Trotz P11 ist Razgatlioglu unzufrieden: "Kann niemanden überholen"
Toprak Razgatlioglu holt in Ungarn sein bestes MotoGP-Ergebnis - Doch trotz Fortschritten bei der Yamaha spricht er offen über ein zentrales Problem im Rennen
Toprak Razgatlioglu hinter zwei KTM-Fahrern
Foto: Gold Gold
Mit dem elften Platz in Ungarn gelang Toprak Razgatlioglu sein bislang bestes MotoGP-Ergebnis. Der Türke machte gemeinsam mit seinem Pramac-Team Fortschritte beim Set-up der Yamaha.
In Mugello wurde eine bessere Abstimmung der Motorbremse gefunden. Das bestätigte sich auch im Balaton Park: "Ja, es ist jetzt deutlich besser. In Mugello war alles schwierig, aber jetzt bin ich mit der Motorbremse deutlich zufriedener."
"In der Superbike-WM haben wir eigentlich nicht so viel gearbeitet, weil das Motorrad immer funktioniert. An der Elektronik änderten wir nur ein wenig, und am Set-up haben wir auch nur leicht gearbeitet."
"Aber in der MotoGP musst du immer eine wirklich gute Elektronikabstimmung finden", vergleicht Razgatlioglu. "Bei den letzten beiden Rennwochenenden waren wir aber gar nicht so schlecht."
"In Mugello haben wir am Sonntag etwas gefunden. Und auch hier haben wir nicht so schlecht weitergemacht. Beim Bremsen bin ich jetzt zufrieden. Aber bei der Beschleunigung ist das Motorrad im Moment nicht wirklich gut."
"Wir versuchen, uns zu verbessern, vor allem beim ersten Gasgeben. In manchen langen Kurven musst du Gas geben und danach das Motorrad aufrichten. Aber wenn ich das mache, spüre ich sofort, wie das Hinterrad durchdreht."
Frust im Qualifying
Dann gibt es keine gute Beschleunigung. Problematisch war auch das Qualifying. Razgatlioglu sagt, dass das Qualifying für ihn "immer sehr schlecht" ist, weil er keinen Grip hat: "Das sagen auch alle Yamaha-Fahrer."
"Im Qualifying mache ich keinen Unterschied. In der ersten Runde, wenn ich eine 1:38,0 sehe, ist meine Motivation sofort weg. Denn vorher, im FP2, bin ich mit einem gebrauchten Reifen, so mit acht bis zehn Runden drauf, eine 1:38,3 gefahren."

Trotz Fortschritten läuft es für den MotoGP-Rookie weiterhin schwierig
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"Ich denke mir: Okay, wenn ich einen neuen weichen Reifen draufmache, fahre ich vielleicht eine 1:37,5. Das ist meine Erwartung. Aber wenn ich dann eine 1:38,0 sehe, also nur drei Zehntel Verbesserung, ist meine Motivation sofort unten."
Mit einem neuen weichen Reifen konnte er sich also nicht deutlich steigern. Mit 1:38.074 Minuten qualifizierte sich Razgatlioglu für Startplatz 18. Die beste Qualifying-Zeit einer Yamaha gelang Fabio Quartararo mit 1:37.965 Minuten.
Damit stand der Ex-Weltmeister auf Startplatz 15. Jack Miller startete als Zwölfter, fuhr in Q2 allerdings nur 1:38.241 Minuten. Aber da sich Miller im Freitagstraining für Q2 qualifiziert hatte, konnte er aus der vierten Reihe starten.
Frust im Rennen
Im Sprint war Razgatlioglu als 13. direkt vor Miller der beste Yamaha-Fahrer. Im Grand Prix wurde er Elfter, während Miller als Achter in die Top 10 fuhr. Trotz seines bislang besten MotoGP-Ergebnisses war Razgatlioglu nicht zufrieden.
"Nein, ich bin nicht zufrieden, weil ... ich habe die Pace, aber ich fahre nicht alleine, das ist das Problem. Jack hatte ein bisschen Glück, nach dem Unfall [beim Start] ist er ein paar Runden alleine gefahren. Er konnte seine Pace halten."

Platz elf war für "Stoprak" sein bestes MotoGP-Ergebnis
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"Aber ich war immer in der Gruppe. Wenn ich alleine fahre, komme ich leichter an die Gruppe heran, aber danach fahre ich einfach nur hinterher. Auf der Geraden verlieren wir viel, ich kann niemanden überholen. So fühlt sich das an."
"Das Problem ist: Auf der Geraden verlieren wir viel, dann kommen wieder die anderen Sektoren, und auf der Geraden verlieren wir wieder. Das macht es im Rennen sehr schwierig."
"Ich habe die Pace, aber nur wenn ich alleine fahre", sagt Razgatlioglu. "Wenn ich an die Gruppe komme, fahre ich mit ihnen, eher langsam, aber ich kann niemanden überholen, und das macht es sehr schwierig."
"Aber okay, das ist mein bestes Wochenende, Platz elf. Aber es fühlt sich so an, als wären die Top 10 möglich gewesen. Ich hatte die Pace für die Top 10, denn in der letzten Runde bin ich eine 1:39,6 gefahren, ähnlich wie die Gruppe davor."
Schließlich kam Razgatlioglu direkt hinter den beiden KTM-Fahrern Enea Bastianini und Brad Binder ins Ziel. Mit nunmehr neun WM-Punkten ist er in der Gesamtwertung auf dem 22. Platz.
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