Pol Espargaro über KTM-Projekt: "Noch nie so viel gelernt!"

Pol Espargaro erklärt, warum er vollstes Vertrauen in das österreichische KTM-Team hat, welche Ziele er 2018 verfolgt und wo er das größte Verbesserungspotenzial sieht

Das erste MotoGP-Saisonrennen 2018 war für Pol Espargaro bereits nach 15 Runden vorbei, ein Elektronik-Problem an seiner KTM stoppte den Spanier in Katar. Das erklärte Ziel, in die Top 10 zu fahren, konnte man zumindest beim ersten Kräftemessen nicht erreichen. Dennoch ist Espargaro zuversichtlich, dass mehr Topplatzierungen in Saison zwei des österreichischen Herstellers machbar sind.

Blickt er auf sein erstes Jahr bei KTM zurück, so kommt dem 26-Jährigen aus Granollers (Barcelona) ein Lächeln über die Lippen. Der 17. WM-Platz (55 Punkte) wurde es am Ende der Saison 2017. Viermal gelang Espargaro der Sprung in die Top 10. "In diesem einen Jahr habe ich mehr gelernt, als in den anderen drei Jahren in der MotoGP. Es war verrückt", meint er gegenüber 'MotoGP.com'.

Durch das enorme Entwicklungstempo der Österreicher wurden an manchen Wochenenden neue Motoren plus neue Chassis verwendet. Für die Piloten sei es daher schwierig geworden, den Überblick zu behalten. "In so einer Situation ist es sehr einfach, den Faden zu verlieren. Es war einfach verrückt, weil immer so viele neue Teile gekommen sind und wir immer mehr getestet haben. Was wir am Ende des Jahres erreicht haben, hat gezeigt, dass wir sehr gut gearbeitet haben", ist Espargaro auf das Debütjahr der Marke stolz.

"Müssen doppelt so viele Schritte machen"

Von Saisonbeginn 2017 bis zum Saisonende in Valencia konnte KTM den Rückstand von drei auf rund eine Sekunde verringern. 2018 erwartet Espargaro einen weniger großen Zeitgewinn, auch weil KTM immer näher an die Spitze rückt. "Wir müssen immer doppelt so viele Schritte machen wie die anderen. Unser Job ist härter. Aber wenn wir so weitermachen, werden wir uns ständig verbessern. Wenn es das braucht, um in die Top 6 zu kommen, dann werden wir alles Mögliche machen." Schon Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat davor gewarnt, zu gierig zu werden. Das Team müsse sich in Geduld üben.

Vor allem die Balance zwischen Motor und Chassis sei entscheidend, erklärt der Werkspilot. Zwar habe man in der ersten Saison bereits ein gutes Grundpaket zusammengestellt, dennoch bedarf es vor allem noch Entwicklungszeit am Motor: "Unser Bike hat eine gute Balance und wir haben uns ein starkes Grundpaket erarbeitet, aber wenn etwas noch verbessert gehört, dann ist es der Motor. Wir haben bereits etwas geplant und Mika wird etwas testen." Ende März saß Espargaro bei einem Test in Jerez auch selbst auf der KTM, um die verlorene Testzeit der Vorsaison (Wirbelverletzung) wettzumachen.

Besonders bei den Europarennen seien größere Schritte von KTM zu erwarten, diese beginnen mit dem Rennen in Jerez Anfang Mai. Neben dem Bike müssen aber auch die Piloten alles geben und sich weiterentwickeln. Im internen Stallduell hatte Espargaro die Nase gegenüber Bradley Smith meist vorne. 2018 könnte es für den Briten eng werden, denn auch sein Vertrag läuft bei KTM Ende der Saison aus. Espargaro scheint selbstsicher zu sein und mit einer Verlängerung zu spekulieren. Er betont: "Mental bin ich stärker denn je, weil ich ein tolles Team um mich herum habe. Sie bringen mich einfach immer zum Lachen, das ist manchmal sogar wichtiger als mein körperlicher Zustand."

Er habe vollstes Vertrauen in das KTM-Projekt. Woher? "Pit Beirer hat gemeint, dass wir zu Saisonende um die Top-6-Platzierungen kämpfen werden. Das ist jetzt noch schwierig zu sagen, aber auch im Vorjahr hat er gemeint, wir könnten in die Top 10 fahren und wir haben ihm nicht geglaubt." Seine Ziele seien daher noch höher gesteckt als 2017. "Hoffentlich kann ich auch nächstes Jahr hier sein und mit KTM den Titel gewinnen."

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Fahrer Pol Espargaro
Teams Red Bull KTM Factory Racing
Artikelsorte News
Tags ktm, motogp 2018, pol espargaro