Randy Mamola: Wie lange hält die Freundschaft zwischen Rossi und Vinales?

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Randy Mamola: Wie lange hält die Freundschaft zwischen Rossi und Vinales?
Randy Mamola
Autor: Randy Mamola
31.05.2016, 14:57

In seiner Kolumne für Motorsport.com schreibt Motorrad-Experte Randy Mamola über die beiden künftigen MotoGP-Zukunft aussehen könnte.

Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing, und Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Randy Mamola, Manager von Bradley Smith, Tech 3 Yamaha
Fans von Valentino Rossi
Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing, und Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Team Suzuki MotoGP
Maverick Viñales, Team Suzuki MotoGP, und Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Maverick Viñales, Team Suzuki MotoGP
Maverick Viñales, Team Suzuki MotoGP
Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing, und Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Randy Mamola, Manager von Bradley Smith, Tech 3 Yamaha
Casey Stoner, Ducati Team
Second place Marc Marquez, Repsol Honda Team
Sieger Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing
Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing, und Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing, Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing, und Marc Marquez, Reps

Am Samstagnachmittag in Mugello suchten viele Fotografen verzweifelt nach einem Bild. Nach einem, das Valentino Rossi im entscheidenden Qualifying-Abschnitt Q2 zeigen würde – alleine. Doch in jedem Foto tauchte ein weiterer Fahrer auf: Maverick Vinales.

Es war nicht das erste Mal, dass sich die beiden gegenseitig dabei geholfen haben, einen möglichst guten Startplatz zu erzielen. Dergleichen haben wir schon in Argentinien gesehen und auch in Frankreich. Doch weil Valentino in Italien und damit vor seinen Fans die Pole-Position erzielte, rückte diese strategische Zusammenarbeit ins Rampenlicht.

 

Aber eines nach dem anderen.

Für viele Beobachter ist dieses Szenario seltsam: Da sind zwei Fahrer aus unterschiedlichen Teams und mit unterschiedlichen Herkunftsland, die einander so offensichtlich helfen. Und diese beiden Fahrer werden schon in einem halben Jahr Teamkollegen bei Yamaha sein.

Dort wiederum ist Rossi ganz klar der Fahrer, auf den sich alles konzentriert. Umso mehr finden es manche Leute moralisch verwerflich, wie Rossi und Vinales bereits jetzt miteinander umgehen.

Bevor ich mir ein Urteil dazu erlaube, möchte ich eines vorwegschicken: Valentino ist 37 Jahre alt und hat rein gar nichts mehr zu beweisen. Wenn jemand wie er zu einer solchen Strategie greift, dann unterstreicht das nur seinen Ehrgeiz. Und das muss man ihm anerkennen. Neben all dem, was er schon erreicht hat, ist es diese Eigenschaft, die ihn wirklich großartig und einmalig macht.

Valentino mag manchmal den Eindruck erwecken, ein verwirrtes Genie zu sein. Aber er überlässt gar nichts dem Zufall. Schon gar nicht, wenn er gegen Marquez oder Lorenzo fährt. Gemeinsam mit Stoner sind dies die härtesten Konkurrenten, auf die er in seiner Rennkarriere getroffen ist.

 

In diesem Jahr hat sich Rossi vorgenommen, seine Qualifying-Leistung zu verbessern. In Le Mans fuhr er von Startplatz sieben los und musste viele Risiken eingehen, um sich nach vorn zu arbeiten. In Mugello trainierte er am Freitag fleißig Starts, weil er wusste, wie wichtig sie am Renntag sein würden. Er wollte sicherstellen, dass von seiner Seite aus nichts schiefgehen würde.

So viel der positiven Worte. Es gibt aber auch etwas, das ich nicht besonders toll gefunden habe, nämlich die Einstellung von Vinales.

Meiner Meinung nach ist es nämlich nicht sehr respektvoll von Maverick, wenn er jetzt sagt, dass er nicht lange brauchen wird, um sich an die Yamaha zu gewöhnen. Denn Suzuki hat auf ihn gezählt und es sich zum Ziel gesetzt, ihm ein konkurrenzfähiges Bike hinzustellen.

Die GSX-RR hat sich im vergangenen Jahr dramatisch verbessert. Und die Marke tut gut daran, nach einem Ersatzmann für Vinales Ausschau zu halten, der sich diesem Projekt bis zum Ende verschreiben will. Jemand, der zu einer Führungsfigur werden kann, wie es Kevin Schwantz seinerzeit war.

In jedem Fall müssen wir künftig zwei Sachen im Hinterkopf behalten.

Zum einen: Am Samstag in Barcelona werden wir sehen, ob Valentino und Maverick im Qualifying erneut ihr Spielchen spielen – um diejenigen zu überzeugen, die diese Strategie bisher für einen Zufall gehalten haben.
Außerdem dürfte es ziemlich interessant werden, wie sich diese freundschaftliche Zusammenarbeit entwickelt, bis es November ist und Rossi und Maverick Teamkollegen bei Yamaha sind.

Wenn Vinales so gut ist, wie er glaubt zu sein, dann könnte es mit der Freundschaft schon bald vorbei sein. In ungefähr sechs Monaten.

Euer
Randy Mamola

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