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Rookie schlägt Werkspilot: Bulega setzt Ausrufezeichen im Valencia-Test

Nach einem schwierigen Rennwochenende überrascht Nicolo Bulega beim Valencia-Test mit Platz acht, und das noch vor Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia

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Ohne Druck und mit mehr Ruhe: Nicolo Bulega fuhr beim Test stark auf

Foto: Getty Getty

Nicolo Bulega hat beim MotoGP-Test in Valencia eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Der Italiener, der die letzten beiden Grands Prix als Ersatz für den verletzten Marc Marquez bestritt, beendete den Test auf Rang acht (+0,288 Sekunden), noch vor Ducati-Teamkollege Francesco Bagnaia.

Nach einem seinem zweiten MotoGP-Rennwochenende innerhalb von zwei Wochen war der Test für den Italiener eine regelrechte Befreiung: "Heute war es ein sehr großer Test für mich, weil ich endlich ein paar Runden ohne Druck fahren konnte."

An den Wochenenden sei es "immer schwierig, weil du keine Zeit hast und in jeder Session schnell sein musst". Die feuchte Strecke am Vormittag durchkreuzte zwar das geplante Programm, doch die langen, ruhigen Runs am Nachmittag halfen enorm.

"Ich habe mit meinem Team gesprochen, ein paar Verbesserungen gemacht und war am Ende des Tages viel schneller und selbstbewusster mit dem Bike." Seine schnellste Runde sei sogar noch ausbaufähig gewesen: "Ich habe einen Fehler gemacht, es hätten zwei Zehntelsekunden weniger sein können."

Schwieriges Rennwochenende, kleine Fortschritte

Der Test passte perfekt in eine intensive Valencia-Woche, in der Bulega viel Lernarbeit zu bewältigen hatte. Noch am Freitag betonte er: "Valencia ist eine sehr technische Strecke, mit wenig Zeit zwischen den Kurven. Ich brauche Zeit, um mich anzupassen."

Auch die vielen technischen Systeme der Ducati machten das Ganze nicht leichter: "Es war ein bisschen besser als vergangene Woche, aber wenn etwas besser wurde, wurde anderes schlechter." Die Bremsperformance mit den Michelin-Reifen bleibe für ihn ein zentrales Thema: "Ich muss immer noch nachdenken."

Am Samstag fand der Italiener dann etwas mehr Sicherheit: "Ich fühle ein bisschen mehr Vertrauen am Kurveneingang, aber nicht in Schräglage und auf der Bremse. In der letzten Phase zum Einlenken fehlt mir das Vertrauen für die Front."

Dennoch rücke er Schritt für Schritt näher: "Ich bin nicht weit weg, nur eine Sekunde hinter der besten Ducati in der Quali. Für mein zweites Wochenende ist das nicht zu viel."

Von Genießen könne aber noch keine Rede sein: "Ich denke noch zu viel, fahre nicht natürlich. Wenn ich frei fahren kann, werde ich es mehr genießen." Dazu kam es am Sonntag jedoch nicht. Ohne Grip war nicht viel möglich: "Ich hatte von Beginn an null Hinterradgrip, nur Spin und kam nicht vorwärts. Ein komisches Gefühl."

Immerhin suchte er bereits im Laufe des Wochenendes den Austausch mit seinem ehemaligen Superbike-Kollegen Toprak Razgatlioglu, der für den Valencia-Test bereits vor Ort war. "Wir kämpfen beide mit der Front und müssen die Michelin-Reifen anders fahren. Wir haben uns ausgetauscht und waren uns einig."

Test als Wendepunkt und Lob von Bagnaia

Trotz der Probleme reichte es im Rennen - wie schon bei Bulegas erstem Einsatz in Portimao - für einen WM-Punkt. Im Test wendete sich schließlich das Blatt und der Ducati-Ersatzpilot wirkte erstmals wie ein Fahrer, der in der MotoGP ankommt.

"Ich beginne die MotoGP ein bisschen mehr zu fühlen", bestätigte Bulega selbst. Er fuhr sich frei, bekam Struktur ins Programm und ging "mit einem größeren Lächeln" nach Hause.

Dass er am Ende sogar vor Bagnaia landete, sorgte für Schlagzeilen. Doch der Doppelweltmeister reagierte gelassen auf den Vergleich. "Ich kümmere mich nicht darum, was die Leute denken oder sagen", stellte Bagnaia klar. "Nicolo hatte einen sehr guten Tag. Er hat gut gearbeitet, und seine Runde war wirklich stark."

Bei ihm selbst sei mehr drin gewesen: "Ich weiß, dass meine Zeitattacke sehr gut hätte werden können, aber ich hatte keine Chance, denn ich bin gestürzt." So landete Bagnaia am Ende zwei Positionen und sieben Hunderstel hinter Bulega.

Dieser wird schon jetzt von manchen als möglicher Nachfolgekandidat für den Ducati-Werksplatz 2027 gehandelt. Zwar betont der Italiener, dass sein Hauptziel zunächst der Superbike-Titel sei. Doch seine Rolle als Ducati-Testfahrer, die er 2026 parallel zu seinen Superbike-Verpflichtungen ausüben wird, sei enorm wichtig.

"Ducati hat mich gewählt, weil ich mit den Pirelli-Reifen [ab 2027 auch in der MotoGP] ein gutes Gefühl habe. Für mich wäre es ein Traum, 2027 in der MotoGP zu debütieren, und die Tests im nächsten Jahr helfen mir, mich darauf vorzubereiten."

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