Schrecksekunde für Fabio Quartararo in Silverstone: "Hatten heute großes Glück"

WM-Leader Fabio Quartararo stürzt im FT2 und hält sich danach den Knöchel: Nach einem Besuch im Medical Center überrascht der Yamaha-Pilot mit der Bestzeit

Schrecksekunde für Fabio Quartararo in Silverstone: "Hatten heute großes Glück"

Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo erlebte beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone einen Freitag voller Höhen und Tiefen. Im FT2 am Nachmittag (zum Trainingsbericht) sorgte der WM-Leader für eine Schrecksekunde, als er in Kurve 8 spektakulär stürzte.

Der harte Hinterreifen verlor in der Mitte der Kurve schlagartig die Haftung und Quartararo verhinderte einen Highsider, indem er das Motorrad losließ. Beim Sturz wurde sein linkes Bein eingeklemmt und der Knöchel verdreht. Unmittelbar nach dem Sturz hielt sich Quartararo den Knöchel und signalisierte, dass er nicht aufstehen kann. Doch wenig später stand der Yamaha-Pilot wieder auf eigenen Beinen.

Damit war das FT2 für Quartararo aber noch nicht vorbei. Nach einem Besuch im Medical Center fuhr der Yamaha-Pilot erneut auf die Strecke und holte sich die Bestzeit. Quartararo fuhr eine halbe Sekunde schneller als seine Verfolger und setzte damit ein starkes Zeichen.

Keine Verschnaufpause nach dem Sturz

Nach der Session realisierte Quartararo, wie schnell alles ablief: "Es war gut, dass ich mich in Eile befand. Ich hatte keine Zeit, um mich auszuruhen. Ich stürzte, wollte wieder auf das Motorrad, doch der Marshall sagte mir, dass ich zuerst ins Medical Center muss, bevor ich wieder fahren kann."

 

"Ich ging ins Medical Center und kehrte dann auf die Strecke zurück. Es ging alles ganz schnell. Ich realisierte nicht, dass ich gestürzt war. Ich befand mich auf einer Mission und wollte Runden fahren. Es war positiv, weil wir schnell waren. Ich bin mit dem FT2 sehr zufrieden, wenn man den Sturz ausklammert", so der Franzose.

Die TV-Aufnahmen des Sturzes zeigen, wie stark der linke Knöchel überdehnt wurde. "Es ist alles okay. Beim Fahren habe ich keine besonders großen Schmerzen", gibt Quartararo Entwarnung und ärgert sich über das Experiment mit dem harten Hinterreifen.

Quartararo ärgert sich über riskantes Experiment mit den Reifen

"Der harte Hinterreifen war bei diesen Bedingungen ein Desaster. Ich war bereits einige Male zuvor kurz davor, zu stürzen", berichtet Quartararo. "Es war ein Fehler, den harten Reifen bei diesen Bedingungen zu testen. Es war riskant."

"Es war wichtig für uns, nach dem Sturz gute Runden mit dem Medium-Reifen zu fahren. Ich fühlte mich schnell, fuhr aber nicht am Limit. Ich habe ein großartiges Gefühl", schildert der Yamaha-Pilot und erwartet, dass er am Samstag fahren kann: "Ich werde morgen Vormittag sicher Schmerzen haben, doch das gehört dazu."

Beim Sturz hatte Quartararo großes Glück, sich rechtzeitig vom Motorrad zu trennen. Ein klassischer Highsider hätte den Franzosen im hohen Bogen vom Motorrad geschleudert. "Ich ließ das Motorrad im bestmöglichen Moment los. Bei einem richtigen Highsider wäre ich richtig hoch geflogen", ist sich der Franzose bewusst.

"Das wäre schmerzvoller gewesen. Es kann immer noch schlimmer kommen. Wir hatten heute großes Glück. Ich werde auf Grund dieses Sturzes aber nicht mit mehr Sicherheitsreserven fahren", kündigt Quartararo an und strebt am Samstag die Poleposition an.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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