem Wochenende, an dem KTM zunächst mit erheblichen Schwierigkeiten gerechnet hatte, wurde am Ende ein Top-5-Ergebnis.

"Wir müssen zufrieden sein, denn es war ein Wochenende, von dem wir nichts erwartet haben. Unter die ersten Fünf zu kommen, ist da wirklich etwas, worüber man sich freuen kann", ordnet der KTM-Pilot seine Ausbeute am Rennsonntag ein.

Der fünfte Platz war Acostas sechstes Top-5-Ergebnis in den zwölf bisherigen Saisonrennen. In der WM liegt der KTM-Fahrer nach Silverstone mit 163 Punkten auf Rang sieben. An der Spitze steht weiterhin Jorge Martin, der mit seinem zweiten Platz seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 31 Punkte ausbaute.

Acosta stellt KTM unbequeme Fragen

Hinter dem positiven Ergebnis steckt allerdings auch ein deutlich kritischerer Ton. Acosta hatte die Sommerpause genutzt, um mit KTM über die Entwicklung der bisherigen Saison zu sprechen. Nach seiner eigenen Einschätzung war die erste Saisonhälfte mit dem österreichischen Hersteller nicht zufriedenstellend verlaufen.

"Nach dem Ende der ersten Saisonhälfte gab es einige unbequeme Fragen, die ich auf den Tisch gelegt habe", erklärt der Spanier. Er macht dabei deutlich, dass es ihm nicht nur um kurzfristige Resultate gehe. Vielmehr müsse KTM lernen, ein Rennwochenende über die einzelnen Sessions hinweg stärker weiterzuentwickeln.

Acosta kritisiert insbesondere ein Muster, das sich aus seiner Sicht zu häufig wiederholt habe: Die Mannschaft komme am Freitag auf ein bestimmtes Leistungsniveau und bleibe anschließend bis zum Sonntag praktisch dort. "Wir fahren am Freitag auf die Strecke, sind dann auf dieser Position und bleiben bis Sonntag dort. Das kann nicht sein, nicht bei so vielen klugen Köpfen in einem MotoGP-Team", sagt er.

Entscheidend sei für ihn gewesen, dass KTM diese Kritik nicht als Angriff verstanden habe. Ganz im Gegenteil: Die Reaktion innerhalb des Teams sei durchaus wohlwollend gewesen, berichtet Acosta. Damit verbindet der 21-Jährige die Hoffnung, dass sich die Arbeitsweise in der zweiten Saisonhälfte positiv verändern wird.

WM-Platz drei oder vier bleibt das Ziel

Trotz des bislang schwierigen Saisonverlaufs hat Acosta seine Ambitionen nicht aufgegeben. Nach zwölf von 22 Grands Prix sieht er noch die Möglichkeit, in der Gesamtwertung deutlich nach vorne zu kommen. "Es gibt die Möglichkeit, dass ich die Weltmeisterschaft als Dritter oder Vierter beenden", ist er überzeugt.

Dafür müsse KTM allerdings an den Rennwochenenden konsequenter Fortschritte machen. Gleichzeitig müsse die Zuverlässigkeit stimmen. Gerade dieser Punkt beschäftigt Acosta, der in der ersten Saisonhälfte mehrere Technikdefekte erlitt, besonders.

Die Auswirkungen waren nicht nur in der WM-Tabelle zu spüren, sondern auch bei der Entwicklung des Motorrads. In Silverstone musste KTM nach den Problemen mit den Motoren noch vorsichtig agieren. Erst nach dem Wochenende darf der Hersteller die betroffenen Triebwerke öffnen und reparieren.

Acosta selbst machte deshalb nach Silverstone keinen Hehl daraus, dass das fünfte Ergebnis zwar wichtig, aber nur ein erster Schritt ist. Der Abstand zur Spitze war mit gut sechs Sekunden deutlich kleiner als im Sprint. Gleichzeitig zeigt das Wochenende, dass KTM unter schwierigen Bedingungen Fortschritte erzielen kann.

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