Tech3 lobt Steiners MotoGP-Ansatz: "Er will nicht alles umkrempeln"
Mit Günther Steiner ist ein prominenter Formel-1-Name in der MotoGP angekommen - Doch statt einer Revolution setzt der Tech3-Eigentümer bewusst auf Kontinuität
Günther Steiner hat das Tech3-Team von Herve Poncharal übernommen
Foto: Getty Getty
Der Einstieg von Günther Steiner bei Tech3 wurde im MotoGP-Paddock zunächst mit Spannung beobachtet. Der Südtiroler kommt aus der Formel 1 und übernahm gemeinsam mit einem Investorenkonsortium Ende 2025 den traditionsreichen französischen Rennstall von Herve Poncharal.
Doch Teammanager Nicolas Goyon sieht bislang vor allem eines: Kontinuität. "Ich denke, das ist genau der richtige Ansatz", sagt Goyon im Gespräch mit Motorsport.com, einer Partnerseite von Motorsport-Total.com, über Steiners Auftreten.
Der ehemalige Haas-Teamchef sei eben nicht mit der Haltung in die MotoGP eingestiegen, alles besser zu wissen. "Er kommt nicht herein und sagt: 'Wir kommen aus der Formel 1 und zeigen euch jetzt, wie es geht.' Überhaupt nicht", so Goyon. Stattdessen habe Steiner zunächst bewusst beobachtet und analysiert.
Goyon: Viel Vertrauen seitens Steiner
"Er sagt: 'Ich muss erst verstehen, wie diese Welt funktioniert.'" Genau deshalb vertraue Steiner stark auf die bestehende Struktur und die erfahrenen Mitarbeiter im Team.
Tatsächlich blieb im technischen Bereich nach Steiners Ankunft nahezu alles unverändert. Goyon betont sogar: "Das ist eines der ersten Jahre überhaupt, in denen wir im technischen Bereich absolut gar keine Veränderungen hatten." Das komplette technische Team aus 2025 sei auch 2026 unverändert geblieben.
Für Goyon ist das ein klares Zeichen des Vertrauens. Steiner habe erkannt, dass Tech3 trotz aller sportlichen Höhen und Tiefen grundsätzlich funktioniere. "Er sieht, dass er ein Team gekauft hat, das funktioniert und das immer funktioniert hat."
Investitionen sollen Tech3 weiter stärken
Veränderungen gibt es bislang vor allem außerhalb der Garage. Nach dem Abschied des langjährigen Teamgründers Herve Poncharal und dessen Tochter Mathilde wurde der Kommunikationsbereich neu aufgestellt. Außerdem investiert die neue Führung sichtbar in Infrastruktur und Außendarstellung.
"Man will zeigen, dass man nach vorne will", erklärt der Tech3-Teammanager etwa mit Blick auf die neue Hospitality-Struktur. "Das ist der erste Schritt Richtung Zukunft."
Steiner selbst gilt aktuell als zentrale Figur bei den Zukunftsentscheidungen des Teams. Seit Monaten führt der frühere Formel-1-Teamchef Gespräche über die Ausrichtung von Tech3 ab 2027. Dabei geht es sowohl um die Herstellerfrage als auch um die langfristige Positionierung des Teams in der MotoGP.
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