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Trackhouse im WM-Kampf: Warum Justin Marks den Titel noch ausblendet

Trackhouse-Aprilia mischt in der MotoGP plötzlich ganz oben mit - Doch Teameigner Justin Marks will sich vom WM-Kampf nicht verrückt machen lassen

Trackhouse im WM-Kampf: Warum Justin Marks den Titel noch ausblendet

Raul Fernandez und Ai Ogura präsentierten sich zuletzt in Topform

Foto: Getty Getty

Trackhouse hat sich in der MotoGP 2026 endgültig vom ambitionierten Außenseiter zum Siegkandidaten und damit auch ernsthaften Faktor im Titelkampf entwickelt. Ai Ogura und Raul Fernandez hielten zuletzt nicht nur die direkte Konkurrenz, sondern auch ihre Aprilia-Markenkollegen in Schach.

Trackhouse-Teambesitzer Justin Marks will sich dennoch nicht von der Aussicht auf einen möglichen Titelgewinn treiben lassen. Für ihn zählt vor allem eines: die Qualität der täglichen Arbeit. "Wir denken wirklich nicht über die Meisterschaft nach. Es ist noch so viel Racing übrig", erklärte Marks in Silverstone.

Statt auf die Gesamtwertung zu schauen, gehe es darum, jeden Grand Prix für sich zu betrachten und die jeweiligen Aufgaben konsequent abzuarbeiten. "Wenn wir jedes Rennwochenende und jeden Tag jeder Session nach dem jeweiligen Ziel nehmen, dann können wir hoffentlich in Valencia in einer Position sein, in der wir auf die Tabelle schauen und sagen: 'Okay, jetzt können wir um eine Meisterschaft kämpfen.'"

Diese Herangehensweise macht sich schon jetzt bezahlt. Schließlich hat sich Trackhouse in vergleichsweise kurzer Zeit zu einem der stärksten MotoGP-Teams entwickelt. Allein sechs Podestplätze in den letzten vier Sonntagsrennen zeugen davon.

Marks: Trackhouse hat spezielle Magie

Marks sieht den Aufschwung allerdings nicht als Zufallsprodukt. Vielmehr kämen mehrere Faktoren zusammen: eine konkurrenzfähige Aprilia RS-GP, zwei Fahrer auf einem außergewöhnlich hohen Niveau und eine Mannschaft, die an ihre Chance glaubt.

"Die Aprilia-Bikes sind gerade wirklich, wirklich großartig", betont Marks. Gleichzeitig seien beide Fahrer "so gut wie noch nie in ihren Karrieren" unterwegs. Und die Mechaniker und Ingenieure seien "voll und ganz von dieser Chance überzeugt".

Gerade diese Kombination ist für Marks entscheidend. Der US-Amerikaner weiß: Die besondere Dynamik eines neuen Projekts kann enormes Potenzial freisetzen, eine Erfahrung, die er bereits von seinem NASCAR-Engagement kenne: "Es ist nicht viel anders als bei unserem NASCAR-Team, wie es dort früh im Prozess war."

Begeisterung, Enthusiasmus und die Inspiration eines neuen Projekts würden Menschen dazu bringen, über sich hinauszuwachsen. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, diese Energie über einen langen Zeitraum weiter zu bewahren.

Justin Marks

Trackhouse-Boss Justin Marks hat in letzter Zeit viel Grund zum Jubeln

Foto: Getty Images Europe

Für Marks liegt genau darin derzeit die besondere Stärke von Trackhouse. "Wenn all das auf eine Weise zusammenkommt, dass wir zur Rennstrecke kommen und einfach Spaß haben, es genießen, lächeln und uns über die Chance freuen, die wir in unserem Leben haben, dann entsteht die Magie", schildert der Teamboss.

Vom Außenseiter zum Titelanwärter

Angesprochen auf Ai Ogura, der vor dem Rennwochenende in Silverstone noch auf dem zweiten Platz in der Gesamtwertung nur 14 Punkte hinter Jorge Martin lag, hebt Marks eine besondere Stärke des Japaners hervor: seine innere Ruhe.

Der Japaner sei ein "sehr ausgeglichener Typ". Wenn der Druck größer werde, könne Ogura mental in einen Zustand wechseln, in dem es nur noch darum gehe, seine Aufgabe zu erledigen. "Der Rest ist einfach nur Lärm", beschreibt Marks diese Fähigkeit.

Für den Trackhouse-Boss ist das eine außergewöhnliche Charaktereigenschaft und möglicherweise eine entscheidende für einen zukünftigen MotoGP-Weltmeister. "Ich glaube, dieser Junge ist ein Champion", ist sich Marks sicher. Umso mehr bedauert er, dass Ogura am Ende der Saison zu Yamaha wechseln wird.

"Ich will nicht, dass Ai unser Team verlässt. Wir sind darüber wirklich ziemlich traurig", sagt der USA-Amerikaner mit Blick auf Oguras bereits feststehende Zukunft. Zugleich betont er, dass Fahrer die Entscheidungen treffen müssten, die für ihre Karriere am besten seien. Trackhouse könne deshalb vor allem froh darüber sein, dass Ogura gerade auf seinen Motorrädern den nächsten Schritt mache.

"Wir versuchen im Moment einfach, den größtmöglichen Nutzen aus der Zeit zu ziehen, die wir mit diesem unglaublichen jungen Fahrer haben", erklärt Marks. Und vielleicht, so die Hoffnung des Trackhouse-Eigners, kehrt der Japaner eines Tages zum Team zurück und "schafft es auf unseren Motorrädern, ein Champion zu sein".

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