Rossi besorgt über Reifen: "Geht darum, wer weniger leidet"

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Rossi besorgt über Reifen:
Autor: Maria Reyer
Co-Autor: Oriol Puigdemont
03.08.2018, 17:21

Valentino Rossi sorgt sich über den Reifenverschleiß seiner Yamaha M1 in Brünn - Maverick Vinales ist ebenfalls noch unzufrieden mit seinem Gefühl auf dem Bike

Das Yamaha-Werksteam hat es beim Trainingsauftakt in Tschechien nicht in die Top 5 geschafft. Die schnellste Yamaha war etwas überraschend Tech-3-Rookie Hafizh Syahrin, der sich am Nachmittag auf den vierten Gesamtrang verbesserte. Maverick Vinales und Valentino Rossi fühlten sich bei Temperaturen um die 50 Grad Celsius auf dem Kurs nicht sonderlich wohl. Sie beenden den ersten Tag in Brünn auf den Rängen sechs und sieben. Das Q2-Ticket hätten die beiden zwar gelöst, allerdings sorgt sich der "Doktor" um den hohen Reifenverschleiß, der der M1 im Rennen zum Verhängnis werden könnte.

"Das war ein schwieriger Tag, die Bedingungen waren wirklich am Limit", schildert der 39-Jährige. Bereits am Vormittag wurden am Asphalt über 30 Grad gemessen, im Laufe des Tages stieg das Quecksilber auf den Spitzenwert von 51 Grad. Auch die Lufttemperatur lag den gesamten Tag über bei rund 30 Grad. "Es war daher schwierig, das Bike am Maximum zu bewegen. Die Strecke war sehr wellig, in einem etwas schlechteren Zustand als im Vorjahr", berichtet der neunfache Weltmeister außerdem.

Rossi konnte sich mit einer 1:56.480 Minuten gefahren im zweiten Training nur um vier Zehntelsekunden gegenüber dem Vormittag steigern. Eine halbe Sekunde fehlte ihm somit auf die Bestzeit von Dani Pedrosa. Insgesamt spulte der Italiener 28 Runden ab. "Ich hatte kein fantastisches Gefühl auf der Maschine, besonders vorne. Dennoch ist unser Hauptproblem der Reifenverschleiß am Hinterrad", muss Rossi wieder einmal feststellen. Bereits seit dem Vorjahr plagt ihn dieses Problem.

Reifenmanagement "Schlüssel für das Podium"

Am Vormittag konzentrierte er sich auf die Reifenmischungen Soft-Medium, am Nachmittag fuhr er zwei Runs auf Medium-Medium und den letzten mit dem weichen Hinterreifen. "Hier baut der Hinterreifen stark ab. Nach drei, vier Runden verliert man viel Grip und das Rad dreht durch. Dann kann man die Pace kaum noch halten." Rossi weiß, dass alle Piloten unter den Bedingungen leiden, allerdings scheint das Problem bei Yamaha größer zu sein. "Es geht nur darum, wer weniger leidet."

"Mit einem frischen Reifen sind die ersten zwei Runden schnell, da ist es einfach, die Zeit zu verbessern. Aber man muss den Reifen 21 Runden lang am Leben halten, das ist der Schlüssel für das Podium", glaubt der Routinier. "Und da geht es um die Frage, wer am Hinterreifen am wenigsten stark leidet. Die Strecke ist ziemlich lang, wodurch sich der Reifen noch höher verschleißt." Während fast alle Konkurrenten auch den harten Pneu von Michelin ausprobiert haben, hat sich Rossi das für Samstag aufgespart.

Geht es nach Tech-3-Fahrer Johann Zarco, dann dürfte das auch der Rennreifen werden. Der Franzose konnte mit seiner Bestzeit im ersten Training aufzeigen, im zweiten Training experimentierte er allerdings mit den Reifen und fiel zurück. Er wurde in der Gesamtwertung Neunter. Rossi-Teamkollege Maverick Vinales schaffte hingegen eine 1:56.392 Minuten, er war um 0,088 Sekunden schneller als der Italiener.

Vinales: "Sind nicht weit weg"

Auch Vinales berichtet von stark verschleißenden Reifen. Im ersten Training fand er überhaupt nicht in den Rhythmus und wurde nur 14. Sein Reifen sei völlig zerstört gewesen, er habe sich auf der M1 überhaupt nicht wohlgefühlt. Schon bei der kleinsten Berührung des Gashebels sei er ins Rutschen gekommen, schildert der Spanier später.

Er verwendete zweimal die Kombination Soft-Medium und einmal den Medium-Vorderreifen. Am Nachmittag packte er schließlich den harten Reifen aus, auf dem ihm drei mittlere 1:57er-Zeiten gelangen. Zum Vergleich: Marc Marquez konzentrierte sich nur auf den harten Reifen, ihm gelangen hohe 1:56er-Zeiten. Danach versuchte er noch einen Versuch auf Hard-Medium und einen auf Medium-Soft. Sein Fazit: "Bei diesen Temperaturen ist es schwierig, das Bike zum Arbeiten zu bringen. Wir haben noch viel Verbesserungsspielraum. Ich bin aber glücklich mit unserem Rhythmus. Wir sind nicht weit weg."

Mit zusätzlichen Informationen von Jamie Klein

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