Rins-Zukunft weiter offen: "Schauen nicht nur in Richtung Superbikes"
Alex Rins hat für die Saison 2027 noch keinen Vertrag unterschrieben - Ein Wechsel in die Superbike-WM ist im Gespräch, doch er hält sich auch andere Optionen offen
Alex Rins könnte vor einem Wechsel in die Superbike-WM stehen
Foto: Getty Getty
Alex Rins steht vor einer entscheidenden Weichenstellung für seine Zukunft. Der Spanier wird 2027 nicht mehr für das Yamaha-Werksteam in der MotoGP antreten und beschäftigt sich deshalb intensiv mit möglichen Alternativen. Die Superbike-WM (WSBK) gilt dabei als eine der interessantesten Optionen.
Einen konkreten Vertrag für die kommende Saison hat der sechsmalige MotoGP-Sieger allerdings noch nicht in der Tasche, und das, während sich bei anderen Fahrern ohne MotoGP-Option für 2027, bereits konkrete Entwicklungen abzeichnen.
Brad Binder soll vor einem Wechsel zu BMW stehen und könnte dort auf seinen früheren KTM-Teamkollegen Miguel Oliveira treffen. Franco Morbidelli wird mit einem Platz bei Ducati in Verbindung gebracht, während Jack Miller mit Yamaha über eine weitere Zusammenarbeit in der WSBK verhandelt.
Bei Rins ist dagegen noch vieles offen. Zwar hat der 30-Jährige sein Interesse an der Superbike-WM mehrfach deutlich gemacht, gleichzeitig betont er, dass seine Zukunft nicht ausschließlich von einem Wechsel zu den Superbikes abhängt.
Rins: Gespräche ja, aber noch kein konkreter Deal
In Silverstone wurde der Yamaha-Pilot auf die Spekulationen um seine Zukunft angesprochen. Einen möglichen Wechsel in die WSBK bestätigte Rins nicht. Stattdessen machte er deutlich, dass sein Management verschiedene Möglichkeiten prüft.
"Wir schauen nicht nur in Richtung Superbikes", erklärte Rins. Anschließend stellte er klar: "Wir haben noch nichts klar. Wir haben gerade erst angefangen, mit einigen Teams zu sprechen, aber nichts Konkretes." Damit bestätigt Rins zwar, dass Gespräche laufen, gleichzeitig ist von einer Vertragsunterschrift noch keine Rede.
Eine mögliche Spur führt nach aktuellen Berichten zu Ducati. Laut GPOne soll Rins insbesondere Interesse an einer Ducati Panigale V4 R haben. Nachdem ein Platz im offiziellen Ducati-Werksteam offenbar nicht zur Verfügung steht, wurde dem Umfeld des Spaniers zufolge Kontakt zum privaten Go-Eleven-Team aufgenommen. Dort soll die Möglichkeit geprüft worden sein, 2027 eine zweite Ducati für Rins einzusetzen.
Go-Eleven müsste für einen solchen Schritt allerdings zusätzliche finanzielle und organisatorische Ressourcen aufbringen. Aktuell laufen beim Team zudem Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Lorenzo Baldassarri.
Sommerpause ohne intensive Vertragssuche
Panik herrscht bei Rins deshalb aber nicht. Er stellt klar, dass die Sommerpause keineswegs von einer hektischen Suche nach einem neuen Arbeitgeber geprägt war. Vielmehr habe er die Angelegenheit weitgehend seinem Management überlassen.
"Ich bin ziemlich entspannt geblieben, weil ich meinem Umfeld und Manager vertraue. Für ihn war es etwas stressiger als für mich. Ich war wirklich ruhig", so der Spanier.
Ganz so gelassen, wie diese Aussage zunächst klingt, war Rins dann aber doch nicht. "Ich werde euch nicht anlügen und sagen, dass ich völlig entspannt war. Ich bin Rennfahrer und beschäftige mich natürlich auch ein bisschen damit, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber ich bin ziemlich ruhig geblieben und lasse ihn arbeiten."
Bereits im Juli hatte Rins erklärt, dass er zu diesem Zeitpunkt keinen Platz für 2027 in der MotoGP habe und gemeinsam mit seinem Umfeld nach einer Möglichkeit in der Superbike-WM suche. "Aber im Moment habe ich nichts", sagte der Yamaha-Pilot damals. Sein Ziel sei vor allem ein konkurrenzfähiges Motorrad.
Rins' MotoGP-Karriere bislang japanisch geprägt
Ein Wechsel in die Superbike-WM würde für Rins einen neuen Abschnitt in seiner Karriere bedeuten. In der MotoGP ist er bislang ausschließlich japanische Motorräder gefahren.
Seinen Einstieg in die Königsklasse absolvierte Rins 2017 mit Suzuki. Für den Hersteller aus Hamamatsu fuhr er bis zu dessen Rückzug aus der MotoGP Ende 2022. Mit Suzuki gelangen ihm vier seiner insgesamt sechs MotoGP-Siege. 2018, 2019 und 2020 beendete er die Weltmeisterschaft jeweils unter den Top 5.
Nach Suzukis Ausstieg wechselte Rins 2023 zum LCR-Honda-Team. Dort gelang ihm ein weiterer MotoGP-Sieg. Gleichzeitig wurde seine Saison durch einen schweren Beinbruch nach einem Sturz in Mugello erheblich beeinträchtigt. 2024 folgte schließlich der Wechsel ins Yamaha-Werksteam. Dort konnte Rins bislang jedoch nicht an seine erfolgreichsten Jahre bei Suzuki und Honda anknüpfen.
Yamaha startet 2027 mit neuer Fahrerpaarung
Mit nach drei Jahren schließt sich das Kapitel Yamaha für den 30-Jährigen zum Ende der Saison. Der japanische Hersteller stellt sein MotoGP-Projekt für 2027 personell neu auf.
Fabio Quartararo hat sich für einen Wechsel zu Honda entschieden. Yamaha wird deshalb mit einer komplett neuen Fahrerpaarung antreten: Jorge Martin und Ai Ogura sollen künftig die beiden Werksmaschinen pilotieren. Beide kommen von Aprilia.
Für Rins bedeutet das, dass die Rückkehr in ein MotoGP-Werksteam für 2027 derzeit keine Option ist. Die Superbike-WM entwickelt sich deshalb zunehmend zu einer realistischen Alternative. Eine konkrete Entscheidung lässt aber weiter auf sich warten.
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