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Tradition vs. Marketing: Joan Mir verzichtet auf die Startnummer 1

MotoGP-Weltmeister Joan Mir wird auch in der Saison 2021 mit seiner Startnummer 36 fahren - In den vergangenen 20 Jahren wurde die Nummer 1 kaum genutzt

Tradition vs. Marketing: Joan Mir verzichtet auf die Startnummer 1

Joan Mir wird als amtierender MotoGP-Weltmeister nicht mit der Startnummer 1 fahren, sondern seiner gewohnten Nummer 36 treu bleiben. Mit dieser Nummer hat der Spanier 2017 die Moto3-Weltmeisterschaft und 2020 die MotoGP-Weltmeisterschaft gewonnen.

Der Suzuki-Fahrer wollte sich über den Winter Bedenkzeit nehmen. Nach seinem Titelgewinn ließ er beide Optionen offen. "Eines Tages bin ich aufgewacht und habe mich entschieden", sagt Mir. "Es wäre natürlich toll gewesen, die Nummer 1 zu verwenden - eine einzigartige Erfahrung und ein Traum."

"Aber ich glaube, die 36 ist jene Nummer, mit der ich hart gearbeitet habe. Sie hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin. Ich habe zwei Weltmeistertitel gewonnen. Meine Arbeit ist auch noch nicht vorbei. Ich muss mit dieser Nummer härter denn je weiterarbeiten."

"Ich möchte weitere WM-Titel gewinnen und noch öfter die Chance haben, mich für eine Startnummer zu entscheiden. Jetzt hatte ich eine Chance und ich habe mich für die 36 entschieden. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht für die Nummer 1 entscheiden werde, sollte es wieder passieren."

 

"Ich habe das Gefühl, dass ich weitermachen und weitere WM-Titel gewinnen muss. Ich muss diese guten Ergebnisse fortsetzen. Es war keine einfache Entscheidung, aber ich habe Vertrauen, dass es in Zukunft weitere Gelegenheiten geben wird, zwischen diesen beiden wichtigen Nummern zu wählen."

Barry Sheene brach mit der Tradition

In der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft war es über Jahrzehnte Tradition und eine Ehre, dass der Weltmeister im darauffolgenden Jahr mit der Startnummer 1 fährt. Der erste Fahrer, der sich gegen diesen Brauch entschieden hat, war Barry Sheene.

Der Brite machte sich auch außerhalb der Motorsportwelt einen Namen und galt in den 1970er Jahren als schillernder Superstar. Nach seinen beiden WM-Titeln 1976 und 1977 verweigerte er die Nummer 1 und blieb bei seiner legendären Startnummer 7.

Casey Stoner

Als letzter Weltmeister fuhr Casey Stoner 2012 mit der Startnummer 1

Foto: Repsol

Es sollte mehr als 20 Jahre dauern, bis wieder ein Fahrer mit dieser Tradition brach. Das war niemand geringerer als Valentino Rossi, der stets bei seiner gelben Startnummer 46 blieb. Auch kommerzielle Gründe spielten dafür eine Rolle.

Seit Kenny Roberts jun. im Jahr 2001 die Startnummer 1 auf seiner Suzuki fuhr, gab es nur wenige Fahrer, die dieser Tradition folgten. Das war Nicky Hayden, der 2007 mit der 1 fuhr. Casey Stoner trug 2008 ebenfalls die Startnummer 1.

Auch Jorge Lorenzo entschied sich nach seinem ersten WM-Titel im Jahr 2010 für die Startnummer 1, wobei die Nummer vom Design her an seine Initialen JL erinnerten. Nach seinem zweiten und dritten WM-Titel verzichtete Lorenzo darauf und fuhr mit der 99 weiter.

Stoner verwendete nach seinem zweiten WM-Titel ebenfalls wieder die Startnummer 1. Da anschließend Marc Marquez genau wie Rossi immer mit seiner Nummer 93 fuhr, ist Stoner im Jahr 2012 der bisher letzte Fahrer, der mit der Nummer 1 gefahren ist.

Der letzte Fahrer, der mehrere Jahre hintereinander mit der Startnummer 1 gefahren ist, war Mick Doohan. Der Australier wurde zwischen 1994 und 1998 fünfmal hintereinander Weltmeister.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Fahrer Joan Mir
Teams Team Suzuki Ecstar
Urheber Gerald Dirnbeck