Raul Fernandez geschockt über Brivio-Abgang: "Das hat mir nicht geholfen"
Raul Fernandez äußert sich erstmals zum Brivio-Wechsel - Der Spanier spricht über mentale Unterstützung, sportlichen Aufschwung und offene Zukunftsfragen
Davide Brivio und Raul Fernandez in der Startaufstellung
Foto: Getty Getty
Raul Fernandez war sehr betroffen, als er erfuhr, dass Teamchef Davide Brivio das Trackhouse-Team am Ende der MotoGP-Saison 2026 verlassen wird. Der Italiener wird zu Honda wechseln und dort eine beratende Funktion im Management übernehmen.
Trackhouse-Chef Justin Marks reiste zuletzt zum Rennwochenende in Barcelona. Dort bestätigte der US-Rennstall offiziell den Abschied von Brivio. Im Paddock war man hinter den Kulissen bereits etwas früher informiert.
Fernandez erhielt die Nachricht schon eine Woche zuvor beim Rennwochenende in Frankreich. "Am Donnerstag habe ich die Neuigkeiten über Davide gehört. Das hat mir, ehrlich gesagt, nicht wirklich geholfen", blickt der Spanier auf Le Mans zurück.
"Manchmal muss ich aufhören, zu viel über Dinge nachzudenken, die ich nicht kontrollieren kann. Ich möchte nicht darüber nachdenken, was mit dem Team passieren wird. Justin wird sicher die beste Lösung für das Team finden."
Für Fernandez war der Abschied von Brivio "eine große Überraschung", die er "nicht erwartet" hat. Brivio war im Team eine wichtige Stütze für den 25-Jährigen. Im vergangenen Jahr wurden hinter den Kulissen viele Gespräche geführt.
Diese haben Fernandez mental immens geholfen, damit er sein Potenzial auf der Strecke entfalten konnte. Seine Leistungen verbesserten sich spürbar. Im Herbst 2025 setzte er in Indonesien mit Platz drei im Sprint ein erstes Ausrufezeichen.
Anschließend bestätigte Fernandez diesen Trend mit Platz zwei im Sprint in Australien. Einen Tag darauf gewann er auf Phillip Island seinen ersten Grand Prix in der Königsklasse. Es war auch der erste Sieg von Trackhouse.
"Davide war eine wirklich gute, eine wirklich wichtige Person für mich", sagt Fernandez. "Im schlimmsten Moment meiner Karriere - das war im vergangenen Jahr - hat er immer versucht, mich zu unterstützen."
"Er hat mir immer geholfen, die Situation zu verändern. Für mich war er eine sehr wichtige Person im Team. Aber ich glaube, wir haben nach wie vor ein gutes Motorrad. Das Team ist weiterhin bei Aprilia."
"Natürlich war es etwas, das ich nicht erwartet hatte, als ich die Neuigkeit hörte. Aber wie ich bereits gesagt habe, ist das keine Ausrede. Wir können nicht über Dinge nachdenken, die wir nicht kontrollieren können."
Zunächst konnte Fernandez den Schwung vom guten Herbst auch in die Saison 2026 mitnehmen. Beim Saisonauftakt in Thailand wurde er im Sprint und im Grand Prix Dritter, aber dann wurde es schwieriger.
Fernandez fuhr zwar regelmäßig in die Top 10, aber er stand im Schatten der Werksfahrer Marco Bezzecchi und Jorge Martin. Auch Teamkollege Ai Ogura war schneller.
Die Zukunft von Fernandez ist offen. Ein Aufstieg ins Aprilia-Werksteam ist ihm versperrt, denn 2027 wird Francesco Bagnaia der neue Teamkollege von Bezzecchi. Ein weiterer Verbleib im Aprilia-Satellitenteam ist nicht ausgeschlossen.
Als Fernandez kürzlich darauf angesprochen wurde, ob er sich zwei weitere Jahre bei Trackhouse vorstellen könnte, meinte er: "Ja, warum nicht?" Mit Brivios Abgang verliert er jedoch einen seiner wichtigsten Fürsprecher im Team.
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