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Trauer in der MotoGP: Fausto Gresini verliert den Kampf gegen COVID-19

Fausto Gresini stirbt im Alter von 60 Jahren: Nach knapp zwei Monaten hartem Kampf gegen COVID-19 bestätigt das Team den Tod des MotoGP-Teamchefs

Trauer in der MotoGP: Fausto Gresini verliert den Kampf gegen COVID-19

MotoGP-Teamchef Fausto Gresini ist tot. Das haben die Verantwortlichen seines Teams am Dienstagvormittag offiziell bestätigt. Bereits am Montagabend kursierten Meldungen zum Tod des Italieners. Diese wurden vom Rennstall als Falschmeldungen eingestuft (mehr Infos). Doch am Dienstag verlor Gresini den Kampf gegen die COVID-19-Erkrankung. Um 10:02 Uhr wurde er für tot erklärt.

"Es ist die Nachricht, die wir nie verkünden wollten", heißt es in der Mitteilung des Gresini-Teams. "Nach einem beinahe zweimonatigen Kampf gegen COVID-19 ist Fausto Gresini wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag verstorben." Gresini hinterlässt Frau Nadia und vier Kinder.

Carmelo Ezpeleta, CEO von MotoGP-Rechteinhaber Dorna, konnte Fausto Gresini auf der Intensivstation in Bologna besuchen. "Ich bin sehr traurig über den Verlust von Fausto. Er war ein sehr guter Freund und ich mochte ihn sehr", kommentiert Ezpeleta.

"Ich habe die Nachrichten über seinen Zustand genau verfolgt und hatte das Glück, noch einmal mit ihm sprechen zu können, als er im Krankenhaus lag. Es tut mir sehr leid, einen solchen Verlust im Fahrerlager zu erleiden und ich möchte seiner Familie, seinen Freunden und den Mitgliedern seines Teams mein tiefstes Beileid aussprechen", so der Dorna-Geschäftsführer.

Hoffnung im Januar, Rückschlag im Februar

Bereits vor dem Weihnachtsfest 2020 wurde Fausto Gresini positiv auf das Coronavirus getestet. Daraufhin begab sich der zu diesem Zeitpunkt 59-Jährige in häusliche Isolation. Da sich der Gesundheitszustand rapide verschlimmerte, musste Gresini ärztlich versorgt werden. Am 27. Dezember wurde er ins Krankenhaus eingeliefert.

Fausto Gresini

Fausto Gresini

Foto: Gresini Racing

Im Krankenhaus von Imola realisierten die Ärzte schnell, dass Gresini eine auf COVID-19-Fälle spezialisierte Behandlung benötigt. Es erfolgte die Verlegung in die Maggiore-Carlo-Alberto-Pizzardi-Klinik nach Bologna. Am Neujahrstag verkündete das Team, dass Gresini ins künstliche Koma versetzt wurde.

Gresinis Zustand verbesserte sich daraufhin. Der MotoGP-Teamchef war weiterhin auf eine Beatmungsmaschine angewiesen, doch Mitte Januar verkündeten die Ärzte immer wieder erfreuliche Entwicklungen. Der Zustand hatte sich stabilisiert und die Narkosemittel wurden reduziert. Gresini befand sich bei vollem Bewusstsein und konnte sogar Besuche empfangen.

Anfang Februar verschlechterten sich die Sauerstoff-Werte im Blut erneut. Gresini wurde durch eine Lungenentzündung zurückgeworfen. Die Ärzte stuften den Gesundheitszustand als ernst ein. Mitte Februar versetzten sie Gresini erneut ins künstliche Koma. Am 23. Februar verlor Gresini den Kampf gegen die COVID-19-Krankheit.

Wer war Fausto Gresini?

Geboren wurde Fausto Gresini am 23. Januar 1961 in Imola. Seine ersten Rennen fuhr der Italiener erst im Alter von 17 Jahren. Gresini pilotierte zu dieser Zeit eine 50er-Minarelli. Beim Aufstieg in die Weltmeisterschaft wechselte er zu einer 125er-Garelli. Mit Garelli sollte er später seine größten Erfolge feiern.

In der Saison 1983 absolvierte Gresini seine ersten Grands Prix. Der erste Sieg in der Motorrad-WM gelang bereits in der zweiten Saison. Gresini triumphierte 1984 beim Grand Prix von Schweden. Er setzte sich gegen August "Gustl" Auinger durch. Die Saison beendete Gresini als WM-Dritter.

Marco Melandri, Honda, mit Fausto Gresini

Marco Melandri, Honda, mit Fausto Gresini
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Foto: Team Gresini

1. Marco Melandri, Honda, mit Fausto Gresini

1. Marco Melandri, Honda, mit Fausto Gresini
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Foto: Team Gresini

1. Marco Melandri, Honda, mit Fausto Gresini

1. Marco Melandri, Honda, mit Fausto Gresini
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Foto: Team Gresini

Aleix Espargaro, Aprilia Racing Team Gresini, Fausto Gresini, Aprilia Racing Team Gresini

Aleix Espargaro, Aprilia Racing Team Gresini, Fausto Gresini, Aprilia Racing Team Gresini
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Fausto Gresini

Fausto Gresini
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Fausto Gresini und Romano Albesiano

Fausto Gresini und Romano Albesiano
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Jorge Martin, Del Conca Gresini Racing, mit Fausto Gresini

Jorge Martin, Del Conca Gresini Racing, mit Fausto Gresini
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Andrea Iannone, Aprilia Racing Team Gresini, mit Fausto Gresini

Andrea Iannone, Aprilia Racing Team Gresini, mit Fausto Gresini
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Ein Jahr später holte sich Gresini seinen ersten WM-Titel. Er gewann drei von zehn Rennen und entschied mit seiner Garelli die Meisterschaft für sich. Im Jahr darauf musste sich Fausto Gresini lediglich Landsmann Luca Cadalora geschlagen geben und wurde Vize-Weltmeister.

In der Saison 1987 fuhr Gresini in seiner eigenen Welt. Lediglich beim Saisonfinale in Portugal verzeichnete er einen Nuller. Die anderen zehn Rennen entschied Gresini für sich. Zusammen mit dem Sieg beim Saisonfinale 1986 konnte er somit elf Rennen in Folge gewinnen. Insgesamt 21 Siege gingen auf Gresinis Konto. Er nahm an 132 WM-Läufen teil.

WM-Titel und Rückschläge als Teamchef

Nach der WM-Saison 1994 zog sich Gresini als Fahrer aus der Motorrad-WM zurück. Doch als Teamchef kehrte er 1997 mit einem eigenen Team zurück. Zu Beginn war Gresini in der 500er-WM aktiv. Später wechselte die Mannschaft des Italieners zu den 250ern.

Das Gresini-Team gewann in der mittleren Kategorie der Motorrad-WM zwei Titel. Daijiro Kato setzte sich in der Saison 2001 gegen seine Rivalen durch und wurde 250er-Weltmeister. In der Saison 2010 holte Toni Elias den Titel in der neu geschaffenen Moto2-WM. Jorge Martin bescherte dem Gresini-Team in der Moto3-Saison 2018 den WM-Titel. Zudem jubelte das Team über Matteo Ferraris Weltcup-Sieg in der MotoE-Debütsaison.

In seiner Zeit als Teamchef musste Gresini aber auch einige Rückschläge verkraften. In der Saison 2003 verunglückte Daijiro Kato beim Saisonauftakt in Suzuka schwer. Der Japaner stürzte in der dritten Rennrunde des Japan-Grand-Prix und wurde daraufhin ins künstliche Koma versetzt. Kato sollte nie wieder aus dem Koma erwachen und verstarb 13 Tage nach dem Sturz im Krankenhaus von Yokkaichi.

Marco Simoncelli

Marco Simoncelli verunglückte in der MotoGP-Saison 2011 schwer und verstarb

Foto: LCR

Acht Jahre später folgte der nächste Rückschlag. Beim Malaysia-Grand-Prix in Sepang verunglückte Gresini-Pilot Marco Simoncelli in der zweiten Runde des Rennens. Simoncelli rutschte in Kurve 11 über das Vorderrad nach außen. Mit dem Knie versuchte Simoncelli das Motorrad wieder aufzurichten. Dadurch steuerte das Motorrad nach innen.

Tech-3-Yamaha-Pilot Colin Edwards und Ducati-Werkspilot Valentino Rossi konnten der nach innen rutschenden Honda von Simoncelli nicht mehr ausweichen. Edwards traf Simoncelli im Nackenbereich. Die Kraft war so groß, dass der Kinnriemen von Simoncellis Helm abgerissen wurde.

Der Italiener lag leblos auf der Strecke. Die Ärzte konnten den damals 24-Jährigen nicht mehr retten. Am späten Nachmittag verkündeten die Verantwortlichen Simoncellis Tod. Der Italiener erlag an seinen schweren Kopf-, Hals- und Brustkorb-Verletzungen.

Wie geht es mit dem Gresini-Team weiter?

Aktuell ist Gresini in allen drei WM-Klassen sowie dem MotoE-Weltcup vertreten. In der Moto3 fahren Gabriel Rodrigo und Jeremy Alcoba für das Team und treten mit Material von Honda an. Fabio di Giannantonio und Nicolo Bulega starten in der Moto2 mit Material von Kalex für das Gresini-Team. Matteo Ferrari und Andrea Mantovani repräsentieren Gresini in der MotoE.

In der Königsklasse bildet die Gresini-Mannschaft das Aprilia-MotoGP-Projekt. Doch diese Kooperation geht nach der MotoGP-Saison 2021 zu Ende. Geplant war, dass Gresini wieder ein eigenständiges Team an den Start schickt. Es ist offen, wie sich Gresinis Tod auf die Zukunft des MotoGP-Teams und der Teams in den kleinen Klassen auswirken wird.

Mit Bildmaterial von Gresini Racing.

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Rennserie MotoGP
Urheber Sebastian Fränzschky