Probleme am Start: Wie reagieren MotoGP-Fahrer richtig?

Nach Marc Marquez' Zick-Zack-Fahrt in der Startaufstellung von Argentinien wird über die Startprozedur diskutiert - Hand heben, erneut starten, was ist richtig?

Probleme am Start: Wie reagieren MotoGP-Fahrer richtig?
Marc Marquez, Repsol Honda Team, Cal Crutchlow, Team LCR Honda, clearing grid
Tito Rabat, Avintia Racing
Bradley Smith, Red Bull KTM Factory Racing
Crash: Marc Marquez, Repsol Honda Team, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Crash: Marc Marquez, Repsol Honda Team, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Jack Miller, Pramac Racing, Marc Marquez, Repsol Honda Team
Marc Marquez, Repsol Honda Team
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Nicht nur für seine harte Gangart im Rennen, sondern auch für sein Verhalten in der Startaufstellung wurde Marc Marquez nach dem Großen Preis von Argentinien kritisiert. Aufgrund eines technischen Problems, so die Erklärung von Honda, war das Motorrad des Weltmeisters ausgegangen. Weil er es kurz darauf selbstständig wieder zum Laufen brachte, fuhr er jedoch zurück auf seine Startposition statt an die Box.

Allerdings war er dabei entgegen Fahrtrichtung unterwegs - ein klarer Regelverstoß, der mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet wurde. Marquez verbucht die Situation als Missverständnis. Er habe eigentlich so schnell wie möglich an die Box gehen wollen und damit dem üblichen Procedere in einer solchen Situation folgen wollen, sagte er am Donnerstag in Austin. Als die Maschine aber wieder ansprang, sei Chaos ausgebrochen.

Wüssten seine MotoGP-Kollegen, wie sie in einem solchen Fall tun sollten? "Nicht das, was vergangene Woche passiert ist", weiß Cal Crutchlow (LCR-Honda) angesichts von Marquez' Bestrafung. "Die Hand hochnehmen und warten, bis dich jemand aus der Startaufstellung schiebt. Aber es ist nicht so einfach, weil du alles tust, um an diesem Rennen teilzunehmen. Du wirst tun, was dazu nötig ist, und nichts wird dich aufhalten."

Insofern zeigt der Brite Verständnis für Marquez: "Selbst wenn sie dir sagen, du sollst die Startaufstellung verlassen, ist es schwierig, das zu tun - wenn dein Adrenalin steigt und die Ampel gleich ausgeht. Das bedeutet nicht, jemanden zu verteidigen oder zu sagen, dass etwas richtig oder falsch war. Aber ich kenne den Ablauf, du nimmst die Hand hoch und wartest." Tatsächlich tat das Marquez auch für einen kurzen Moment.

Weil laut dem Spanier aber keiner reagiert hat, nahm er die Sache selbst in die Hand. Dazu heißt es im Regelbuch: "Sollte ein Fahrer seine Maschine zum Stillstand bringen, darf ihm im Interesse der Sicherheit geholfen werden, sie wieder zu starten. Gelingt das in einer angemessenen Zeit nicht, wird der Fahrer in die Boxengasse geschoben, wo Mechaniker ihm assistieren dürfen oder er das Motorrad wechseln darf." Soweit die Theorie.

Wie lange ein Fahrer seine Hand heben muss und wie lange er versuchen darf, sein Bike wieder in Gang zu bringen, ist nicht klar definiert und daher eine Ermessensfrage. Hätte Marquez die Honda rückwärts wieder auf seine Startposition bugsieren können, wäre er wohl straffrei davongekommen. Einzig für das Fahren entgegen der Fahrtrichtung konnte er sanktioniert werden - und weiß es nun besser: "Das wird sich nicht wiederholen."

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