Technische Probleme: KTM sucht um Erlaubnis zur Öffnung der Motoren an
Pit Beirer räumt ein, dass mit den KTM-Motoren "etwas nicht stimmt" - Nun bittet der Hersteller die Konkurrenz um Erlaubnis, die Motoren öffnen zu dürfen
KTM hat bei der Konkurrenz um Erlaubnis zur Öffnung der Motoren angefragt
Foto: Gold Gold
Beim Grand Prix von Barcelona Mitte Mai ging die KTM von Pedro Acosta bei der Beschleunigung aus, wodurch der Auffahrunfall und schwere Sturz von Alex Marquez ausgelöst wurden.
Seither arbeiteten die Ingenieure der österreichischen Marke daran, herauszufinden, was der Grund für diesen Ausfall war. Es war nicht das einzige Problem, denn bei den folgenden Rennwochenenden blieb Acosta noch vier weitere Male stehen.
Nun hat KTM die übrigen Mitglieder der Herstellervereinigung MSMA um Erlaubnis gebeten, die Motoren öffnen zu dürfen. Das hat zum Beispiel Yamaha in der Saison 2020 aus Sicherheitsgründen getan.
Damit die Motoren geöffnet werden dürfen, ist die Genehmigung aller Hersteller erforderlich. KTM benötigt also die Erlaubnis von Honda, Yamaha, Ducati und Aprilia. Letzterer ist offenbar der Einzige, der bereits sein Einverständnis gegeben hat.
KTM-Motorsportchef Pit Beirer bestätigte am vergangenen Sonntag am Sachsenring, dass mit den Motoren "etwas nicht stimmt", was dazu führen kann, dass das Motorrad plötzlich auf der Strecke ausgeht.
"Die Situation ist nicht einfach, weil es in unseren Motoren etwas gibt, ein fehlerhaftes Teil, das wir zukaufen müssen, das ist nicht in Ordnung", so Beirer bei Sky Italien. "Wir wissen, dass dieses Risiko in manchen Motoren noch besteht."
"Wir haben jetzt andere Motoren genommen, um dieses Risiko zu vermeiden, aber es gibt ein Problem, das wir lösen müssen, weil es einen Motor gibt, den man auch aus Sicherheitsgründen nicht verwenden kann."
"Dafür müssen wir die Sommerpause nutzen." Er fügt hinzu: "Ich möchte Fabiano Sterlacchini und Massimo Rivola von Aprilia danken, die uns helfen." Damit machte er deutlich, dass Aprilia bereits Unterstützung signalisiert hat.
Laut Reglement wurden die Motoren von Ducati, Aprilia, KTM und Honda zu Saisonbeginn versiegelt. Nur Yamaha darf seit Saisonbeginn an den Motoren arbeiten, weil Yamaha in Concession-Gruppe D ist.
Allerdings wird Yamaha in der restlichen Saison keinen neuen V4-Motor mehr mit 1.000 Kubikzentimetern Hubraum einsetzen. Die Konzentration liegt voll und ganz auf dem neuen 850er-Motorrad für das kommende Jahr.
Bei KTM wurde offenbar das für das Problem verantwortliche Bauteil identifiziert, doch wie Beirer bei Sky Italien erklärte, gibt es noch Motoren, bei denen derselbe Defekt auftreten könnte.
Um dieses Bauteil in den bereits verfügbaren Motoren austauschen zu können, ist eben die Zustimmung der anderen vier Hersteller erforderlich. Pro Saison dürfen die Hersteller in Concession-Gruppe C pro Fahrer nur acht Motoren verwenden.
Im Werk können Motoren untersucht werden, aber es ist verboten, die Versiegelungen zu brechen und die Motoren zu öffnen. Hersteller dürfen einen Motor nur in Anwesenheit eines IRTA-Technikers öffnen.
Wie Motorsport.com Spanien, eine Schwesterplattform von Motorsport-Total.com, erfahren hat, fanden am Sachsenring mehrere Treffen zu diesem Thema statt, das letzte davon am Sonntagnachmittag.
2020 bat Yamaha um Erlaubnis, seine Motoren zu öffnen. Damals erhielt Yamaha die Genehmigung der anderen Hersteller. Ventile eines Zulieferers machten damals Probleme, denn die Abmessungen waren um einen minimalen Bruchteil verändert worden, was Probleme verursachte.
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