Selbstvertrauen verloren: Warum Ogura nicht mehr vorne dabei ist
Ai Ogura sorgte zu Beginn seiner MotoGP-Rookiesaison für Furore - Nach Stürzen und einer Verletzung kämpft er nun mit verlorenem Selbstvertrauen
Vom Weg abgekommen: Ai Ogura muss zu seiner Frühform zurückfinden
Foto: Trackhouse Trackhouse
Ai Ogura startete als MotoGP-Rookie furios in die Saison 2025. Bereits beim Auftakt in Thailand sorgte er für Aufsehen, als er im Qualifying den fünften Startplatz eroberte und im Sprint als Vierter nur knapp das Podest verfehlte. Im Hauptrennen belegte er schließlich Rang fünf.
Es war ein Einstand, der an die glanzvollen Debüts großer Namen wie Marc Marquez erinnerte. Auch in den folgenden Rennen etablierte sich der Japaner zunächst in der erweiterten Spitze und war in der WM sogar bestplatzierter Aprilia-Fahrer.
Doch nach diesem verheißungsvollen Auftakt kam der Einbruch. Es häuften sich Stürze und schwierige Qualifyings, in denen er das Potenzial seiner Aprilia nicht mehr umsetzen konnte. Ein Umstand, der an seinem Selbstvertrauen nagte, wie Ogura, abgesprochen auf seine Probleme, selbst einräumt.
Ogura gibt zu: Mein Vertrauen hat gelitten
"In meinem Fall ist es einfach eine Sache des Vertrauens. Dieses Jahr hatte ich viele seltsame Zwischenfälle, die mir das Vertrauen genommen haben. Es ist wirklich schwer, sich in der besten Verfassung zu halten", gesteht der Trackhouse-Pilot.
Hinzu kam eine Verletzung, die seine Entwicklung abrupt stoppte und ihn für einige Zeit außer Gefecht setzte. Ende Mai stürzte Ogura im FT1 zum Grand Prix von Großbritannien in Silverstone schwer. Dabei zog er sich eine Fraktur am oberen Ende des rechten Schienbeins zu und musste das gesamte Wochenende aussetzen.
In Barcelona wurde eine minimalinvasive Operation durchgeführt, bei der ein disloziertes Knochenfragment entfernt wurde. Zwar verlief der Eingriff erfolgreich, doch die Genesung dauerte länger als erhofft. Auch in Aragon konnte Ogura nicht starten, da er von den Rennärzten keine Freigabe erhielt.
Erst in Mugello kehrte er zurück und schaffte dort eine Top-10-Platzierung, die für ihn ein wichtiges Signal war. Doch trotz dieses Comebacks bleibt die Situation schwierig.
Insgesamt zwölfmal ist der Rookie in dieser Saison bisher gecrasht. "Wenn es nur einen merkwürdigen Sturz gibt, verlierst du sofort Vertrauen. Für mich dreht sich alles um dieses Vertrauen. Und das ist im Moment ziemlich schwierig." Auf die Frage, wie er es wiedergewinnen könne, sagt er: "Zeit und Performance."
Qualifying bleibt Achillesferse des Rookies
Auch im Qualifying sucht Ogura noch nach einem Durchbruch. Am Balaton-Wochenende, als er nicht über den letzten Startplatz hinauskam, schilderte er seine Schwierigkeiten: "Ich weiß nicht, warum. Selbst mit einem frischen weichen Reifen im Qualifying konnte ich keinen Unterschied zu den gebrauchten spüren."
"Ich habe nur zwei Zehntelsekunden von FT2 bis zum Qualifying gefunden. Es war ein seltsames Gefühl. Im Rennen konnte ich zwar mit den anderen Fahrern mithalten, aber im Zeittraining ist es für mich sehr schwierig", erklärt der Japaner.
"Wenn du über 100 Prozent gehst, verlierst du Zeit, aber du musst trotzdem am Limit fahren - 99 oder 100 Prozent. Nur 90 Prozent gehen nicht. Dieses Gefühl fehlt mir noch."
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