Restarts nach Crashs in Barcelona: Carlos Ezpeleta verteidigt Entscheidung
MSEG-Sportdirektor Carlos Ezpeleta bezeichnet den Ablauf des MotoGP-Rennens am Barcelona-Sonntag als "korrekt", ist aber offen für Verbesserung der Sicherheit
Bilder wie diese aus Barcelona sind für Carlos Ezpeleta "schockierend", aber ...
Foto: Getty Getty
Infolge der schweren Unfälle, die sich am vergangenen Sonntag im MotoGP-Rennen beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona ereignet haben, wurde von mehreren Fahrern im Starterfeld hinterfragt, ob es richtig war, das Rennen, in dem es zwei rote Flaggen gab, insgesamt dreimal zu starten.
Den ersten Restart gab es nach dem Horrorunfall von Alex Marquez vor Kurve 10. Den zweiten Restart gab es nach dem Unfall mit unter anderem Johann Zarco in Kurve 1. Sowohl Marquez als auch Zarco wurden nach ihrem jeweiligen Crash mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Wie lange sie ausfallen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch in keinem der beiden Fälle konkret fest.
Carlos Ezpeleta, Sportdirektor beim MotoGP-Promoter MSEG (MotoGP Sports Entertainment Group; vormals Dorna) ist der Ansicht, dass die Rennleitung am Sonntag die "korrekte" Entscheidung getroffen hat, indem das Rennen komplett über die Bühne gebracht wurde. Gleichzeitig ist er aber offen für Gespräche über mögliche Sicherheitsverbesserungen.

Hinter der Entscheidung von Rennleitung und FIM steht Ezpeleta demonstrativ
Foto: Motorsport Images
"Zunächst möchte ich sagen, wie viel Glück wir am Sonntag hatten. Natürlich haben Alex und Zarco schwere Verletzungen erlitten, aber es ist nicht noch schlimmer gekommen", sagt Carlos Ezpeleta am Dienstag gegenüber Motorsport-Total.com.
Den Unfall, der sich vor Kurve 10 am Ende der Gegengerade zutrug, als Alex Marquez ins Heck des Motorrads von Pedro Acosta rauschte, weil es an dessen KTM ein offenbar elektronisches Problem gab, das den Beschleunigungsvorgang unterbrach, bezeichnet Ezpeleta als "Einzelfall".

Der Crash von Alex Marquez vor Kurve 10 war der erste von zwei schweren Unfällen
Foto: AFP
"So etwas kann immer passieren. Das sind Dinge, die im Rennsport vorkommen können, aber sie sind nicht die Regel. Und es gibt an dieser Stelle auch keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Strecke. Alle Geraden auf sämtlichen Rennstrecken im Kalender sind ähnlich. Wichtig ist, dass KTM gemeinsam mit den Verantwortlichen der Meisterschaft alles untersucht, was mit Pedros Motorrad los war", so der MSEG-Sportdirektor.
"Anschließend hat die Rennleitung entscheiden, das Rennen wieder zu starten, was normal ist. Dann hatten wir leider einen weiteren Sturz, was bei einem Rennstart immer wieder passieren kann", sagt Ezpeleta und spricht in diesem Zusammenhang von "sehr, sehr viel Pech", indem er auf "die Dynamik dieses Sturzes und die Folgen für Zarco, was seine Körperhaltung, seine Position und alles betrifft" verweist.
Zarcos linkes Bein wurde bei diesem Unfall in der Ducati des direkt vor ihm gestürzten Francesco Bagnaia eingeklemmt. Zarco selbst hat sich inzwischen zum Unfall geäußert und spricht von einem "absolut furchterregenden" Erlebnis mit immensen Schmerzen.

Der Crash mit Johann Zarco passierte beim Restart nach dem Alex-Marquez-Crash
Foto: Getty Images Europe
Während Zarco zugegeben hat, dass er bei besagtem Restart nach kurz zuvor passierten Unfall von Alex Marquez besser gar nicht angetreten wäre, sieht Ezpeleta keinen konkreten Anlass, die Entscheidung der Rennleitung, nämlich insgesamt sogar zwei Restarts durchzuführen, in Frage zu stellen. Für Gespräche zum Thema Sicherheit ist er im Namen von MotoGP-Promoter MSEG aber offen.
"Noch einmal: Gemäß den Regeln und allem anderen denke ich, dass die Rennleitung und die FIM alle richtigen Entscheidungen getroffen haben. Davon abgesehen müssen wir uns mit den Teams und den Fahrern austauschen, um zu sehen, ob es irgendetwas gibt, das wir in irgendeiner Weise für die Zukunft verbessern können, denn für uns ist Sicherheit wirklich wichtig", so Ezpeleta.
Ezpeleta sagt, die zweimalige Wiederaufnahme des Rennens sei Standardpraxis gewesen, da sowohl Alex Marquez als auch Johann Zarco nach ihrem jeweiligen Unfall bei Bewusstsein waren. "Beide Fahrer waren nicht in kritischem Zustand, waren bei Bewusstsein. Also würde man unter diesen Bedingungen das Rennen normalerweise doch fortsetzen, nicht wahr?"
"Natürlich", räumt Ezpeleta ein, "waren beide Unfälle sehr, sehr drastisch und die Bilder waren wirklich schockierend. Das war es wahrscheinlich, was die Diskussion ausgelöst hat. Aber normalerweise ist es das übliche Vorgehen, das Rennen fortzusetzen".
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.