Reaktion
MotoGP Valencia 1
Quartararo spricht Klartext: "Entweder sind wir super, oder super verloren"
Der Sturz in Valencia ist nur das i-Tüpfelchen - Fabio Quartararo fordert von Yamaha für 2021 eine deutliche Steigerung - Dumme Fehler müssen vermieden werden
Gerald Dirnbeck Lena Hemery
Bearbeitet: 14.11.2020, 21:10
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Von Startplatz elf kündigte Fabio Quartararo an, dass er beim Grand Prix von Europa alles riskieren wird. Ansonsten wäre seine WM-Chance vorbei. Die Hoffnungen auf ein gutes Resultat platzten durch einen Sturz schon in der ersten Runde. Mit Rang 14 sammelte Quartararo noch zwei Punkte. In der WM ist sein Rückstand auf Joan Mir (Suzuki) auf 37 Punkte angewachsen.
Der Ausrutscher war eine unglückliche Situation. Quartararo war direkt hinter Aleix Espargaro, als die Aprilia plötzlich wegrutschte. "Aleix ist direkt vor mir gestürzt und ich musste etwas mehr bremsen. Das war ähnlich wie in Silverstone im vergangenen Jahr. Leider bin ich gestürzt."
Es gab auch einen Folgeschaden: "Ich bin weitergefahren, hatte dann aber ein Problem, denn die Startvorrichtung hat das Heck abgesenkt. Es fühlte sich an, als hätte ich hinten einen platten Reifen. Ich bin traurig. Heute bin ich gestürzt, aber es wäre ohnehin schwierig gewesen."
Das erste Rennen in Valencia wurde für Yamaha zu einem Desaster. Valentino Rossi schied früh mit technischem Defekt aus. Franco Morbidelli wurde Elfter. Maverick Vinales schaffte nach seinem Start aus der Boxengasse Platz 13. Quartararo wurde nach seinem Sturz 14.
Zum ersten Mal seit Valencia 2007 war kein Yamaha-Fahrer in den Top 10. Yamaha hat in dieser Saison sechs Rennen gewonnen, KTM, Ducati und Suzuki je zwei. Das heißt, dass Yamaha in der Siegstatistik von keiner anderen Marke überholt werden kann.
Performance schwankt zu sehr und viele Fehler
Doch die Wahrheit sieht anders aus. "Es schmerzt sehr, weil ich mit dieser Saison nicht zufrieden bin", sagt Quartararo und spricht Klartext: "Wenn alles gut läuft, dann ist alles perfekt. Entweder sind wir super gut, oder super verloren."
"Wir müssen viele Dinge für das nächste Jahr verändern. Die anderen Werke scheinen etwas besser zu sein als wir. Ich habe klare Ideen, die wir für das nächste Jahr verbessern müssen. Es ist nicht einfach, aber wenn wir dumme Fehler vermeiden können, dann wäre das großartig."

Auf nasser Piste passt das Set-up für Quartararo überhaupt nicht
Foto: Motorsport Images
"Suzuki wird immer besser, sie stehen ständig mit beiden Fahrern auf dem Podium. Bei uns sind die Ergebnisse sehr schwankend. Abgesehen von Jerez kann ich mich nicht an zwei Podestplätze für Yamaha erinnern. Suzuki hat aber nur zwei Motorräder."
Reifendruckproblem in Aragon war Anweisung von Yamaha
Seine Kritik richtet sich in erster Linie an Yamaha. Abgesehen von der Motorengeschichte mit den Ventilen sieht Quartararo auch andere Versäumnisse. Die WM hat er seiner Meinung nach nicht durch den Sturz in Valencia verloren, sondern schon bei Rennen davor.
"In Aragon 1 wollten wir mit weniger Druck im Vorderreifen fahren. Aber Yamaha hat laut ihrem Protokoll nein gesagt. Deshalb hatte ich das schwierigste Rennen meines Lebens. Dort habe ich null Punkte gesammelt, obwohl wir die Pace für die Top 5 oder Top 6 gehabt haben."

Für das nächste Jahr sollen "dumme Fehler" vermieden werden
Foto: Motorsport Images
Weil der Druck im Vorderreifen "außer Kontrolle" war, hatte Quartararo in Aragon 1 kein Vertrauen und kein Gefühl für seine M1. Er wurde chancenlos zurückgereicht. "Die WM ist noch nicht vorbei, aber wir konzentrieren uns jetzt auf andere Dinge. Wir wollen diesen zweiten Platz holen."
"Ich will in den letzten beiden Rennen mein Bestes geben. Ich bin voll motiviert. Nur weil wir heute die Weltmeisterschaft verloren haben, bin ich nicht unmotiviert. Wir müssen nächstes Wochenende stärker sein."
Da Quartararo abgesehen von seinen drei Siegen kaum gute Ergebnisse hatte, kann er dem kommenden Suzuki-Weltmeister nur gratulieren: "In diesem Jahr hat nur Joan einen wirklich guten Job gemacht. Er war sehr konstant. Deshalb ist er vorne. Für uns ist es frustrierend. Es ist abgesehen von den Siegen, wo alles perfekt war, eine schwierige Saison."
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
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