Trotz ausbleibendem Erfolg: Warum Suzuki nicht Brivio nachbesetzt

Shinichi Sahara erklärt die Hintergründe, warum die Rolle des Teammanagers nicht neu besetzt wurde - Ausbleibender Erfolg liegt nicht an Davide Brivios F1-Wechsel

Trotz ausbleibendem Erfolg: Warum Suzuki nicht Brivio nachbesetzt

Die Titelverteidigung ist für Suzuki nach der ersten Saisonhälfte in weite Ferne gerückt. MotoGP-Weltmeister Joan Mir ist nach neun Rennen WM-Vierter. Sein Rückstand auf Fabio Quartararo (Yamaha) beträgt 55 Punkte, also mehr als zwei Siege.

In der Konstrukteurswertung ist Suzuki auf dem vierten Platz. In der Teamwertung ist man Fünfter. Im Winter 2020/21 hatte sich Davide Brivio Richtung Alpine in die Formel 1 verabschiedet. Als Teammanager war der Italiener maßgeblich für den Aufbau des Suzuki-Teams gewesen.

Brivios Position wurde nicht nachbesetzt. Seine Aufgaben wurden intern auf mehrere Schultern wie von Projektleiter Shinichi Sahara und Technikdirektor Ken Kawauchi verteilt. Insgesamt sieben Personen teilen sich Brivios bisherige Arbeit auf.

"Die Rolle des Teammanagers, sei es Davide oder eine andere Person, kann eine starke Wirkung auf ein kleines Team wie unseres haben", sagt Sahara gegenüber der spanischen Edition von 'Motorsport.com'.

"Gleichzeitig muss man auch festhalten, dass alles Teamwork ist. Ich kann nicht abstreiten, dass Davide als Person und als Teammanager eine wichtige Rolle gespielt hat, unser Team zu formen. Aber wir sitzen immer im gleichen Boot."

Shinichi Sahara

Projektleiter Shinichi Sahara ist formell auch der Teammanager

Foto: Suzuki

"Sein plötzlicher Abschied hat uns gezwungen, dass wir uns anpassen und dass wir neu evaluieren, wie wir arbeiten müssen. Das hat uns geholfen, das Beste aus uns herauszuholen", meint der Japaner, der schon bei vergangenen Suzuki-Projekten in der MotoGP dabei war.

Formel hat Sahara die Rolle des Teammanagers übernommen. Deshalb muss er bei allen Grands Prix vor Ort sein. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall, weil er auch in Japan in der Fabrik gearbeitet hat.

"Das bedeutet natürlich mehr Arbeit für mich, aber gleichzeitig bin ich an der Rennstrecke präsenter. Dadurch habe ich engeren Kontakt mit allen Teammitgliedern und sehe viele Dinge mit eigenen Augen, die mir früher nur berichtet worden sind."

Genaue Analyse des Teams in der Sommerpause

Momentan gibt es keine Pläne, einen neuen Teammanager zu installieren. "In dieser Saison werden wir niemanden haben, weil man das genau durchdenken und planen muss", sagt Sahara. "Schon als Davide seinen Abschied verkündet hat, mussten wir kurzfristig reagieren."

Deshalb will man sich nun mehr Zeit nehmen. Es gäbe theoretisch mehrere Möglichkeiten. Einerseits könnte die Teamstruktur bleiben wie sie ist, andererseits könnte man eine externe Person engagieren. Oder man findet eine geeignete Person innerhalb des Teams.

Ken Kawauchi

Ken Kawauchi ist Technischer Direktor des Suzuki-Projekts

Foto: Suzuki

"Ich brauche noch etwas Zeit, um die Dynamik des Teams besser zu verstehen", sagt Sahara. "Wenn man technisch etwas ändert, dann sieht man sofort, ob das Motorrad besser oder schlechter ist. Bei einer Änderung des Managements ist es eine ganz andere Geschichte."

"Es braucht viel mehr Zeit, bis man Auswirkungen erkennt. Ich werde die Sommerpause nutzen und die erste Saisonhälfte analysieren. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die Pause wird mir die Gelegenheit geben zu evaluieren, ob wir für das nächste Jahr etwas ändern müssen."

Weltmeister Mir sieht die Situation gelassen: "Ich bin zufrieden wie es momentan ist. Ich vertraue Sahara. Wenn er meint, dass wir keine Änderung beim Management brauchen, dann werden wir ihm glauben."

"Dass wir nicht so ein konkurrenzfähiges Paket haben, liegt nicht an Davides Abschied. Das hat ganz andere Hintergründe", verweist Mir auf die seiner Meinung nach langsame Entwicklung. Die GSX-RR ist technisch immer noch das Motorrad von 2020.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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