Unterschiedliche Bilanz: Was aus Fahrern wurde, die VR46 verlassen haben

Die Bilanzen der Fahrer, die die VR46-Akademie verlassen haben, fällt unterschiedlich aus - Manche feierten große Erfolge, bei anderen zeigte die Formkurve nach unten

Unterschiedliche Bilanz: Was aus Fahrern wurde, die VR46 verlassen haben

Valentino Rossi hat im Jahr 2014 die VR46 Akademie ins Leben gerufen, um den italienischen Motorradnachwuchs zu fördern. Das Ziel lautete, neue Talente bis in die MotoGP zu führen, damit Italien auch nach dem Karriereende von Rossi um Siege kämpfen kann.

Mit Franco Morbidelli, Francesco Bagnaia und Luca Marini hat die Akademie drei Fahrer in die Königsklasse gebracht. Einige Nachwuchsfahrer stiegen aus dem Förderprogramm aus oder es kam zur Trennung. Manche feierten auch ohne VR46 Erfolge, aber nur wenige.

Ende 2019 verabschiedeten sich mit Nicolo Bulega, Lorenzo Baldassarri und Dennis Foggia drei Fahrer aus der Akademie. Alle drei waren mit großen Erfolgen in die Weltmeisterschaft gekommen. Baldassarri gewann im Jahr 2011 den Red Bull Rookies-Cup.

In der Moto2 feierte "Balda" fünf Grand-Prix-Siege. Anfang 2019 gewann er drei der ersten vier Rennen und zählte zu den WM-Anwärtern. Aber als Dunlop einen anderen Hinterreifen einführte, konnte er nicht mehr an diese Ergebnisse anknüpfen.

Lorenzo Baldassarri

Anfang 2019 gewann Lorenzo Baldassarri drei der ersten vier Rennen

Foto: LAT

In der vergangenen Saison sammelte Baldassarri mit MV Agusta nur drei WM-Punkte. Für 2022 hat er keinen Vertrag in der WM bekommen. Ende November testete er für MV Agusta in der Supersport-WM. Ob Baldassarri nächstes Jahr dort fährt, ist noch ungewiss.

Nicolo Bulega bleibt erfolglos

Geklärt ist die Zukunft von Bulega, für den es ebenfalls keinen Platz mehr in der Moto2 gab. Ducati hat den Sohn von Ex-Rennfahrer Davide Bulega für das neue Projekt in der Supersport-WM verpflichtet. 2022 tritt Bulega dort mit der neuen Panigale V2 an.

Nicolo Bulega

Nicolo Bulega schaffte es in 99 Grands Prix zweimal auf das Podest

Foto: Motorsport Images

Auch Bulegas Karriere begann mit Unterstützung von VR46 vielversprechend. Im Jahr 2015 gewann er die Moto3-Juniorenweltmeisterschaft. Anschließend folgten drei Jahre mit dem VR46-Team in der Moto3-WM. Bulegas Ausbeute waren zwei Podestplätze.

Für 2019 wurde er von VR46 ins Moto2-Team befördert. Spitzenergebnisse blieben aus. Nach der Trennung von der Akademie fuhr Bulega zwei Jahre für Gresini. In der abgelaufenen Saison schaffte er es nur bei drei Rennen in die WM-Punkteränge.

Dennis Foggia startet nach Trennung von VR46 richtig durch

Während bei Baldassarri und Bulega die Formkurve nach dem VR46-Abschied nach unten zeigte, machte es Foggia besser. Zu Beginn seiner Karriere gewann er 2017 die Moto3-Juniorenweltmeisterschaft und fuhr dann zwei Jahre für VR46 in der Moto3-WM.

Dennis Foggia

2021 wurde Dennis Foggia Moto3-Vizeweltmeister

Foto: Motorsport Images

Zwei dritte Plätze waren die besten Ergebnisse und es kam zur Trennung. Foggia heuerte bei Leopard-Racing an. Gleich bei seinem vierten Rennen für dieses Team feierte Foggia in Brünn seinen ersten Grand-Prix-Sieg. 2021 wurde Foggia mit fünf Saisonsiegen Moto3-Vizeweltmeister.

"Skandalfahrer" Romano Fenati

Eine Karriere mit Höhen und Tiefen hat Romano Fenati hinter sich. 2013 kam er mit Unterstützung des italienischen Verbandes in die Weltmeisterschaft und gewann gleich seinen zweiten Grand Prix. 2014 war er bei der Gründung von VR46 der zweite Fahrer neben Francesco Bagnaia.

Fenati holte 2014 vier Siege, drunter den wichtigen Heimtriumph in Mugello. Aufgrund einer schwachen zweiten Saisonhälfte verspielte er eine WM-Chance. 2015 blieb er mit nur einem Sieg hinter den Erwartungen und auch 2016 spielte er im WM-Kampf keine Rolle.

Alex Marquez, Jack Miller, Romano Fenati

Argentinien 2014: Romano Fenati siegte vor Alex Marquez und Jack Miller

Foto: Repsol Media

Schließlich kam es 2016 in Spielberg zum Eklat. Aus Disziplinargründen wurde Fenati mit sofortiger Wirkung von VR46 suspendiert. Die Zusammenarbeit und seine Saison waren vorbei. 2017 nutzte er die Chance vom Snipers-Team und wurde Moto3-Vizeweltmeister.

Mit Snipers ging es dann 2018 in die Moto2 und es erfolgte in Misano der nächste Eklat. Fenati griff Stefano Manzi auf der Geraden in die Bremse. Dafür wurde er disqualifiziert und bis Jahresende von der FIM gesperrt. Manzi ist aktuell immer noch Teil der VR46-Akademie.

Für 2019 bekam Fenati wieder eine Chance von Snipers, aber er musste zurück in die Moto3-Klasse. Höhepunkt war der Sieg in Spielberg. 2020 und 2021 fuhr er für das Max-Racing-Team eine Husqvarna. In beiden Jahren gelang ihm jeweils ein Sieg.

Lorenzo Dalla Porta

Im Herbst 2016 war Lorenzo Dalla Porta Ersatzfahrer bei VR46

Foto: Motorsport Images

Im nächsten Jahr erhält Fenati seine zweite Moto2-Chance. Er wird für das Speed-Up-Team von Luca Boscoscuro fahren und somit wieder in einem italienischen Team sein. Die Karriere von Fenati ist auch mit jener von Lorenzo Dalla Porta verknüpft.

Dalla Porta war nie ein komplettes Mitglied der VR46-Akademie. Aber nachdem Fenati 2016 suspendiert worden war, übernahm Dalla Porta diesen Platz bis Saisonende. 2019 wurde Dalla Porta Moto3-Weltmeister, seit 2020 fährt er bisher erfolglos in der Moto2.

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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