Stefan Bradl: "Ganz oben auf der Liste habe ich Andrea Dovizioso"

Laut Ex-Stammpilot Stefan Bradl steht den Motorrad-Fans eine weitere spannende MotoGP-Saison bevor – Konstanz wird der Schlüssel zum WM-Titel sein.

In der MotoGP-Saison 2018 schlüpft Stefan Bradl bei ServusTV erneut in die Rolle des Experten. Der ehemalige MotoGP-Stammpilot nahm bereits im Vorjahr das Mikro in die Hand und war bei drei Rennen vor Ort, um die ServusTV-Zuschauer mit Hintergrundinformationen zu versorgen. Den Job des TV-Experten mag Bradl. Abgesehen von den Kommentaren hilft er Honda als Testfahrer bei der Entwicklung der MotoGP-Maschine. Es winken Wildcard-Einsätze.

"Als Honda-Testfahrer bin ich natürlich sehr nah dran, kann viele Dinge aus dem Hintergrund erfahren und erkennen, wie Teams und Fahrer mit Drucksituationen umgehen. Lustig wird es dann, wenn ich selbst im Rennen zum Zug komme und eine Doppelfunktion als Pilot und Experte einnehme", kommentiert Bradl gegenüber 'ServusTV'.

Die Saison 2018 hält laut Bradl Spannung bereit und wird dem Krimi aus dem Vorjahr in nichts nachstehen: "Ich glaube, es geht in dieser Tonart weiter. Die Dominanz der jeweiligen Hersteller auf bestimmten Strecken hat abgenommen, alles verdichtet sich, zwischen dem ersten und dem 20. liegen teilweise nur 1,5 Sekunden. Für die Zuschauer ist die MotoGP eine Hammer-Show, die mit Abstand spannendste Motorsportserie der Welt. Genau das macht es für die Fahrer so schwierig. Wir können uns wieder auf ein Fingernägelbeißen bis zum Schluss gefasst machen."

Bei den drei Wintertests im neuen Jahr holten Ducati, Honda und Yamaha Bestzeiten. Wie aussagekräftig waren die Zeiten bei den Tests? "Sie sind ein Anhaltspunkt, nicht mehr. Große Überraschungen gab es nicht", kommentiert Bradl.

"Die üblichen Verdächtigen sind vorne, aber das Feld ist super eng zusammengerückt. Über die Saison gesehen ist Konstanz gefragt. Man muss nicht auf Teufel komm raus bei jedem Rennen um den Sieg fahren, sondern sollte sich auch mal mit einem zweiten oder dritten Platz begnügen und darauf achten, ins Ziel zu kommen", prophezeit der Zahlinger.

Dass der Saisonauftakt erneut auf dem Losail International Circuit stattfindet, begrüßt Bradl: "Eine interessante, technisch anspruchsvolle Strecke mit sehr langen Geraden - für den Auftakt perfekt. Durch die frühere Startzeit wird sie vermutlich weniger feucht und gefährlich sein als in den Jahren zuvor."

"Meiner Meinung nach ist der Asphalt zu alt, durch den hereinwehenden Wüstensand fühlt er sich wie Schmirgelpapier an", kritisiert der ehemalige Moto2-Weltmeister. "Wichtig werden Reifenmanagement und Abstimmung sein. Ducati und Yamaha kommt die Strecke vielleicht um einen Tick mehr entgegen als den anderen."
Und wen hat Bradl 2018 auf der Rechnung? "Ganz oben auf der Liste habe ich Andrea Dovizioso. Es ist aber wahnsinnig schwer, einen Tipp abzugeben. Schon beim ersten Freien Training wird man genau hinschauen müssen - nicht nur auf die Endzeit, sondern Runde für Runde", so der 28-Jährige.

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