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Silverstone: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Silverstone: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat
Autor:
26.08.2019, 07:20

Crash mit Markenkollege (und Nachfolger?) Miguel Oliveira – Warum es für Johann Zarco und KTM vielleicht besser wäre, wenn man schon jetzt getrennte Wege gehen würde

Liebe Motorradfreunde,

im Schatten des spektakulären Duells zwischen Marc Marquez und Alex Rins um den Sieg beim Grand Prix von Großbritannien gab es einige Fahrer, die hinter den Erwartungen geblieben sind. In unserer traditionellen Montagskolumne wählen wir immer eine Person aus, die im übertragenen Sinne schlecht geschlafen hat. Und nach Silverstone kommen dafür einige infrage, die sich deutlich mehr erwartet hätten.

Valentino Rossi hätte sich zum Beispiel sicher mehr als den vierten Platz erwartet. Nach den Trainings schien ein Podestplatz und vielleicht sogar eine Siegchance nicht ausgeschlossen zu sein. Aber im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Maverick Vinales baute der Hinterreifen zu stark ab. Platz vier war aufgrund der Umstände noch ein akzeptables Ergebnis. Es wäre eventuell aber mehr drin gewesen.

Cal Crutchlow, Team LCR Honda, Danilo Petrucci, Ducati Team, Jack Miller, Pramac Racing

Cal Crutchlow, Team LCR Honda, Danilo Petrucci, Ducati Team, Jack Miller, Pramac Racing

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Cal Crutchlow wäre auch ein Kandidat, denn Rang sechs beim Heimrennen entsprach sicher nicht seinen Erwartungen – und den Erwartungen seiner Fans auf den Tribünen. Und der siebte Platz von Danilo Petrucci ist auch kein rühmliches Ergebnis für einen Ducati-Werksfahrer. Das gilt auch für Jack Miller, der aus seinem Startplatz in der ersten Reihe nur einen achten Rang gemacht hat. Silverstone war eine herbe Schlappe für Ducati.

Und auch Jorge Lorenzo hat sich das ganze Wochenende nicht mit Ruhm bekleckert. Wobei eigentlich jedem klar sein muss, dass es nach einer Verletzungspause von mehr als zwei Monaten auch für einen dreimaligen MotoGP-Weltmeister nicht einfach ist, auf Anhieb wieder konkurrenzfähig zu sein. Vor allem, wenn man bedenkt wie konkurrenzfähig das Feld derzeit ist. Warten wir ab, wie es ihm in drei Wochen in Misano gehen wird.

Zarco schießt Oliveira aus dem Rennen

Eine bemerkenswerte Szene spielte sich in der neunten Runde ab. In Kurve 14 versuchte Johann Zarco mit einem optimistischen Manöver Miguel Oliveira zu überholen. Das ging schief. Zarco krachte in die Seite des Portugiesen. Beide gingen zu Boden und waren ausgeschieden. Was ist wohl Pit Beirer und Stefan Pierer durch den Kopf gegangen, als sie diese Szene im Fernsehen gesehen haben?

Sturz: Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing, Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

Sturz: Johann Zarco, Red Bull KTM Factory Racing, Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Dass ein Fahrer einen Markenkollegen aus dem Rennen nimmt, sollte nicht passieren. Und dass das ausgerechnet zwischen Zarco und Oliveira passiert ist, ist natürlich besonders pikant. Zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich großen Respekt vor Zarcos Entscheidung habe, die er in Spielberg getroffen hat. Aus eigenen Stücken KTM um eine Vertragsauflösung mit Saisonende zu bitten und vor einer komplett ungewissen Zukunft zu stehen, war sicher nicht einfach – aber wohl das Beste für beide Seiten.

Warum fährt man die Saison gemeinsam zu Ende?

Für mich ist aber nicht ganz nachvollziehbar, warum man die Saison noch gemeinsam zu Ende fährt. In Silverstone war Zarco zwar etwas näher an Pol Espargaro und Oliveira dran, aber der magische Knoten ist durch seine Entscheidung auch nicht geplatzt. Ob das in den verbleibenden Rennen passieren wird und Zarco ohne Druck plötzlich der schnellste KTM-Fahrer ist, halte ich auch für unwahrscheinlich.

Vielleicht wäre es das Beste, wenn sich Zarco im Herbst eine Auszeit nimmt, sich erholt und wieder einen klaren Kopf bekommt, damit er in Zukunft wieder durchstarten kann. Denn ohne Zweifel ist er ein großartiges Talent und ein sehr schneller Rennfahrer. Ich glaube, wir wünschen uns alle, dass wir ihn in baldiger Zukunft wieder frisch und konkurrenzfähig erleben und er im Spitzenfeld wieder Würze hineinbringt. Hoffentlich bekommt er von einem anderen Team eine Chance, denn es wäre sehr schade, wenn die große Karriere zu diesem Zeitpunkt vorbei wäre.

 

Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, welchen Sinn es für KTM macht, die Saison mit Zarco zu beenden? Klar, für Pit Beirer hat Loyalität einen sehr hohen Stellenwert. Das muss man ihm natürlich sehr hoch anrechnen, denn diese Qualität gibt es im Motorsport nicht bei allen Teams! Doch wenn man das Gesamtbild betrachtet, dann befindet sich KTM immer noch im Entwicklungsprozess, und die Gedanken an eine erfolgreiche Zukunft sind wichtig.

Denn wie viel kann Zarco in den verbleibenden sieben Rennen noch zum Entwicklungsprozess beitragen, mit dem Wissen, dass er Mitte November nach dem Valencia-Rennen aus der Box geht und nicht mehr zurückkommen wird? Wäre es für das Gesamtprojekt nicht vielleicht interessanter, wenn man stattdessen Mika Kallio auf das Motorrad setzt und mit ihm in den restlichen Rennen ein Entwicklungsprogramm mit Blick auf die nächste Saison abarbeitet?

KTM-Motorsportchef Beirer muss derzeit wichtige Entscheidungen treffen. Eine wesentliche Frage ist natürlich, wer im nächsten Jahr neben Espargaro im Werksteam fahren wird. Das kann eigentlich nur Oliveira sein, auch wenn er gerne bei Tech 3 bleiben würde.

Logisch wäre es, wenn man Oliveira ins Werksteam transferiert und für Tech 3 einen schnellen Mann aus der Moto2 holt. In den meisten Moto2-Verträgen gibt es Ausstiegsklauseln, wenn ein MotoGP-Team anklopft. Alex Marquez wäre sicher ein interessanter Kandidat.

Aber das ist momentan alles nur Spekulation. Lassen wir uns überraschen, welche Lösungen Beirer und die weiteren KTM-Entscheidungsträger finden werden. Mit Espargaro, Oliveira und Brad Binder haben sie für das nächste Jahr auf jeden Fall schon drei sehr gute Fahrer an Board.

Ihr,

Gerald Dirnbeck

P.s.: Die Kolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" finden Sie auf unserer Schwesterseite Motorsport-Total.com.

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