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Pit Beirer stellt klar: Oliveira hatte Angebot auf Platz im KTM-Werksteam

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Pit Beirer stellt klar: Oliveira hatte Angebot auf Platz im KTM-Werksteam
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11.11.2019, 08:06

KTM-Motorsportchef Pit Beirer ist von den Aussagen von Miguel Oliveira überrascht - Dem Portugiesen wurde nämlich der Platz im KTM-Werksteam angeboten

Als KTM beim Grand Prix von Australien bekannt gegeben hat, dass im Jahr 2020 Brad Binder im Werksteam fahren wird, war Miguel Oliveira in einer ersten Stellungnahme nicht glücklich damit. "Dass die Wahl auf einen Rookie und einen Fahrer im gleichen Alter wie ich fiel, gibt mir das Gefühl, dass ich nicht würdig genug bin, um dort (im Werksteam; Anm. d. R.) zu sein", sagte der Portugiese damals in Phillip Island.

"Es war für mich eine der überraschendsten Informationen, als Miguel plötzlich weit weg von mir in Australien in die Mikrofone erzählt hat, dass er so enttäuscht ist und es von KTM ein klares Signal ist, dass wir ihn übergehen und nicht mit ihm rechnen", sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer gegenüber 'Motorsport.com' zu dieser Situation. "Ich war schockiert!"

Schon beim Grand Prix in Misano hatte es ein Gespräch zwischen Beirer, Teammanager Mike Leitner, Oliveira sowie dessen Vater gegeben. "Dieses Meeting hatte nur einen einzigen Grund. Es war klar, dass der Johann [Zarco] uns verlassen wird und ein Platz im Werksteam frei wird. Und wir wollten genau nicht den Miguel übergehen", hält Beirer fest.

Gespräch in Misano: Platz im Werksteam angeboten

Damals hat man Oliveira den Platz im Werksteam angeboten. "Es gab das Angebot an Miguel. Möchtest du diesen Platz haben, oder möchtest du bleiben wo du bist? Und dann kam von ihm die Antwort, dass er mit dieser Frage schon gerechnet hat. Er hat gut mit seinem Vater darüber nachgedacht." Der Portugiese entschied sich dazu, dass er lieber im Tech-3-Team bleiben möchte.

Pit Beirer

Pit Beirer hatte Oliveira das Angebot für den Wechsel ins Werksteam gemacht

Foto: LAT

"Er fühlt sich in seinem Team wohl, er hat einen super Crew-Chief und er glaubt nicht, dass es in der anderen Garage für ihn besser läuft - wenn wir ihm das gleiche Material garantieren", so Beirer weiter. "Von uns gab es die Materialgarantie mit dem Zusatz, dass neue Teile in Zukunft nach dem Ranking in der WM vergeben werden. Hier gibt es eine ganz klare Strategie."

Somit war die Sache für die KTM-Verantworlichen klar. Es war Oliveiras Wunsch, im Tech-3-Team zu bleiben. "Er war happy, wir waren happy. Er ging nachher zu Herve [Poncharal] und hat ihm bestätigt, dass er bleibt. Das war eine runde Story und alles war klar. Für uns war klar, dass wir ab diesem Zeitpunkt den zweiten Platz im Werksteam belegen mussten."

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Schließlich entschied man sich dazu, Binder ins Werksteam zu holen. Nach der ursprünglichen Planung hätte der Südafrikaner im Tech-3-Team fahren sollen. Diesen Platz wird nun Iker Lecuona übernehmen. Beim Grand Prix von Japan teilte man den Fahrern die Entscheidung mit. Wenige Tage später gab es in Australien dann die öffentliche Bestätigung.

Miguel Oliveira, Guy Coulon

Er erfahrene Guy Coulon ist der Crew-Chief von Miguel Oliveira

Foto: LAT

"Er hatte das Angebot und er hat sich meiner Meinung nach gut entschieden, denn er wird bei Tech 3 keine Nachteile haben", findet Beirer über Oliveiras Entscheidung. "Aber diese öffentliche Watschen, die war in diesem Moment etwas unfair. Wir haben uns inzwischen ausgeredet und er kann sich wieder gut an das Gespräch in Misano erinnern."

"Aber es war echt ein unschöner Moment für mich, zuhause zu sitzen und diese Worte zu hören, weil das Meeting in Misano genau einen Grund hatte, um zu verhindern, dass wir erleben, was wir dann erlebt haben. Jetzt ist es erledigt, Haken dahinter." KTM plant, dass ab dem ersten Rennen im nächsten Jahr alle vier Fahrer mit identischem Material ausgerüstet werden.

Schulteroperation: Entscheidung für den Fahrer

Das Thema ist mit Oliveira aus der Welt geschafft worden. Mittlerweile erholt sich der 24-Jährige von einer Schulteroperation. Seit dem Crash in Silverstone mit Johann Zarco hatte Oliveira Schmerzen in der Schulter. Dazu kamen weitere Verletzungen, wie beim schweren Crash auf Phillip Island. Durch die Operation wird er zwar das Saisonfinale in Valencia verpassen. Der Fokus liegt darauf, dass Oliveira für den Februartest in Sepang fit wird.

"Das war eine Entscheidung für den Fahrer", hält Beirer fest. "Er hat sich von Rennen zu Rennen geschleppt. Wir haben im Prinzip die Reißleine gezogen und gesagt, du fährst am Freitag noch einmal raus. Aber wenn das nach fünf Runden nicht anfängt normal zu laufen, dann ist wirklich Schluss. Es kam bei ihm jede Woche noch eine kleine Verletzung hinzu."

Gruß an Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

Gruß an Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

"Jetzt gab es die Bestätigung vom Arzt, dass die Schulter richtig im Eimer war. Alleine von der Belastung her war es völlig richtig, jetzt die Reißleine zu ziehen. Für uns war es eine harte Entscheidung. Wir sind momentan ohnehin unter Druck und es läuft nicht so gut. Wir brauchen den Miguel fit beim Sepang-Test. Dann lieber jetzt raus, um nicht den Sepang-Test zu gefährden."

Für Valencia wurde Lecuona als Ersatzfahrer bestätigt. Der Spanier wird somit zu einem vorgezogenen MotoGP-Debüt kommen. Laut Reglement muss ein verletzter Fahrer ersetzt werden. "Diese Regelung bereitet uns schon auch Schwierigkeiten", meint der KTM-Motorsportchef. "Man müsste mal überdenken, ob man in dieser Liga innerhalb von zehn Tagen überhaupt einen Ersatzfahrer stellen kann, der nicht sich und das Fahrerfeld gefährdet. Wir werden das in Valencia in einer separaten Diskussion mit der Dorna anstoßen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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