Sicherheitsbedenken vor Ungarn-GP: "Hoffen, dass dort niemand stürzt"
Die MotoGP kehrt nach Ungarn zurück, doch die Diskussionen um die Sicherheit des Balaton Park sind längst nicht verstummt - Nachgebessert wurde nur beim Kies
Wird es das letzte Mal für die MotoGP auf dem Balaton Park Circuit?
Foto: Gold and Goose / Motorsport Images
Vor dem Grand Prix von Ungarn steht erneut die Sicherheit des Balaton Park Circuit im Fokus. Bereits bei der Premiere der Strecke im Vorjahr hatten mehrere MotoGP-Piloten Kritik am Layout und den engen Schikanen geäußert.
Auch vor dem diesjährigen Rennwochenende beschäftigen die Thematik und mögliche Verbesserungen die Fahrer. Honda-Pilot Luca Marini bestätigt, dass die umstrittene Passage, in der Enea Bastianini 2025 zu Boden ging und dabei zurück auf die Ideallinie rutschte, in der Sicherheitskommission diskutiert wurde.
Konkrete Änderungen am Streckenverlauf wird es jedoch nicht geben. "Wir hatten ein Gespräch darüber, aber man hat uns gesagt, dass es so bleiben wird", erklärt der Italiener.
Immerhin seien kleinere Anpassungen am Kiesbett vorgenommen worden: "Sie haben versucht, den Kies etwas zu verbessern. Mal sehen. Ich glaube, jeder hofft, dass dort niemand stürzt." Grundsätzlich bewertet Marini den Kurs differenziert.
Die Strecke sei "etwas Einzigartiges, etwas anderes", sagt er. Zwar gehöre sie nicht zu den klassischen MotoGP-Rennstrecken, doch der Kalender führe die Fahrer rund um die Welt. "Am Ende ist das Wichtigste, dass die Strecke sicher ist. Es spielt keine Rolle, ob sie gut oder hässlich ist", betont der Honda-Fahrer.
Umzug auf den Hungaroring für 2027?
Auch Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia macht deutlich, dass von vornherein keine größeren Umbauten zu erwarten waren. Nach seinen Informationen handelt es sich bei der aktuellen Anlage ohnehin nur um eine Übergangslösung.
"Sie haben nichts verändert, weil es eine provisorische Strecke ist", sagt der Italiener. Für die kommende Saison sei ein Umzug auf eine andere Strecke vorgesehen, weshalb umfangreiche Änderungen am bestehenden Layout kaum sinnvoll gewesen seien. Dem Vernehmen soll es sich dabei um den Hungaroring handeln.
Bagnaia zeigt sich dennoch verwundert über die Streckenführung: "Es ist seltsam, weil hier sehr viel Platz vorhanden ist und sie trotzdem eine sehr ungewöhnliche Strecke gebaut haben." Letztlich müsse das Fahrerfeld die Situation akzeptieren. "So ist es nun einmal. Wir werden noch eine weitere Saison überstehen", so Bagnaia.
Für 2027 hofft er mit einem potenziellen Umzug auf Besserung, denn für den zweifachen Weltmeister steht fest: "Mugello ist die beste Strecke der Welt, das hier die schlechteste."
Bastianini: "Sicherheit hat oberste Priorität"
Bastianini von Tech3-KTM, der sich bereits nach seinem Sturz im Vorjahr kritisch zur Strecke äußerte, sieht die besagte Schikane weiterhin als "für uns problematisch" an. "Aber wir haben in Mugello über die Sicherheit der Fahrer gesprochen und ich hoffe, dass sich ab jetzt für die Zukunft etwas ändert", so der Italiener.
Auch ihm sei gesagt worden, dass der Streckenbetreiber in dem Abschnitt zusätzlichen Kies aufgebracht habe. Ob das ausreiche, wolle er sich allerdings zunächst selbst ansehen.
Für Bastianini bleibt die Sicherheit der Fahrer das entscheidende Thema": Sicherheit hat für uns unter allen Umständen Priorität." Dabei verweist er auch auf die besonderen Anforderungen der MotoGP-Maschinen im Vergleich zu anderen Rennserien.
Eine hundertprozentige Sicherheit sei im Motorsport zwar unmöglich, "aber wir müssen das Maximum erreichen, das möglich ist", mahnt der Tech3-Fahrer und betont die Notwendigkeit weiterer Gespräche über Verbesserungen in der Zukunft.
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