Pit Beirer erklärt: Darum plant KTM auch die MotoGP-Saison 2026 ohne Wildcards
Pit Beirer spricht über die Gründe für den Wildcard-Verzicht - KTM richtet den Blick bereits auf den 850er-Prototypen für das kommende MotoGP-Reglement
Die beiden KTM-Testfahrer Dani Pedrosa und Pol Espargaro
Foto: Icon Icon
KTM verfügt mit Dani Pedrosa und Pol Espargaro über ein hochkarätiges Testteam. Zuletzt war auch Mika Kallio beim Shakedown-Test in Sepang im Einsatz. Zudem bleibt Jonas Folger Teil der KTM-Familie. In diesem Jahr unterstützt er unter anderem als Mentor die Fahrer des KTM 990 RC R Cups.
Pedrosa war bisher zum letzten Mal in Jerez 2024 am Start, wo er im Sprint einen sensationellen dritten Platz feierte. Espargaro absolvierte anschließend drei Wildcard-Einsätze in Mugello, Spielberg und Misano.
In der vergangenen MotoGP-Saison verzichtete KTM im Zuge des Insolvenzverfahrens auf Wildcard-Einsätze. Dennoch bestritt Espargaro als Ersatzfahrer mehrere Rennen. Er vertrat seinen spanischen Landsmann Maverick Vinales bei fünf Grands Prix.
Hersteller der Concession-Gruppe C, zu denen Aprilia, KTM und Honda zählen, dürfen laut Reglement maximal sechs Wildcards pro Saison anmelden. Dabei sind jeweils höchstens drei vor und drei nach der Sommerpause erlaubt.
KTM wird allerdings auch in der MotoGP-Saison 2026 keinen Gebrauch von dieser Möglichkeit machen, wie Motorsportchef Pit Beirer erklärt: "Im Moment sind keine Wildcards geplant. Es gibt also keinen großen Masterplan dafür in unserem Projekt gerade."
Es ist vor Saisonstart aber nicht kategorisch ausgeschlossen, dass es im Laufe des Jahres doch noch zu Wildcards kommen könnte. "Wir haben einfach extrem viel um die Ohren und schauen eher kurzfristig, was für das Projekt am meisten Sinn macht", so Beirer.
"Wenn wir das Gefühl haben, dass es sich lohnt, weil du auf der Strecke mit den Werksfahrern fährst und dadurch zusätzliche Reifen bekommst, dann nutzen wir das. Aber wenn es sinnvoller ist, lieber zwei Tage testen zu gehen, dann machen wir eben das."
Fokus verlagert sich auf 2027
In den kommenden Monaten konzentriert sich die Arbeit auf den neuen Prototypen mit 850 Kubikzentimetern Hubraum für das Reglement 2027. Deshalb wird die Entwicklung am aktuellen Motorrad ohnehin zunehmend zurückgefahren.
Ende 2025 testete KTM als erste Marke die neue 850er auf der Rennstrecke. "Der Zug ist jetzt schon relativ stark Richtung 2027 unterwegs", sagt Beirer mit Blick auf die Zukunft. "Das Thema 850 ist präsent und da läuft die Zeit. Ich glaube, wir haben einen sehr guten Zeitplan."
"Natürlich ist beim Entwickeln das höchste Gut neben dem Budget halt auch die Zeit, die läuft jetzt mal ganz schnell gegen uns alle, weil wenn du im November fahrfertige Bikes für vier Fahrer rausschieben möchtest, dann musst du jetzt dann irgendwann in die Materialbestellung gehen."

Pit Beirer erläutert, warum derzeit keine Wildcards geplant sind
Foto: KTM/Sebas Romero
"Du kannst beim Entwickeln immer nur alle vier Wochen Schritte machen. Du fährst ja nicht vom Test heim, hast eine bessere Idee und kannst die am nächsten Tag schon ans Motorrad schrauben." Denn es dauert, bis das Rohmaterial bestellt, bearbeitet und für Tests vorbereitet ist.
"Das Thema 850 ist präsent und da läuft die Zeit", so Beirer weiter. "Jeder Schritt, den du beim 850er lernst, das sind ja nicht immer nur grundlegende, massive Sachen. Das sind auch wieder Kleinigkeiten."
"Zum Beispiel, du hast viel weniger Leistung und hast aber in Jerez eine sehr ordentliche Rundenzeit gefahren. Und dann fängst du gleich auch wieder an zu überlegen, was bedeutet das eigentlich jetzt für meine Abstimmung an der 1.000er und so."
"Also wir können auch Dinge, die wir jetzt gerade an der 850er lernen, zum Teil wieder in das aktuelle Motorrad mit einfließen lassen. Aber grundlegende Dinge, wie eine komplette Rahmenentwicklung oder eine Motorenentwicklung, wurden vor einem Jahr schon abgeschlossen."
"Trotzdem wir haben jetzt kein rotes Datum in den Kalender geschrieben: Hier ist Schluss mit 2026. Aber ja, du schiebst jetzt keine neue Rahmenentwicklung mehr an für 2026. Da fokussieren wir uns auf 2027."
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