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Sturzvideos: MotoGP-Fahrer wollen nicht zu viele Wiederholungen sehen

Der Sturz von Jorge Martin wurde mehrmals in Zeitlupe gezeigt - Für die Fahrer ist es eine Entwarnung, andererseits sollten Unfälle nicht in Dauerschlaufe laufen

Sturzvideos: MotoGP-Fahrer wollen nicht zu viele Wiederholungen sehen

Nach schweren Unfällen stellt sich oft die gleiche Frage: Wie viele Wiederholungen sollten im Fernsehen gezeigt werden? Solange nicht klar ist, wie schwer ein Fahrer verletzt ist, gibt es in der Regel keine Crashvideos im TV.

Sobald klar ist, dass es keine lebensbedrohlichen Verletzungen gibt, spielt die TV-Regie Wiederholungen des Unfalls aus unterschiedlichen Kameraperspektiven ein. Das sehen in der Regel auch die Fahrer, die nach der Unterbrechung in der Box warten.

Das war beim Portugal-Grand-Prix am Samstag im Vormittagstraining nach dem Sturz von Jorge Martin der Fall. Der Unterschied zu den Fernsehzusehern daheim ist, dass die Fahrer kurz darauf wieder voll konzentriert auf die Strecke fahren und Kopf und Kragen riskieren.

"Als sie den Sturz gezeigt haben, war das nicht schön anzusehen", findet Martins Pramac-Teamkollege Johann Zarco. "Es bedeutete aber auch, dass der Fahrer mehr oder weniger okay ist. Wenn es größere Probleme mit dem Fahrer gibt, dann zeigen sie den Unfall eigentlich nicht."

Deshalb ist es eine Art Entwarnung, wenn Wiederholungen des Sturzes gesendet werden. "Als sie den Sturz gezeigt haben, hat das für mich bedeutet, dass er bei Bewusstsein ist. Er hat sich im Kiesbett auch bewegt, also ist er nicht gelähmt", schildert Zarco seine Gedanken.

Johann Zarco, Jorge Martin

In Katar feierten die Teamkollegen Zarco (li.) und Martin (re.) ihre Podestplätze

Foto: Motorsport Images

"Es ist nicht schön zu sehen, aber wenn sie den Sturz zeigen, dann gibt es kein ganz schlimmes Drama um den Fahrer." In der Pramac-Box bekam Zarco die Sorgen im ersten Moment und die anschließende Erleichterung hautnah mit. Er fuhr nach dem Sturz auch wieder auf die Strecke.

Ganz anders reagierte Fabio Quartararo, als er im Zuge der Unterbrechung in die Yamaha-Box fuhr. "Ich habe die Box verlassen und habe draußen gewartet. Man leidet mit der Familie mit", sagt der Franzose über die ersten bangen Momente.

"Im Training verblieben nur noch vier Minuten. Alle attackieren wie verrückt. Meiner Meinung nach ist es nicht gut, wenn man ständig Wiederholungen vom Sturz zeigt. Wir wussten, dass er einen schweren Sturz hatte. Wir haben ihn auf dem Boden liegen gesehen."

"Diese Bilder will man nicht sehen", betont Quartararo. "Das betrifft uns, aber auch seine Familie, denn sie wussten im ersten Moment auch nicht, wie es ihm ging." Der Sturz von Martin ging relativ glimpflich aus. Mittlerweile wurde der Spanier operiert und er will bald wieder zurückkehren.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie MotoGP
Urheber Gerald Dirnbeck