Quartararo mit klaren Worten für Yamaha: "Habe keine Lust mehr zu helfen"
Ein spektakulärer Motorschaden, ein frustrierendes Testwochenende - Fabio Quartararo zog nach dem Aragon-Sprint eine bittere Bilanz bei Yamaha
Fabio Quartararo erlebt ein frustrierendes Aragon-Wochenende
Foto: Qian Qian
Das MotoGP-Wochenende im MotorLand Aragon verlief für Yamaha und besonders für Fabio Quartararo bislang sehr schwierig und enttäuschend. Für den ehemaligen Weltmeister war es noch nie eine gute Strecke, denn ein fünfter Platz in seiner Rookie-Saison 2019 war bisher sein bestes Ergebnis.
Das Freitagstraining beendete Quartararo mit 1,3 Sekunden Rückstand auf Platz 16. Auch in Q1 blieb der Sprung ins Q2 außer Reichweite. Er qualifizierte sich als 17. Zum Vergleich: Jack Miller war mit Startplatz 13 der beste Yamaha-Fahrer.
Auch im Sprint war Quartararo im hinteren Bereich des Feldes unterwegs. In der fünften Runde rollte er mit einer rauchenden Yamaha aus: Motorschaden. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf Platz 16.
"Beim Start wäre der Motor fast ausgegangen, ich fühlte etwas Merkwürdiges", schildert der Franzose. Ihm war klar, dass er es wohl nicht ins Ziel schaffen würde: "Auf der Geraden konnte ich spüren, wie die Leistung des Motors nachließ."
"Also wusste ich, dass er irgendwann explodieren würde." So kam es dann auch am Ende der fünften Runde, als der V4-Motor spektakulär kaputt ging. Da Quartararo sofort neben die Strecke fuhr, gelangte kein Öl auf die Fahrbahn.
Die Tabelle mit den eingesetzten Motoren jedes Fahrers wird erst nach einem Rennwochenende veröffentlicht. Unmittelbar nach dem Sprint wusste Quartararo selbst nicht, wie viele Kilometer dieses Triebwerk schon auf der Uhr hatte.
"Ich weiß nicht, ob er benutzt war oder nicht, aber das ganze Wochenende war dieses Motorrad wirklich langsam. Ich hoffe, es war ein Motor mit hoher Laufleistung."
Yamaha darf in Concession-Rang D zehn Motoren pro Fahrer und Saison einsetzen. Vor dem Aragon-Wochenende hatte er schon sieben Motoren in seinem Kontingent verwendet. Ein Motor ist bereits aus diesem Kontingent gestrichen.
Schon beim Saisonauftakt in Buriram gab es ein Motorproblem. Nun verlor Quartararo einen zweiten Motor. Sollte er in der restlichen Saison einen elften Motor verwenden müssen, wäre die Strafe ein Start aus der Boxengasse.
Was Quartararo wirklich ärgert und frustriert
Der Motorschaden war an diesem bisher frustrierenden Aragon-Wochenende für den 27-Jährigen aber der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, denn Dinge, die er im Training erneut getestet hat, führten zu nichts.
"Wir mussten während des Wochenendes viele Dinge testen. Also bin ich von einem Motorrad auf das andere gesprungen. Es ging dieses Wochenende mehr um das Testen als um die Suche nach Performance."
Quartararo probierte ein Chassis und einen Umlenkhebel, aber beide sind laut seiner Einschätzung nicht gut: "Gestern habe ich gesagt, dass das Chassis schlechter ist. Sie wollten es heute Morgen noch einmal vergleichen. Es war schlechter."

Auch beim dritten Vergleichstest war ein neues Chassis für Quartararo nicht besser
Foto: Qian Jun/MB Media/Getty Images
"Wir haben das Chassis dreimal getestet, aber es hat nicht funktioniert. Wir hatten auch einen neuen Umlenkhebel. Er war nicht besser. Aber es ist, wie es ist, und wir versuchen, mehr Performance zu finden."
Dass er so oft die gleichen Dinge testen muss, ärgert Quartararo, weil für ihn schon klar war, dass sie keinen Fortschritt darstellen: "Wir haben sie mehrmals getestet - dreimal sogar. Schon beim ersten Mal habe ich gesagt, dass es nicht gut war."
"Wir haben es ein zweites Mal probiert, dann ein drittes Mal. Jetzt sind wir wieder beim Standard-Motorrad." Die vielen Vergleichstests in Aragon hinderten Quartararo auch daran, ein gutes Gefühl für das Motorrad und mehr Performance zu finden.
Deshalb findet er klare Worte: "Auf jeden Fall bin ich in Zukunft nicht in der Lage, zu helfen. Und aus persönlichen Gründen habe ich auch keine Lust dazu. Wir versuchen, uns in diesem Jahr zu verbessern. Aber wenn sich die Situation letztendlich nicht verbessert, können wir nicht viel tun."
Im nächsten Jahr wechselt Quartararo, der 2021 mit Yamaha Weltmeister war, ins Honda-Werksteam.
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