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Rookie oder Erfahrung? Brivio erklärt die Fahrerfrage bei Trackhouse

Davide Brivio weiß, dass ein MotoGP-Aufstieg nicht nur von Ergebnissen abhängt - Was er zur Zukunft von Manuel Gonzalez und Raul Fernandez sagt

Rookie oder Erfahrung? Brivio erklärt die Fahrerfrage bei Trackhouse

Davide Brivio lobt Raul Fernandez' Umgang mit der offenen Fahrerfrage

Foto: Gold Gold

Die Zukunft von Manuel Gonzalez gehört weiterhin zu den meistdiskutierten Themen im MotoGP-Paddock. Der aktuelle Moto2-Spitzenfahrer wird seit Monaten mit einem Aufstieg in die Königsklasse in Verbindung gebracht, nicht zuletzt mit einem möglichen Platz bei Trackhouse Racing.

Doch Teammanaer Davide Brivio machte am Rande des Ungarn-Grand-Prix deutlich, dass die Entscheidung aus seiner Sicht weniger von den sportlichen Leistungen des Spaniers abhängt als von der strategischen Ausrichtung des US-Teams.

"Es geht nicht darum, was Manu Gonzalez noch tun kann", erklärt Brivio. "Es geht darum, welches Projekt Trackhouse aufbauen möchte." Der Italiener verweist darauf, dass die Wahl eines Fahrers immer eng mit den langfristigen Zielen eines Teams verbunden sei.

Wird es ein Rookie oder Routinier?

Wenn ein Rennstall einen Neuanfang mit einem Rookie plane und bereit sei, dessen Entwicklung über mehrere Jahre zu begleiten, könne Gonzalez ein passendes Profil sein. "Wenn das Projekt aber darauf ausgerichtet ist, mit einem erfahrenen Fahrer sofort Ergebnisse zu erzielen und jemanden braucht, der direkt einsatzbereit ist, dann ist das ein völlig anderer Ansatz", skizziert Brivio die Möglichkeiten.

Dass Gonzalez trotz seiner starken Ergebnisse bislang nicht als heißester Kandidat auf einen MotoGP-Platz für 2027 gehandelt wird, überrascht Brivio durchaus.

Manuel Gonzalez

Manuel Gonzalez hat zuletzt drei Moto2-Rennen in Folge gewonnen

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

"Ja, irgendwie ist das überraschend", sagt er. Gleichzeitig sieht er einen generellen Trend im Fahrerlager. "Es gibt nicht so viele Leute, die mutig genug sind, einen Rookie einzusetzen." Gerade in Werksteams sei eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten.

Traditionell führt der Weg in die MotoGP häufig über ein Satelliten- oder Kundenteam. Doch auch dort seien die Voraussetzungen unterschiedlich. Brivio weiß: Einige Hersteller nutzen ihre unabhängigen Teams gezielt als Nachwuchsplattform, andere lassen ihnen deutlich mehr Freiheiten bei der Gestaltung eigener Programme.

Entsprechend komplex sei der Fahrermarkt. "Sicher ist für mich: Manu verdient einen Platz in der MotoGP", betont Brivio. Sollte der Sprung 2027 dennoch nicht gelingen, rät er dem Spanier zur Geduld. "Ich würde noch ein Jahr weitermachen und schauen, was passiert. Früher oder später ergibt sich eine Gelegenheit."

Die Aussagen kommen in einer Phase, in der auch die Zukunft von Raul Fernandez weiterhin Gegenstand von Spekulationen ist. Der Spanier erlebt bei Trackhouse derzeit eine starke Saison und hatte zuletzt mit einem Sprintsieg in Mugello für beeindruckt.

Davide Brivio lobt Raul Fernandez

Vor dem Ungarn-Wochenende lag das US-Team auf Rang zwei der Teamwertung, während Fernandez und Rookie Ai Ogura regelmäßig um Spitzenplatzierungen kämpften.

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Art und Weise, wie Fernandez mit der Unsicherheit über seine Zukunft umgeht. Während solche Situationen viele Fahrer belasten können und in ihrer Performance eher bremsen, scheint der Spanier zusätzlichen Antrieb daraus zu ziehen. Brivio zeigt sich davon beeindruckt.

"Ich würde nicht sagen, dass ich überrascht bin, aber ich freue mich zu sehen, dass er sein Potenzial auch unter Druck und in einer schwierigen Situation abrufen kann", sagt er und verrät, das beide bereits in Mugello über das Thema gesprochen hätten.

Brivios Rat an seinen Fahrer fiel dabei denkbar klar aus: Fernandez solle sich auf seine Arbeit auf dem Motorrad konzentrieren, Rennen fahren und möglichst gute Ergebnisse erzielen. Die Verantwortung für Vertragsgespräche und Zukunftsfragen liege bei Management und Teamführung und damit außer seiner Kontrolle.

"Du kannst ein Motorrad fahren. Du kannst versuchen, ein Rennen zu gewinnen. Du kannst versuchen, ein gutes Ergebnis zu holen. Darauf musst du dich konzentrieren", schildert Brivio seine Botschaft. Alles andere müssten die Menschen im Hintergrund regeln. Nach Ansicht des Italieners setzt Fernandez diese Vorgabe derzeit nahezu perfekt um. "Er macht das brillant, und das sollte sich auszahlen."

Ob dies am Ende auch zu einer langfristigen Zukunft bei Trackhouse führt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Während im Fahrerlager intensiv über mögliche MotoGP-Plätze für Gonzalez diskutiert wird, liefert Fernandez derzeit genau die Art von Antworten, die sich Teamchefs auf der Strecke normalerweise wünschen.

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