MotoGP Aragon

Toprak Razgatlioglu fordert von Yamaha: "Konzentriert euch auf die 850er"

Toprak Razgatlioglu wünscht sich von Yamaha eine klare Ansage - Er will, dass sich das Team voll auf die neue 850er konzentriert - Diese Saison sei "fast vorbei"

Gerald Dirnbeck Germán Garcia Casanova

Veröffentlicht: 03.09.2026, 12:49

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Toprak Razgatlioglu fordert von Yamaha: "Konzentriert euch auf die 850er"

Für Toprak Razgatlioglu ist die Saison ein Lernjahr

Foto: Qian Qian

Als dreimaliger Superbike-Weltmeister erlebt Toprak Razgatlioglu mit der neuen V4-Yamaha ein wie erwartet schwieriges erstes MotoGP-Jahr. Im Laufe der ersten 13 Rennwochenenden sammelte der Türke 14 WM-Punkte.

Sechsmal gelang ihm der Sprung in die WM-Punkteränge, wobei Platz elf im Balaton Park (Ungarn) sein bestes Einzelergebnis war. Zweimal schied er aus. In Assen gab es ein technisches Problem und zuletzt in Aragon stürzte er.

Insgesamt ist es für Razgatlioglu in erster Linie ein Lernjahr. Sein Fokus liegt auf dem nächsten Jahr, wenn nicht nur das neue technische Reglement in Kraft tritt, sondern auch auf Pirelli-Reifen gewechselt wird.

Die 850er ohne Ride-Height-System und mit Pirelli-Reifen soll sich mehr wie ein Superbike anfühlen, wie die Testfahrer berichtet haben. Das könnte für Razgatlioglu zum Gamechanger werden.

Deshalb sagt er klar: "Das nächste Jahr ist für mich wichtiger. Ich glaube, für uns ist es besser, wenn Yamaha sich mehr auf die 850er konzentriert. Das wäre viel besser für mich."

"Denn die Saison ist fast vorbei, wir stehen nicht mehr am Anfang. Wenn sie jetzt noch etwas Neues bringen, ist es zu spät. Es ist besser, wir konzentrieren uns auf die 850er. Das ist meine Meinung."

"Ich weiß nicht, ob Yamaha das so macht oder nicht. Aber wenn Yamaha das macht und sich einfach auf die 850er konzentriert, wäre das viel besser für mich. Denn das nächste Jahr ist für alle ein neues Jahr, eine neue Herausforderung für jeden."

Neues Set-up in Aragon probiert

Für Razgatlioglu ist derzeit jedes Rennwochenende eine neue Erfahrung. Auch in Aragon hat er wieder etwas gelernt, denn erstmals fuhr er ein anderes Set-up, bei dem die Yamaha M1 tiefer eingestellt war.

Dabei hat er verstanden, dass das der richtige Weg ist, denn er benötigt ein Motorrad, das gut einlenkt. Er musste sich auf dieses neue Set-up einstellen und war am Rennsonntag trotz seines Sturzes zufrieden, weil er besser einlenken konnte.

Die größte Schwierigkeit ist für Razgatlioglu weiterhin der Michelin-Reifen, mit dem er immer noch nicht richtig klarkommt: "Beim Reifen zum Beispiel versuche ich immer noch, dazuzulernen."

Toprak Razgatlioglu, Fabio Quartararo

Mit den Michelin-Reifen hat der Superbike-Weltmeister immer noch Mühe

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

"Okay, ich verstehe inzwischen einiges, aber es ist immer noch nicht einfach, den Hinterreifen zu managen. Beim Vorderreifen ist es natürlich einfacher, die Grenzen zu verstehen."

"Aber beim Geradeausbremsen fehlt der Grip und das Vorderrad blockiert. Gerade in Aragon war das unglaublich. In jeder Kurve, in jeder Runde blockierte mein Vorderreifen. Geradeaus, aber auch in Schräglage."

"Ich sage mir dann: Okay, so ist dieser Reifen eben, ich konzentriere mich einfach aufs Fahren. Und ja, ich lerne dabei etwas. Aber es war kein einfaches Jahr für mich, vor allem am Anfang."

"Ein Wochenende kann vielleicht sehr schlecht laufen, aber ich versuche trotzdem, mich auf das Positive zu konzentrieren. Und auch dank meines Teams, denn alle sorgen dafür, dass ich stark bleibe."

Die Suche nach Kurvenspeed

Denn der 29-Jährige betont, dass er sich im Pramac-Team und bei Yamaha sehr wohlfühlt und es "wie in einer Familie" sei. Er fühlt sich deshalb nicht alleine gelassen, sondern wird von allen bei seinem Lernprozess unterstützt.

"Und wenn ich hier etwas lerne, besonders was den Kurvenspeed angeht, der nicht wirklich mein Stil ist, dann brauche ich das vielleicht auch nächstes Jahr mit dem Pirelli-Reifen."

"Natürlich passt der Pirelli-Reifen vielleicht eher zu meinem Stil, aber ich brauche trotzdem den Kurvenspeed. Vielleicht hilft mir das für das nächste Jahr und für die Zukunft. Ich versuche immer, die etwas positivere Seite zu sehen."

Demnächst wird Razgatlioglu zum zweiten Mal die neue 850er-Yamaha mit Pirelli-Reifen testen. Am Montag (21. September) nach dem Grand Prix in Österreich findet ein offizieller Testtag hinter verschlossenen Türen statt.

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