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Platz vier am Sachsenring: Acosta spricht von "Sonntagsüberraschung"

Während Bastianini, Binder und Vinales am Sachsenring kämpfen, läuft es für KTM-Speerspitze Pedro Acosta mit Platz vier deutlich besser

Platz vier am Sachsenring: Acosta spricht von "Sonntagsüberraschung"

Pedro Acosta zeigte sich von seinem vierten Platz überrascht

Foto: Getty Getty

Pedro Acosta war auch beim Grand Prix von Deutschland der schnellste KTM-Fahrer. Auf dem Sachsenring fuhr der Spanier im Sprint als Achter ins Ziel. Im Grand Prix lief es für ihn mit Platz vier deutlich besser.

Knappe zwei Wochen zuvor unterzog sich Acosta beim rechten Handgelenk einer Operation wegen des Karpaltunnelsyndroms. Denn in Assen musste er aufgrund einer tauben rechten Hand den Grand Prix aufgeben.

"Super glücklich über die Hand", sagte Acosta am Sachsenring bereits nach dem Sprint. "Es stimmt, dass ich an einem Punkt leichte Schmerzen bekommen habe. Aber das ist nichts, was meine Ergebnisse im Moment aufhält."

"Ich bin glücklich, ich fühle die Finger, ich fühle die Hand, alles in Ordnung." Im Sprint war für Acosta der harte Vorderreifen etwas kritisch, aber er konnte es managen.

Im Grand Prix lag er nach der ersten Runde auf Platz acht. Dann konnte er die Aprilia von Jorge Martin überholen. Als sich die beiden Ducati-Fahrer Fabio Di Giannantonio und Alex Marquez mit Stürzen verabschiedeten, rückte Acosta auf Platz vier.

Zunächst konnte er noch Anschluss an Ai Ogura halten, doch mit Fortdauer der Distanz musste er abreißen lassen. Somit erreichte Acosta als Vierter das Ziel und sprach von einem "überraschenden" Ergebnis.

"Wir können sagen, dass es eine Überraschung war, eine Sonntagsüberraschung, weißt du. Ich glaube, niemand hat diese Leistung erwartet. Wir wussten, dass der Medium-Hinterreifen weniger kritisch für das Management des Vorderreifens war."

"Der Performance-Einbruch kam ungefähr bei Runde 17. Das ist genau der Zeitpunkt, an dem ich den Kontakt zu Ogura zu verlieren begann. Aber wir müssen glücklich sein. Ich habe die Reifen, denke ich, ziemlich gut gemanagt."

"Wir haben in dem Moment gepusht, in dem wir pushen mussten. Wir waren wettbewerbsfähig, ziemlich wettbewerbsfähig am Anfang des Rennens, um auf diese gute Art vor der Sommerpause abzuschließen."

Bastianini trotz Aufholjagd nicht zufrieden

Die restlichen KTM-Fahrer hatten größere Mühe. Enea Bastianini, der den Sprint als 14. beendete, merkte danach an, dass "nichts funktioniert" und die Konkurrenz von Freitag auf Samstag größere Fortschritte machte.

"Nur Pedro hat die Rundenzeit im Vergleich zu Freitag ein wenig verbessert, aber ich, Brad und auch Maverick, nein. Das war seltsam, aber nun, wir haben sehr viel Untersteuern, und das ist das Problem."

"Ich bin die ersten drei, vier Runden gefahren und weiß nicht, warum ich nicht gestürzt bin, ehrlich gesagt. Mein Hauptproblem im Moment ist, dass ich auf jeder Strecke nicht weiß, was passiert. Das ist die Realität."

Enea Bastianini

Enea Bastianini weiß je nach Strecke nie, wo er mit dem Motorrad steht

Foto: Getty Images Europe

"Als ich bei Ducati war, dachte ich jedes Mal, okay, jetzt sind wir da und können um die Top 5 kämpfen. Aber im Moment, hier, nein. Ich kann nicht daran denken. Es ist immer eine Überraschung."

Im Grand Prix beendete Bastianini die erste Runde als 15., wurde dann jedoch von Rookie Diogo Moreira (LCR-Honda) überholt. Trotzdem holte der Italiener im weiteren Rennverlauf mehrere Positionen auf und erreichte noch Platz neun.

Einfach war es aber nicht, wie er schildert: "Um ehrlich zu sein, im Rennen war das Problem für mich die ersten zehn Runden. Wenn wir viel Windschatten haben, schüttelt sich das Motorrad stark. Aber wir haben auch viel Untersteuern."

"Das war das Problem auf dieser Strecke", so Bastianini. "Ich bin nicht wirklich glücklich mit dem Wochenende, denn es war sehr, sehr kompliziert. Nach einem positiven Trend, einem positiven Assen-Rennen, gibt es hier nicht viel Positives."

Binders Reifen trotz "Sonntagsfahrt" verheizt

Ein weiteres schwieriges Wochenende erlebte auch Brad Binder. Im Sprint sah der Südafrikaner als Zwölfter die Zielflagge. Im Grand Prix konzentrierte sich auch er auf das Reifenmanagement, aber dann passierte etwas Unerwartetes.

"Ich hatte das Gefühl, dass ich sehr schonend mit meinem Hinterreifen umging. Ich hatte das Gefühl, dass ich so gut zu ihm war. Es waren noch zwei Runden zu fahren, da ist er explodiert."

Brad Binder, Jack Miller

Brad Binder passte auf den Reifen auf, aber es nutzte dennoch nichts

Foto: Alexander Trienitz

"Zuerst dachte ich, mir würde der Sprit ausgehen. Dann dachte ich, vielleicht wird der Reifen platt. Dann habe ich erkannt, dass er einfach hinüber ist. Ich bin gefahren wie bei einer Sonntagsfahrt und habe trotzdem den Hinterreifen verheizt."

Dass er überhaupt nicht attackiert hat und der Reifen trotzdem am Ende war, verwundert Binder: "Schau, ich weiß aus all den Jahren, dass ich hart zum Hinterreifen bin. Ich hatte immer den höchsten Verschleiß am Hinterreifen."

"Oder wenn nicht den höchsten, dann nahe daran. Und ja, als Bastianini vorbeikam, konnte ich sehen, dass er noch viel mehr Gummi übrig hatte." Dennoch schaffte es Binder auf Platz zehn ins Ziel.

Vinales kann die KTM kaum fahren

Ein ganz schwieriges Sachsenring-Wochenende erlebte Maverick Vinales. Im Sprint fuhr er fast zehn Sekunden hinter dem Vorletzten (Cal Crutchlow) ins Ziel. Auch im Grand Prix lag Vinales am Ende des Feldes und gab schließlich in der Box auf.

"Im Grunde habe ich das Gefühl, dass ich sehr wenig Grip am Vorderrad habe, besonders wenn ich mit einem neuen Reifen fahre", schildert Vinales seine Probleme. "Das Gefühl ist einfach nicht da."

Maverick Vinales, Cal Crutchlow

Maverick Vinales fuhr sogar hinter "Oldie" Cal Crutchlow

Foto: Getty Images Europe

"Also kann ich nicht einlenken und fahre außen herum. Die Rückmeldung, die ich bekomme, ist also, dass jederzeit das Vorderrad einklappen kann. Es ist wirklich schlecht, so zu fahren, denn ich kann keine Kurvengeschwindigkeit mitnehmen."

"Mein Gefühl ist, dass, wenn die Strecke an Grip gewinnt, das Verhalten des Motorrads immer schlechter wird. Das ist mein Gefühl. Zum Beispiel hatte ich im Sprint sehr viel Schütteln und konnte mich kaum auf dem Motorrad halten."

Im Grand Prix war die beste Rennrunde von Vinales zwar nur um eine Sekunde langsamer als die schnellste Rennrunde von Sieger Marc Marquez, aber er konnte keine konstante Pace fahren.

"Ja, das ist es, denn ich kann nicht das Maximum geben", seufzt der Spanier. "Manchmal, wenn ich in dieser Position wäre und das Maximum geben würde, wäre ich ruhig, aber das Problem ist, dass ich nicht gut fahren kann."

"Außerdem verstehe ich das Motorrad nicht, wie man es fahren muss, denn ich glaube, ich fahre nicht auf die richtige Weise. Ich fahre also mit einem körperlichen Handicap, und dazu kommt, dass das Motorrad schwierig zu fahren ist."

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