Top-5-Ergebnis für KTM und Oliveira in Assen: "Das Beste draus gemacht"

Für Miguel Oliveira ist in Assen nicht mehr als Platz fünf möglich - KTM-Teamkollege Brad Binder fährt von Startplatz 21 immerhin noch in die Punkte

Top-5-Ergebnis für KTM und Oliveira in Assen: "Das Beste draus gemacht"

Miguel Oliveira gelang es in Assen zwar nicht, nach Mugello, Barcelona und dem Sachsenring ein viertes Mal in Folge aufs Podest zu fahren. Mit Platz fünf beendete der KTM-Pilot das MotoGP-Rennen auf der niederländischen Traditionsrennstrecke solide und holte für sich das maximal Mögliche heraus.

"Es ist ein ordentliches Ergebnis, vor allem nach den Problemen, die wir in den Freien Trainings und im Qualifying hatten. Viel mehr war für uns hier nicht drin. Daher bin ich zufrieden mit dem Resultat. Wir haben es in die Top 5 geschafft und verstanden, wie wir das Motorrad weiter verbessern können", sagt Oliveira.

Um sich auf das flüssige Streckenlayout in Assen einzustellen, tüftelte KTM lange an der Abstimmung. "Das Ziel war es, das Motorrad agil zu machen, aber gleichzeitig möglichst viel Stabilität beizubehalten. Sicherlich hätten wir noch einen besseren Kompromiss finden können, aber dazu fehlte die Zeit", weiß Oliveira.

Miguel Oliveira: Kein optimales Set-up in Assen

"Wir konnten nicht das Beste von beidem extrahieren. Daran werden wir in Zukunft mit Blick auf die Abstimmung des Motorrads weiter arbeiten." Im Rennen habe er zumindest keine so großen Probleme mit der Stabilität gehabt wie in den Trainings.

Seinen Fahrstil habe er dennoch angepasst: "Gerade eingangs der Kurven 6 und 13 muss man mit dem Gas aufpassen. Es sind Highspeed-Kurven, beide werden im sechsten Gang gefahren. Mit Stabilitätsproblemen muss man sie etwas anders anfahren. Das ist nicht ideal, aber ich denke nicht, dass wir dort die meiste Zeit verloren haben."

Im Rennen fuhr er zu Beginn in einer größeren Gruppe mit Joan Mir (Suzuki) und mehreren Ducatis. "Alle hatten mehr oder weniger die gleiche Pace. Das machte es recht schwer, das gewisse Extra zu finden, um zu überholen", hält Oliveira fest.

An Überholen war für Oliveira kaum zu denken

"Mir fand eine sehr gute Linie in Kurve 5, auch sie etwas riskant war. Dort setzte er seine Attacken. Ich war von Anfang bis Ende am Limit und hatte deshalb nicht die Möglichkeit, großartig über einen Angriff nachzudenken. Ich hing davon ab, dass die Jungs vor mir langsamer wurden, sodass sich für mich eine Gelegenheit ergab."

"Was die Reifenwahl betrifft, hätten wir vielleicht einen anderen Weg einschlagen können. Aber hinterher ist man immer schlauer. Wir haben das Beste aus den gegebenen Umständen gemacht", resümiert der KTM-Pilot, der sich am Rennsonntag - wie die meisten - für den Medium-Vorderreifen und den harten Hinterreifen entschied.

KTM-Pilot Brad Binder in der Startaufstellung zum MotoGP-Rennen in Assen

Brad Binder hatte in Assen vor allem mit seinem Motorrad zu kämpfen

Foto: Motorsport Images

Damit war auch sein Teamkollege Brad Binder unterwegs, der am Sonntag nicht über Platz zwölf hinauskam. Der Südafrikaner fuhr das erste Mal mit einem MotoGP-Bike in Assen. "Es war ein schwieriges Wochenende. Der Freitag war hart, im dritten Freien Training fühlte ich mich dann besser und fand eine gute Pace", sagt er.

Brad Binder hadert mit instabiler KTM in Assen

"Aber ab dem vierten Freien Training bekam ich wieder Probleme und ich weiß nicht wirklich warum. Das Qualifying war schwierig, nichts passte zusammen. Auch im Warm-up tat ich mich schwer, sauber zu fahren und keine Fehler zu machen."

"Das Motorrad war sehr instabil. Die Jungs veränderten dann ein bisschen was am Bike, sodass ich mich im Rennen wieder besser fühlte, so wie im FT3. Aber ich war zu langsam. Es war hart, von Startplatz 21 ins Rennen zu gehen. Ich konnte ein paar Jungs überholen, aber ich hatte nie wirklich die Pace, um weiter nach vorne zu kommen."

Der zwölfte Platz sei zwar nicht, was er sich vorgestellt habe, aber angesichts der Umstände "doch ganz okay", sagt Binder weiter. Seine Erkenntnis aus Assen: "Es macht dein Leben einfach viel leichter, wenn du in Q2 bist. Man kann sich von der Spitzengruppe mitziehen lassen. Auf Startplatz 21 bist du mitten im Chaos."

"Nach den ersten paar Runden hat der Führende schon eine Gerade Vorsprung. Das macht es schwierig. Ich muss also mein Qualifying verbessern und versuchen, neue Strecken schneller zu verstehen", nimmt er sich für die zweite Saisonhälfte vor.

Weitere Co-Autoren: Lewis Duncan. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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