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Rätselraten bei Razgatlioglu: "Wie auf uralten Reifen unterwegs"

Erstmals direkt in Q2, doch im Rennen folgt die Ernüchterung für Toprak Razgatlioglu Rätselhafte Gripprobleme lassen den Pramac-Piloten in Brasilien chancenlos zurück

Rätselraten bei Razgatlioglu: "Wie auf uralten Reifen unterwegs"

Für Toprak Razgatlioglu waren die Punkteränge in Brasilien außer Reichweite

Foto: Anadolu Anadolu

Eigentlich hatte das Wochenende beim Brasilien-Grand-Prix für Toprak Razgatlioglu vielversprechend begonnen: Erstmals seit seinem MotoGP-Aufstieg gelang dem Türken der direkte Einzug ins Q2 - ein wichtiger Schritt nach vorne.

Doch was in der Qualifikation noch Hoffnung machte, entpuppte sich in den Rennen als großes Problem. Am Ende stand Razgatlioglu trotz Fortschritten ohne Punkte da.

"Als würden wir mit fünf Jahre alten Reifen fahren"

Vor allem im Sprint war die Verwirrung beim Yamaha-Piloten groß. Direkt nach dem Start habe er bemerkt, dass etwas nicht stimmt: "Ich bleibe voll am Gas, aber sobald ich die Kupplung kommen lasse, ist die Leistung weg. Ich verstehe nicht, warum."

Im weiteren Rennverlauf sei es unmöglich gewesen, den Anschluss zu halten. Das Gefühl auf dem Motorrad beschrieb er, "als würden wir mit fünf Jahre alten Reifen fahren". Besonders beim Bremsen auf der Geraden habe sich die Front stark bewegt, insgesamt habe sich das Bike angefühlt "wie bei nassen Bedingungen".

Razgatlioglu erklärte, dass er das Motorrad überhaupt nicht genießen konnte und sich das Gefühl im Vergleich zum Freitag komplett verändert habe. Woran es genau lag, konnte er nicht sagen: "Vielleicht sind es die Reifen, ich weiß es nicht. Vielleicht ist das Set-up anders", grübelte der MotoGP-Rookie über die Ursache.

Während Fabio Quartararo "einen sehr guten Job gemacht" habe und auch Alex Rins solide unterwegs gewesen sei, hätten er und Jack Miller identische Probleme gehabt. Er habe bei Miller beobachtet, dass auch dieser mit der Front kämpfte, das Motorrad nicht verzögerte und am Heck "null Grip" vorhanden war.

Besonders ungewöhnlich: Razgatlioglu sprach sogar von Angst auf dem Motorrad. Zum ersten Mal habe er sich im Rennen nicht getraut, die Frontbremse voll einzusetzen. Unter diesen Bedingungen sei es "unmöglich", das Bike am Limit zu bewegen.

Kleine Fortschritte im Rennen, doch Defizite bleiben

Im Grand Prix am Sonntag zeigte sich zumindest eine leichte Verbesserung. Das Rennen sei "ein bisschen besser als am Samstag" gewesen, erklärte Razgatlioglu. Dennoch blieb das zentrale Problem bestehen: der mangelnde Grip am Hinterrad.

Besonders beim Beschleunigen verliere er massiv Zeit: "Ich habe viel Wheelspin, und das Motorrad beschleunigt nicht." Andere Hersteller hätten mehr Haftung - selbst Markenkollegen wie Quartararo, mit dem sich Razagtlioglu zeitweise duellierte.

In vielen Kurven sei er auf Augenhöhe gewesen, teilweise habe er sogar später bremsen und aufholen können. Doch am Kurvenausgang habe Quartararo stets den entscheidenden Unterschied gemacht. "Sobald wir ans Gas gehen, hat er immer einen großen Vorteil", so Razgatlioglu. Vor allem in Kurve 12 und in der letzten Kurve habe der Franzose regelmäßig eine Lücke zu ihm aufreißen können.

Im Rennverlauf versuchte der Türke zwar permanent, diese Lücke wieder zu schließen, doch ein Fehler in der ersten Kurve machte die Bemühungen zunichte. Er sei weit gegangen, habe danach die Referenz verloren und sei schließlich alleine weitergefahren.

Entsprechend ernüchternd fiel sein Fazit aus: "Ich bin nicht glücklich, immer noch nicht glücklich. Weil ich wieder fast als Letzter ins Ziel komme. Aber wir lernen weiter dazu."

Hoffnung auf Besserung in Texas

Und so konnte Razgatlioglu seinem zweiten MotoGP-Wochenende trotz der Enttäuschung auch etwas Positives abgewinnen: Im Bereich der Motorbremse habe man Fortschritte gemacht, wodurch er sich beim Anbremsen nun deutlich wohler fühle.

Mit Blick auf das nächste Rennen in den USA zeigt er sich vorsichtig optimistisch. Zwar kennt er die Strecke, ein Rennen dort hat er jedoch noch nie bestritten. "Ich werde wieder mein Bestes geben", kündigte er an, in der Hoffnung, dass das Motorrad in Texas wieder so funktioniert, wie er es vom Freitag in Brasilien kannte.

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