Razgatlioglu: Sachsenring trotz P15 "mein schlimmstes Wochenende"
Toprak Razgatlioglu erklärt, warum er sich am Sachsenring-Wochenende noch schwerer getan hat als auf anderen Strecken seiner ersten MotoGP-Saison
Toprak Razgatlioglu hatte auf dem Sachsenring unerwartete Probleme
Foto: AFP
Rein vom Ergebnis her war das Rennwochenende des Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring für MotoGP-Rookie Toprak Razgatlioglu nicht das schlechteste.
Am Sonntag kam der dreimalige Superbike-Weltmeister auf seiner MotoGP-Yamaha des Pramac-Teams auf dem 15. Platz ins Ziel und hat damit einen WM-Punkt eingefahren. Eine bessere Platzierung ist ihm im bisherigen Verlauf seiner Rookie-Saison nur zweimal gelungen (P13 in Le Mans und P14 in Brünn).
Trotzdem spricht Razgatlioglu in seiner Rückschau auf das Sachsenring-Wochenende vom bisher schlimmsten Wochenende seiner MotoGP-Karriere. "Ja, ich bin 15. geworden, aber auch nur, weil andere Fahrer gestürzt sind. Für mich war es wirklich das schlimmste Wochenende", so der Türke.

Solange Razgatlioglu hinter Alex Rins fuhr, hatte er eine Referenz
Foto: Getty Images Europe
Was Razgatlioglu am meisten zu schaffen machte, das waren die Michelin-Reifen mit ihrem asymmetrischen Charakter. Bei allen drei Reifenmischungen (Hard, Medium, Soft) war die linke Flanke härter als die weiche. Grund für diese Art von Reifen ist das Layout des Sachsenring mit seinen zahlreichen Linkskurven.
"Dass es für mich das schlimmste Wochenende war, das sage ich deshalb, weil ich beginne, die Reifen und das Motorrad zu verstehen. Allerdings haben wir es Wochenende für Wochenende mit anderen Reifen zu tun. Die Reifen hier haben mir die Motivation komplett genommen. Auf die anderen Reifen habe ich mich eingestellt, aber hier waren es nun wieder ganz andere", so Razgatlioglu.
"Auf der einen Seite hatte ich Grip, auf der anderen nichts", seufzt der Pramac-Pilot über die asymmetrischen Michelin-Reifen und weiß: "Die anderen Fahrer kennen diese Strecke und sie kennen diese Reifen. Sie wissen, wie man hier fahren muss. Für sie ist es vielleicht ein bisschen einfacher. Für mich aber war es ein Desaster. Es war etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte."
"Zu Beginn des Rennens habe ich versucht, Alex [Rins] zu folgen, aber dann habe ich einen kleinen Fehler gemacht und von da an hatte ich keine Referenz mehr", denkt Razgatlioglu an den Grand Prix am Sonntag zurück. In diesem war er über weite Strecken der Distanz in ein Duell mit Cal Crutchlow verstrickt.

Sogar Cal Crutchlow vom letzten Startplatz gelang es, Razgatlioglu zu überholen
Foto: Getty Images Europe
Crutchlow, der bei LCR-Honda zum fünften Mal als Ersatz für den verletzten Johann Zarco im Einsatz war, war an den Rennwochenenden zuvor nahezu in jeder Session Letzter gewesen. Auf dem Sachsenring aber fuhr er rundenlang vor Razgatlioglu, bevor der Rookie in der zweiten Rennhälfte doch wieder einen Weg vorbei fand. Nur eine Runde später ist Crutchlow gestürzt.
In der Startaufstellung belegte Razgatlioglu die 16. Position, während Crutchlow von Startplatz 20 losfuhr. "Als ich von Cal überholt wurde, war ich überrascht", bekennt der Pramac-Pilot und konnte sofort sehen, wo seine Yamaha gegenüber der Honda von Crutchlow im Nachteil war: "Sein Motorrad lenkte ein und hatte mehr Grip als meins. Ich habe versucht, an ihm dran zu bleiben, aber das war schwierig."

Am Sachsenring-Wochenende 2026 findet Razgatlioglu nur einen winzigen positiven Aspekt
Foto: Alexander�Trienitz
"Genossen habe ich das Rennen nicht, weil es nur darum ging, den Reifen und das Durchdrehen des Reifens zu managen. Meine Zeit habe ich immer in denselben Kurven verloren", sagt Razgatlioglu und spricht damit auf Sektor 2 an, der ausschließlich aus Linkskurven besteht.
"Vielen Dank an Yamaha, wo man Tag für Tag wirklich hart arbeitet, aber wir verbessern uns nicht. Das gilt besonders für mich und den zweiten Sektor. Der war richtig schwierig für mich. Immerhin habe ich etwas gelernt. Wenn ich nächstes Jahr an den Sachsenring zurückkomme, dann weiß ich, was ich brauche. Das ist gut, ist aber wirklich der einzige positive Aspekt dieses Wochenendes für mich", so Razgatlioglu.
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