Red Bull und Monster: Das MotoGP-Sponsoring wird neu gemischt
Die MotoGP-Saison 2027 bringt neue Technik und neue Fahrer - Auch im Sponsoring könnten die Energydrink-Giganten Red Bull und Monster die Fronten wechseln
Red Bull und Monster sind beim Sponsoring Konkurrenten
Foto: Stephen Stephen
Der turbulente MotoGP-Fahrermarkt für 2027, kombiniert mit der aktuellen Situation der Sponsoren Monster Energy und Red Bull und ihren Partnern im Feld, deutet auf eine mögliche Umgestaltung der Energydrink-Landschaft hin.
Die laufende Saison markiert das Ende des aktuellen Reglements und ebnet den Weg für eine neue Ära mit der Einführung von Motorrädern mit 850 Kubikzentimetern Hubraum ab dem nächsten Jahr.
Die MotoGP will neue Zielgruppen ansprechen. Ein Ziel, das für Liberty Media zur Priorität geworden ist, seit der US-amerikanische Unterhaltungskonzern mehr als vier Milliarden US-Dollar für den Erwerb der Serie bezahlte.
Gleichzeitig sind alle Beteiligten dieser globalen Plattform bestrebt, ihre Investitionen zu maximieren. Das bedeutet oft, Strategien neu zu bewerten und anzupassen, um eine größere Wirkung zu erzielen.
Obwohl dies ein fortlaufender Prozess ist, bieten bestimmte Momente bessere Gelegenheiten als andere. Das nächste Jahr wird mit den weitreichenden technischen Änderungen und einer Welle von Fahrerwechseln bedeutsam sein.
Diese Dynamik gilt auch für Sponsoren, die ihre Geschichten durch Partnerschaften mit Teams und Fahrern aufbauen, um ihre Produkte so effektiv wie möglich zu vermarkten.
In dieser Hinsicht gehören Energydrink-Unternehmen seit Langem zu den treuesten Akteuren in der MotoGP. Ihre Aufstellung im Feld könnte sich in den kommenden Jahren je nach auslaufenden Verträgen ebenfalls verändern.
Red Bull und Monster Energy sind die beiden dominierenden Marken in diesem Bereich und teilen sich die Mehrheit der MotoGP-Stars auf die eine oder andere Weise.
Wie bereits erwähnt, sind Sponsoren bestrebt, ihre Werte mit denen der von ihnen unterstützten Athleten in Einklang zu bringen, um ihre "Geschichte" authentischer und unverwechselbarer zu gestalten.
Der Fall des Ducati-Werksteams
Nur wenige Fälle sind so beispielhaft wie Marc Marquez, der in seiner gesamten Karriere von Red Bull unterstützt wurde. Er lehnte ein lukratives Angebot von Monster ab, als er für die vergangene Saison beim Ducati-Werksteam unterschrieb.
Bei der italienischen Marke ist Monster, neben Titelsponsor Lenovo, einer der Hauptsponsoren. Monster hat auch mit Francesco Bagnaia einen Individualvertrag geschlossen.

Das Monster-Logo auf der Ducati von Marc Marquez
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
Marquez wurden dieselben Konditionen angeboten, doch er entschied sich, Red Bull treu zu bleiben. Pedro Acosta wird seit Langem als einer der Vorzeigefahrer von Red Bull angesehen. Er soll im nächsten Jahr Teamkollege von Marquez werden.
Das hat viele dazu verleitet, anzunehmen, dass eine künftige Partnerschaft zwischen Red Bull und Ducati folgt. Auf dem Papier ist das eine logische Schlussfolgerung, in der Realität jedoch komplexer.
Zunächst einmal war Acostas Verbindung zu Red Bull stets über seinen Vertrag mit KTM geknüpft, nicht über eine direkte Vereinbarung mit dem Energydrink-Unternehmen.
Darüber hinaus hat Motorsport.com Spanien, eine Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, erfahren, dass Ducatis Vereinbarung mit Monster bis Ende 2027 läuft. Das macht einen sofortigen Wechsel sehr unwahrscheinlich.

Pedro Acosta trägt über KTM die Logos von Red Bull
Foto: AFP
Es sei denn, alle Parteien einigen sich auf eine vorzeitige Auflösung. Tatsächlich sollen sich Monster und Ducati bald treffen, um über eine Verlängerung ihrer Partnerschaft um weitere zwei Jahre zu diskutieren, möglicherweise bis 2029.
Vor diesem Hintergrund wäre es nicht überraschend, wenn Red Bull sich bereits für 2028 in Stellung bringt. Zwei Schlüsselfaktoren bei der Verlängerung solcher Verträge sind Sichtbarkeit und Erfolg.
Yamaha könnte Monster verlieren
Derzeit ist Monster Titelsponsor von Yamaha, doch der japanische Hersteller hat in den vergangenen Jahren auf beiden Gebieten kaum geliefert. Motorsport.com Spanien hat erfahren, dass diese Partnerschaft am Ende der Saison ausläuft.
Mehrere Anzeichen deuten darauf hin, dass das Bündnis, anders als bei früheren Verlängerungen, möglicherweise nicht fortgeführt wird. Yamaha baut derzeit sein MotoGP-Projekt neu auf.

Das Monster-Logo könnte im nächsten Jahr von Yamaha verschwinden
Foto: Getty Images North America
Es ist ein Prozess, der mit erheblichen Änderungen zusammenfällt. Fabio Quartararo, einer der prominentesten Markenbotschafter von Monster, soll 2027 zu Honda wechseln. Der japanische Hersteller war zuvor Partner von Red Bull.
Red Bull zog sich von Honda zurück, als Marquez 2024 zu Gresini wechselte. Motorsport.com Spanien hält es zu diesem Zeitpunkt für wahrscheinlicher, dass Honda zu Red Bull zurückkehrt, als ein Sponsoring mit Monster abzuschließen.
Inzwischen soll Yamahas neues Aufgebot Jorge Martin, einen von Red Bull unterstützten Fahrer, und Ai Ogura umfassen. Der Japaner hat derzeit keine Verbindung zu einer Energydrink-Marke.
Wird Monster neuer Hauptsponsor von Aprilia?
Dadurch steht Monster vor wichtigen strategischen Entscheidungen. Da Bagnaia zu Aprilia wechseln soll und Teamkollege von Marco Bezzecchi wird, die beide bereits mit Monster assoziiert sind, wäre ein möglicher Schritt hin zu Aprilia nicht abwegig.
Der italienischen Marke aus dem Piaggio-Konzern fehlt derzeit ein Titelsponsor. Da die RS-GP-Motorräder in den vergangenen Jahren überwiegend in schwarzer Lackierung unterwegs waren, scheint die Kombination mit Monster naheliegend.

Monster ist persönlicher Sponsor von Marco Bezzecchi
Foto: Getty Images Europe
Auf der anderen Seite des Fahrerlagers steht Red Bull. Auf allen vier KTM-Motorrädern im Feld ist das Logo zu sehen. Dazu kommen Individualverträge mit Fahrern wie Martin, Johann Zarco, Diogo Moreira und Toprak Razgatlioglu.
Allerdings ist Red Bulls Beziehung zu KTM seit über einem Jahr angespannt, insbesondere nach der Finanzkrise des österreichischen Herstellers, die letztlich zu einer Übernahme durch die Bajaj-Gruppe aus Indien führte.
Angesichts dieser Situation hatte Red Bull ernsthaft erwogen, sein Engagement bei KTM zu beenden, entschied sich letztlich jedoch dazu zu bleiben - wenn auch mit reduzierten Investitionen.
Anfänglich hat Bajaj sogar die Möglichkeit eines vollständigen Rückzugs aus der MotoGP in Betracht gezogen. Das Management in Indien hat sich seither jedoch dazu entschieden, das Programm fortzuführen.
Allerdings unter strengeren finanziellen Bedingungen und mit einem stärkeren Fokus auf das Werksteam. Infolgedessen muss Tech3, wenn es weiterhin KTM-Motorräder einsetzen möchte, dafür bezahlen. Ein Szenario, das Tech3-CEO Günther Steiner Berichten zufolge dazu veranlasst hat, Gespräche mit Honda aufzunehmen.
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