Quartararo dachte im Österreich-Krimi "erstmals kurz an die WM"

Auf trockener Piste legt sich Fabio Quartararo mit seiner Yamaha mit Bagnaia und Co. an - Bei Regen behält er kühlen Kopf und baut WM-Führung aus

Quartararo dachte im Österreich-Krimi "erstmals kurz an die WM"

Mit einem hart erkämpften siebten Platz im Flag-To-Flag-Krimi beim Grand Prix von Österreich in Spielberg hat Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo seine Führung in der MotoGP-Gesamtwertung 2021 weiter ausgebaut.

Solange die Piste des Red-Bull-Rings trocken war, kämpfte der von P2 gestartete Quartararo mit seiner M1 beherzt gegen Francesco Bagnaia auf der Werks-Ducati, den von der Pole gestarteten Jorge Martin auf der Pramac-Ducati sowie Marc Marquez auf der Werks-Honda.

'Pecco' Bagnaia verrichtete den Großteil der Führungsarbeit, dahinter aber gelangen Quartararo mehrmals überraschende Spätbremsmanöver in Kurve 3 - innen wie außen - um den Anschluss nicht abreißen zu lassen.

 

 

"Aus Kurve 1 heraus hatte ich eine viel bessere Beschleunigung als 'Pecco', der dort ein bisschen zu kämpfen hatte", berichtet Quartararo. "Mein Bike war am Ausgang dieser Kurve perfekt. Ich konnte es aggressiver aufrichten. Aus Kurve 3 heraus war 'Pecco' aber schneller. Im zweiten Teil der Strecke kam ich zwar näher, aber ein bisschen Topspeed fehlt uns halt doch noch. Nur weil ich regelmäßig viel besser aus Kurve 1 herauskam als er, konnte ich überhaupt dranbleiben."

Fotos: Fabio Quartararo beim GP Österreich 2021 in Spielberg

Die Entscheidung fiel in der 25. von 28 Runden, als Quartararo - zu diesem Zeitpunkt Dritter - zusammen mit Bagnaia, Marquez, Martin und Joan Mir (Suzuki) an die Box kam. Man rüstete auf das mit Regenreifen ausgestattete zweite Bike um. Derweil blieb KTM-Pilot Brad Binder auf der Strecke und fuhr trotz "desaströser" letzter Runde mit Slicks im Regen zum Sieg.

Quartararo, der durch den Bike-Wechsel von der dritten auf die 14. Position abgerutscht war, holte mit den Regenreifen noch stark auf. Ins Ziel kam er auf P7 knapp vor Altmeister Valentino Rossi, der sich mit seiner Petronas-Yamaha ebenso auf Slicks ins Ziel kämpfte wie Sieger Binder.

Fabio Quartararo, Marc Marquez, Jorge Martin, Johann Zarco

Marquez stürzte, Zarco stürzte, aber Quartararo kam auf P7 ins Ziel

Foto: Motorsport Images

In den letzten Runden im Regen "habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr ein bisschen an die WM gedacht", gesteht Quartararo. "Ich wollte keinen dummen Sturz hinlegen. Um ein Haar wäre es aber fast passiert, nämlich in Kurve 1 als Marc gestürzt ist. Auf dem TV-Bild kann man sehen, dass ich ihn fast berührt hätte. In diesem Moment dachte ich wirklich kurz an die [Situation in der] Meisterschaft."

Letzten Endes wurde Quartararo Siebter, während sich Marquez nach seinem Sturz nur als 15. ins Ziel schleppte. Entscheidender ab: Weil Quartararos zuvor schärfster Punkteverfolger - Pramac-Ducati-Pilot Johann Zarco - durch einen frühen Sturz ausschied, hat der Yamaha-Pilot jetzt 47 statt vorher 40 Punkte Vorsprung.

WM-Zweiter ist nicht mehr Zarco, sondern Bagnaia, dessen finale Aufholjagd mit Regenreifen noch etwas erfolgreicher war als jene von Quartararo. Der Ducati-Pilot kam nach furioser letzter Runde noch auf dem zweiten Platz ins Ziel.

Quartararo war am Österreich-Wochenende der einzige Yamaha-Werkspilot, weil Teamkollege Maverick Vinales vom Team suspendiert wurde. Zwar hat sich der Spanier für die Vorkommnisse beim Grand Prix der Steiermark inzwischen öffentlich bei Yamaha entschuldigt. Wie es weitergeht, bleibt aber abzuwarten. Das nächste MotoGP-Wochenende steht für 27. bis 29. August in Silverstone im Kalender.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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