Petrucci: "Nur 3-4 Prozent deiner Zeit auf dem MotoGP-Bike"

Pramac-Pilot Danilo Petrucci liebt es, auf seiner Ducati Kilometer zu machen, doch leider sei die Zeit, die darauf entfällt, viel zu gering, verrät der Italiener

Am Sonntag, wenn die Startlichter ausgehen und knapp 45 Minuten reinster Rennaction anbrechen, schlagen nicht nur die Herzen der MotoGP-Fans höher. Dann sind auch die Fahrer voller Adrenalin. Schließlich ist es dieser Moment, auf den sie nicht nur am Rennwochenende, sondern das ganz Jahr über hinarbeiten. Mit 19 Grands Prix kommen die Motorrad-Asse in dieser Saison einmal mehr in den Genuss, am Sonntag ein Rennen zu bestreiten.

Viel Zeit zur Erholung oder Regeneration bleibt da nicht. Manch ein Fahrer kann noch nicht einmal in der traditionellen Sommerpause nach dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring entspannen. Denn am darauf folgenden Wochenende findet in Misano die "World Ducati Week" statt. Für Pramac-Pilot Danilo Petrucci ein Pflichttermin: "Dieses Jahr haben wir wahrscheinlich gar keine Sommerpause", fürchtet der Italiener.

"Wir Ducati-Fahrer haben das Ducati-Festival eine Woche nach dem Sachsenring. Ich dachte, ich würde in den Urlaub fahren, aber es war nicht möglich, das muss ich dann wohl ans Ende der Saison verschieben", blickt er voraus. Der 27-Jährige pilotiert in dieser MotoGP-Saison wieder die aktuelle GP18, allerdings endet sein Vertrag mit Pramac. Petruccis Ziel: einen Platz in einem Werksteam, vorzugsweise bei Ducati, ergattern.

Dafür trainiert er wie alle anderen hart, hat in Vorbereitung auf diese Saison einige Kilos verloren. Doch Petrucci merkt an: "Das Schwierigste ist, dass wir jeden Tag, jede Woche trainieren, aber nicht aufs Motorrad steigen. Es ist wie bei einem Fußballspieler, der sich athletisch vorbereitet und nur am Sonntag für das Spiel geben sie dir den Ball, um zu spielen. Deshalb ist man immer ein wenig besorgt über die körperliche Vorbereitung."

Tatsächlich ist die Zeit, die die MotoGP-Piloten auf ihren Bikes verbringen, streng limitiert. Mit Ausnahme von Trainings, Qualifying und Rennen an einem Rennwochenende bleiben nur die offiziellen und privaten Tests, um Kilometer auf den Motorrädern abzuspulen. Und auch deren Anzahl ist klar geregelt. Natürlich trainieren die Fahrer in ihrer Freizeit auf dem Fahrrad oder mit privaten Bikes, zumeist Dirt Track oder Motocross.

"Ich denke, das Schwierigste daran ist, dass du nie dein Motorrad fährst", sagt Petrucci und schätzt: "In einer MotoGP-Karriere fährst du vielleicht drei bis vier Prozent deiner Zeit mit dem Motorrad, und das ist ziemlich merkwürdig." Umso mehr genieße er dann aber auch die Zeit, die er auf seiner GP18 verbringen darf. So seien die 45 Minuten im Rennen am Sonntag "das Beste der Welt" und entschädigten für die vielen Entbehrungen.

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