Schon 20 Stürze: So erklärt Johann Zarco seine vielen Abflüge
Johann Zarco führt trotz starker Saisonphase die Sturzstatistik der MotoGP 2025 an - Der Honda-Pilot erklärt, warum er zuletzt an Konstanz eingebüßt hat
Johann Zarco auf Abwegen: 2025 leider kein seltenes Bild
Foto: Alexander Trienitz
Johann Zarco ist in der MotoGP-Saison 2025 weiterhin der bestplatzierte Honda-Pilot in der Gesamtwertung. Dennoch hat der Franzose seit dem Grand Prix von Silverstone, wo er starker Zweiter wurde, spürbar an Konstanz eingebüßt.
Besonders sichtbar wird das in einer Statistik, die jeder Fahrer lieber meidet: Mit inzwischen 20 Stürzen führt der LCR-Honda-Pilot die Crash-Liste an und hat damit schon jetzt mehr Abflüge gesammelt als in der kompletten Saison 2024, wenngleich nicht alle Zwischenfälle vom Franzosen selbst verschuldet wurden.
Auf die Ursache für die Häufung angesprochen, betont Zarco: "Wir sind die meiste Zeit im Training gestürzt, während ich in den Rennen versucht habe, ins Ziel zu kommen."
Der Ansatz: Wer sonntags Punkte holen will, müsse freitags und samstags die Grenzen ausloten. Gleichzeitig räumt Zarco ein, dass genau dieses Ausloten zuletzt zu oft übers Limit hinausging. Zentral sei dabei ein Charakterzug der 2025er-Honda.
Zarco formuliert es so: "Wir haben meiner Meinung nach eine sehr starke Front am Motorrad. Aber wenn das der einzige gute Punkt ist, versuchen wir ihn mehr zu nutzen, als wir sollten. Und ich denke, das war der Grund für den ein oder anderen Sturz."
Die naheliegende Nachfrage, ob er deshalb künftig vorsichtiger agieren werde, beantwortet Zarco klar: "Nein, weil wir pushen müssen. Das ist unsere Arbeit." Aber natürlich sei das Ziel, "zu pushen, ohne zu stürzen". Dabei soll ihm auch die Erfahrung aus den bisherigen Abflügen helfen: "Ich versuche, daraus zu lernen."
Sportlich bleibt die Rechnung brutal simpel. Denn jeder Abflug kostet Trainingszeit, Rhythmus, manchmal auch Startpositionen und im schlimmsten Fall das Vertrauen, das für die entscheidende Q2-Runde oder die ersten Rennrunden so wichtig ist.
Dass es auch ganz ohne Stürze geht, zeigt Zarcos Honda-Markenkollege Luca Marini, der in dieser Saison bisher keinen einzigen Ausrutscher zu verzeichnen hatte. Allerdings fehlte er auch an drei Wochenenden verletzungsbedingt, nachdem er ausgerechnet in Vorbereitung auf die 8h von Suzuk schwer gestürzt war.
Wieder genesen lief er Zarco den Rang des besten Honda-Piloten zuletzt ab, als er beim Grand Prix von Ungarn Vierter im Sprint und Fünfter im Rennen wurde. Beide, Marini und Zarco, wurden am Montag von Honda und LCR für 2026 bestätigt.
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