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Razgatlioglu zieht Halbzeitbilanz: "Am Freitag sind wir einfach nicht da"

Toprak Razgatlioglu zieht nach der ersten Hälfte seiner MotoGP-Premierensaison Bilanz und macht keinen Hehl daraus, wo das größte Problem liegt

Razgatlioglu zieht Halbzeitbilanz: "Am Freitag sind wir einfach nicht da"

Toprak Razgatlioglu sieht in seiner Rookie-Saison noch ein große Baustelle

Foto: Getty Getty

Toprak Razgatlioglu blickt mit gemischten Gefühlen auf die erste Hälfte seiner Debütsaison in der MotoGP zurück. Der dreimalige Superbike-Weltmeister, der 2026 den Sprung zu Pramac-Yamaha in die Königsklasse wagte, sieht deutliche Fortschritte, aber auch weiterhin einen großen Schwachpunkt.

Dieser bleibt aus Sicht des 29-Jährigen der Trainingsfreitag, der für den Türken noch immer regelmäßig den Grundstein für ein eher schwieriges Rennwochenende legt.

"Ich bin nur deshalb glücklich, weil wir uns im Rennen immer verbessern", erklärt Razgatlioglu in Bezug auf seine erste Saisonhälfte. "Unser Tempo wird besser und ich fahre die Rennen inzwischen viel besser. Aber am Freitag sind wir einfach nicht da. Im Rennen kommen wir zwar stark zurück, aber dann ist es zu spät."

Razgatlioglu: "Das gibt mir Motivation"

Genau darin sieht er den Schlüssel für den Rest der Saison. Die Rennpace sei mittlerweile vorhanden, doch der Rückstand aus den ersten Trainings koste das Team regelmäßig wertvolle Zeit. "Wir haben die Geschwindigkeit und wir haben die Pace. Aber am Freitag sind wir uns einfach noch nicht sicher."

"Wenn wir schon am Freitag stark starten würden", erklärt Razgatlioglu, "könnten wir deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Das weiß ich, und genau das gibt mir Motivation."

Der Pramac-Pilot betont, dass die Fortschritte nicht nur von seiner eigenen Eingewöhnung abhängen. Auch Yamaha arbeite intensiv daran, das Motorrad weiterzuentwickeln. Seiner Einschätzung nach würde ihm eine konkurrenzfähigere Basis den Einstieg in jedes Wochenende erheblich erleichtern.

"Wenn ich mich verbessere und gleichzeitig alle auf der Motorradseite so hart arbeiten wie bisher, hilft mir das Motorrad immer mehr. Wenn wir den Freitag stark beginnen, werden der Rest viel einfacher. Denn im Rennen steigere ich mich ohnehin immer."

Dass diese Entwicklung bereits sichtbar ist, erkennt Razgatlioglu auch in den Datenanalysen. Trotzdem bleibe der Freitag das große Sorgenkind. "Vor dem Rennen sind wir einfach nicht dort, wo wir sein müssen. Das macht es sehr schwierig."

"Ich bin glücklich, weil ich in den Daten sehe, dass wir Fortschritte machen. Aber wir sind freitags noch immer nicht da. Genau dort müssen wir stärker starten", so der Türke.

Der Unterschied zur Superbike-WM

Auf die Frage, ob Freitage in der MotoGP grundsätzlich schwieriger seien als in der Superbike-WM, verweist Razgatlioglu vor allem auf die völlig anderen Arbeitsabläufe und technischen Voraussetzungen. "Der größte Unterschied ist das Motorrad und die Reifen. Alles ist anders als in der Superbike-WM", erklärt er.

Nach vielen Jahren in der seriennahen Weltmeisterschaft habe er dort feste Routinen entwickelt: "In der Superbike-WM bin ich am Freitag oft alleine rausgefahren, habe acht, neun oder zehn Runden abgespult und manchmal schon im ersten Freien Training sofort eine Rennsimulation gefahren. Dort war einfach alles unter Kontrolle."

In der MotoGP sei das anders. Die komplexeren Prototypen, die Michelin-Reifen und die deutlich engere Konkurrenz machten die Vorbereitung wesentlich anspruchsvoller. Entsprechend müsse er sich an ein komplett neues Arbeitsumfeld gewöhnen.

Trotz aller Schwierigkeiten sieht Razgatlioglu seine Entwicklung auf dem richtigen Weg. Er komme Schritt für Schritt näher an das gewünschte Niveau heran und spüre an jedem Rennwochenende kleine Fortschritte. Für 2027, seine zweite Saison in der Königsklasse, erwartet er deshalb einen deutlichen Entwicklungssprung.

"Ich bin noch nicht dort, wo ich sein möchte, aber ich komme Schritt für Schritt näher. Nächstes Jahr wird sich vieles verändern, davon bin ich überzeugt", betont der Pramac-Pilot.

"Dieses Jahr ist gut, weil ich an jedem Rennwochenende ein kleines Stück besser werde. Aber wir müssen unbedingt den Freitag verbessern. Wenn uns das gelingt, wird sich alles zum Positiven verändern. Das ist meine Hoffnung. Wir werden sehen."

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