Sachsenring-Sieg? Aprilia winkt ab, Marquez fürchtet nur einen Gegner
Aprilia traut sich auf dem Sachsenring keinen Sieg zu - Ai Ogura und Raul Fernandez peilen nur die Top 6 an - Marc Marquez sieht als einzigen Rivalen nur seinen Körper
Marc Marquez nennt seine körperliche Verfassung als seinen größten Rivalen
Foto: Alexander Trienitz
Nach zwei Siegen von Marc Marquez im Balaton Park und in Brünn dominierte zuletzt in Assen Aprilia und vor allem das Satellitenteam Trackhouse das Geschehen. Im Sprint triumphierte Raul Fernandez vor Ai Ogura und im Grand Prix holte Ogura vor Fernandez seinen ersten Sieg. Marquez nahm aus "der Kathedrale" die Plätze sechs und sieben mit.
Die Aprilia-Fahrer glauben aber nicht, dass sie an diesem Wochenende auf dem Sachsenring eine ähnliche Performance zeigen können. "Unser Ziel für dieses Wochenende ist es, unter den ersten sechs zu landen", sagt Ogura.
Seine Begründung für dieses "Tiefstapeln" lautet: "Der Sachsenring war für mich immer eine knifflige Strecke. Ich erinnere mich, dass wir im vergangenen Jahr hier ziemlich zu kämpfen hatten, also ja, Top 6."
Oguras Teamkollege Fernandez bewertet die Chancen recht ähnlich. Auch er glaubt, dass er auf dem Sachsenring nicht um den Sieg kämpfen kann: "Es ist nicht die gleiche Art Strecke wie Assen, hier ist Ducati vielleicht etwas stärker als wir."
Und wie kommt der Spanier zu dieser Vorahnung? "Also, was ich in Assen gesehen habe, ist, dass unser Motorrad in den schnellen Kurven einen kleinen Unterschied macht."
"Aber bei den Stop-and-Go-Passagen kann ich sagen, dass Ducati im Vergleich zu uns etwas mehr hat. Und das hier ist eine Strecke, die nicht wirklich viele schnelle Kurven hat. Es ist mehr eine Stop-and-Go-Strecke."
"Aus diesem Grund, und auch weil Marc hier so um die zehn Siege hat, kann ich sagen, dass das eine Marc-Strecke ist", so Fernandez, der klar sagt: "Ducati und Marc sind die Referenz."
Als Ducati-Teamkollege von Marquez kann Francesco Bagnaia anhand der Daten genau sehen, was der amtierende Weltmeister auf dem Sachsenring so außergewöhnlich macht.
"Auf der linken Seite hat er hier keine Schwachstellen. Ich denke, er ist mit Abstand der Mann, den man schlagen muss", nennt auch Bagnaia Marquez als Favoriten für den Sachsenring. "Aber wenn wir gut arbeiten, können wir ihm nahekommen."
"Ich muss jedoch noch etwas Extra finden, um mit ihm mitzuhalten. Diese Strecke ist nicht meine Lieblingsstrecke, aber ich war hier immer gut. Ich hatte hier einige gute Ergebnisse. Wenn ich um das Podium kämpfen kann, wäre das gut."
Marquez: "Größter Rivale meine körperliche Verfassung"
Im Vorfeld wird Marquez von allen Seiten als der große Favorit für den Sachsenring genannt. Würde er tatsächlich gewinnen, wäre es auf dieser Strecke bereits sein zehnter MotoGP-Sieg. Er würde einige Rekorde von Giacomo Agostini brechen.
Auf die Frage, wie man auf dem Sachsenring so schnell sein kann, antwortet Marquez: "Fragt 'Diggia', der den Rundenrekord hat. Ich habe den Rundenrekord nicht." Fabio Di Giannantonio hält den Rekord mit 1:19.071 Minuten, aufgestellt 2025.
"Ich meine", setzt Marquez seine Antwort auf diese Frage ernsthaft fort, "in den Linkskurven fahre ich normalerweise besser. Im ersten Teil der Saison stimmt es, dass ich auch in den Linkskurven nicht gut war."
"Aber jetzt fange ich an, mich zumindest in den Linkskurven immer besser zu fühlen. Wir werden sehen, ob ich ein gutes Wochenende zeigen kann. Mein größter Rivale, oder worüber ich mir am meisten Sorgen mache, ist meine körperliche Verfassung."
"Um den Rest sorge ich mich nicht. Es ist wahr, dass Assen eine Mentalität war, hier ist es eine andere Mentalität. Man startet mit FT1 und versucht zu verstehen, wo das Niveau liegt, aber ich würde gerne um das Podium kämpfen", nimmt Marquez das Wort Sieg aber nicht selbst in den Mund.
Bezzecchi steckt Assen-Crash noch in den Knochen
Der Sachsenring wird für Marco Bezzecchi zu einem Rennwochenende, das er nach seinem schweren Sturz in Assen überstehen muss, damit er sich anschließend in der dreiwöchigen Sommerpause in Ruhe erholen kann.
"Körperlich bin ich sehr weit von 100 Prozent entfernt", sagt der Aprilia-Werksfahrer. "Also ist das Ziel für mich im Moment kein normales Ziel für ein Wochenende. Ich hoffe, gut abzuschneiden."

Marco Bezzecchi will nach seinem schweren Sturz von Tag zu Tag denken
Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images
"In meinen Gedanken ist nur, dass ich versuche, am Freitag auf das Motorrad zu steigen, und hoffentlich fühle ich mich gut. Ich muss insgesamt meine Energie, mein Alles für das ganze Wochenende einteilen."
Besteht theoretisch die Möglichkeit, dass Bezzecchi das Wochenende vorzeitig beendet? "Nun, ich werde sehen. Ich hoffe nicht, aber man weiß nie. Ich würde die erste Saisonhälfte gerne mit einem guten Ergebnis abschließen."
"Aber im Moment ist das nicht das Ziel. Das Ziel ist zu sehen, wie ich mich am Freitag fühle. Dann sprechen wir Freitagabend, und ich sage euch, was ich mir für Samstag erwarte, und so weiter bis Sonntag."
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