Pol Espargaro schwärmt von neuer Honda: "Potenzial ist groß"

Die neue Honda generiert viel mehr Grip am Hinterrad - Damit wird eine große Schwäche behoben - Pol Espargaro kann nun mit seinem Fahrstil fahren

Pol Espargaro schwärmt von neuer Honda: "Potenzial ist groß"

Am zweiten und finalen Testtag in Jerez stieg auch Pol Espargaro auf die neue Honda RC213V. Am ersten Tag fuhr der Spanier noch mit der 2021er-Maschine, um nach seinem Sturz in Valencia wieder ein Gefühl aufzubauen. Außerdem wollte er diese Erfahrungen als Referenz für Vergleiche mit dem neuen Prototypen heranziehen.

Espargaros Fazit ist durchwegs positiv: "Das neue Motorrad ist gut, aber es gibt immer noch viel zu tun. Das Potenzial ist groß. Wir generieren viel mehr Grip am Hinterrad. Ich kann jetzt mit meinem Fahrstil fahren und die Hinterradbremse mehr nutzen."

"Das ist für mich sehr wichtig und ist Teil meines Fahrstils. Bei KTM habe ich die Hinterradbremse zum Lenken verwendet, vor allem zu Beginn des Projekts. Bei Honda hatten wir das Turning-Problem nicht. Aber ich hatte das Problem, dass das Hinterrad am Kurveneingang blockiert hat."

"Deshalb durfte ich die Hinterradbremse nicht so viel verwenden. Wir fahren jetzt sicherer und vermeiden es, dass das Vorderrad am Kurveneingang einklappen kann. Auch hinten ist es sicherer, denn obwohl ich die Hinterradbremse mehr nutze, blockiert das Hinterrad nicht mehr so."

Grip am Hinterrad sehr wichtig

Als 2020 Michelin eine neue Karkasse beim Hinterreifen einführte, bekam Honda Probleme. Diese zogen sich auch über die Saison 2021. Man schaffte es zwar, den Reifen besser zu nutzen und mehr Grip zu generieren, aber es war ein radikalerer Schritt notwendig.

Man hat einen neuen Prototypen gebaut. Chassis, Motor und Aerodynamik sind eine Neuentwicklung. In Jerez testeten auch Takaaki Nakagami und Alex Marquez erstmals dieses neue Motorrad und erkannten das Potenzial.

Pol Espargaro

Das neue Motorrad sorgt für mehr Grip, aber die Balance ist noch nicht optimal

Foto: Motorsport Images

"Alle Fahrer hatten mit dem Grip am Hinterrad Probleme", geht Espargaro ins Detail. "Für mich ist der Grip am Hinterrad am Kurveneingang wichtiger als am Kurvenausgang. Natürlich habe auch ich über den Grip am Kurvenausgang geklagt, weil es dort um Performance geht."

"Aber am Kurveneingang geht es um Sicherheit. Man kann jetzt auch mit gebrauchten Reifen die Highsider am Kurveneingang verhindern. Auch die Performance ist besser, weil man besser verzögern kann, wenn der Vorderreifen leidet."

"Deswegen wird es auch weniger Stürze über das Vorderrad geben, wenn der Vorderreifen belastet ist. Wir müssen noch an der Balance des Motorrads arbeiten. Mit mehr Grip belastet man den Vorderreifen mehr. Wir haben auch mehr Wheelies."

Anfang der Woche ist bereits Stefan Bradl bei privaten Testfahrten mit dem neuen Motorrad in Jerez unterwegs gewesen. Honda hat Feedback von vier Fahrern gesammelt und wird in der Winterpause das Paket für die Testfahrten im Februar vorbereiten.

Die Euphorie ist bei Espargaro zurückgekehrt

Espargaro schreibt ins Aufgabenheft: "Die Front muss besser werden und auch die Power. Wir kämpfen gegen Ducati, sie haben sehr viele Motorräder. Wenn wir gegen sie kämpfen wollen, müssen wir sie überholen. Dafür brauchen wir mehr Leistung."

Pol Espargaro

Pol Espargaro blickt viel optimistischer auf seine zweite Honda-Saison

Foto: Motorsport Images

"Beide Prototypen haben eine unterschiedliche Motorabstimmung. Sie sind sich aber ähnlich. Wir haben auch verschiedene Chassis probiert. Auch die Aerodynamik ist besser. Es ist eine große Änderung. Mein Wissen von der vergangenen Saison hilft viel."

Deshalb kehrte bei Espargaro auch jene Euphorie zurück, die in der schwierigen ersten Saison bei Honda etwas abhanden gekommen ist: "Ich kann das Motorrad sofort schnell fahren und weiß wo das Limit ist. Das ist ein ganz anderer Startpunkt. Ich habe jetzt das Gefühl."

"Bei den Wintertests muss ich mich nicht an das Motorrad anpassen, sondern kann mich komplett darauf konzentrieren, das Motorrad zu verbessern. Deshalb fühle ich mich viel stärker. Das Team vertraut auch mehr auf meine Aussagen, die jetzt auch viel klarer sind."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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