Valentino Rossi findet: "Einigen jungen MotoGP-Fahrern fehlt es an Respekt"

Valentino Rossi hinterfragt den Respekt einiger jüngerer Fahrer - Es wird keine Rücksicht auf den Gegner genommen - Eine Aktion von Brad Binder gefiel ihm nicht

Valentino Rossi findet: "Einigen jungen MotoGP-Fahrern fehlt es an Respekt"

Valentino Rossi hat bei den ersten beiden MotoGP-Rennen in Katar im Pulverdampf des Mittelfeldes gekämpft. Beim Saisonauftakt kam es einmal zu einer engen Situation mit KTM-Werksfahrer Brad Binder. Es wurde Platz zwölf. Im zweiten Grand Prix auf dem Losail-Circuit fuhr Rossi in der Gruppe am Ende des Feldes und verpasste als 16. die WM-Punkteränge.

Hat sich das Zweikampfverhalten im Feld über all die Jahre verändert? "Für mich hängt das nicht von der Position ab, sondern von den verschiedenen Fahrern", meint Rossi. "Es gibt viele Fahrer, die sehr sauber fahren und mit großem Respekt vor dem Gegner fahren."

"Aber dann gibt es andere Fahrer wie Binder, die viel härter fahren und sich nicht um den Gegner kümmern." Dass Binder im Zweikampf hart ist, haben auch schon viele Moto2-Fahrer berichtet. Auch Marcel Schrötter klagte oft darüber, dass Binder brutal reinhält und dem Gegner keinen Platz lässt.

Valentino Rossi, Petronas Yamaha SRT, Danilo Petrucci, KTM Tech 3

Valentino Rossi, Petronas Yamaha SRT, Danilo Petrucci, KTM Tech 3

Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Im ersten Katar-Rennen kam es zwischen Rossi und Binder in Kurve 1 zu einer engen Situation. "Es gab aber keine Berührung", erinnert sich Rossi an diesen Vorfall zurück. "Ich war neben ihm, aber dann hat er die Bremse gelöst. Ich musste ebenfalls die Bremse lösen."

"Wenn du versuchst die Türe zu schließen, dann geht er von der Bremse. Wenn du dich nicht bewegst, dann rammt er dich von der Strecke. So ist es heutzutage. In diesem Fall ist das Wort Respekt vielleicht zu stark."

"Es ist schwierig zu verstehen, wo das Limit liegt. In der Vergangenheit kam es manchmal zu Berührungen mit anderen Fahrern, aber das war nicht Absicht. Jetzt denken die Fahrer nur noch an ihr eigenes Rennen und nicht an die anderen Fahrer", findet Rossi deutliche Worte.

Brad Binder kontert: "Er ist etwas sensibel"

Binder wurde damit konfrontiert und meint: "Ich hatte meine Momente mit ihm. Einmal sind wir in Österreich beide komplett neben die Strecke gekommen. Das war verständlich. Wenn es ein zweites Mal passiert, dann ist es normal, dass man sich ärgert."

"Aber um fair zu sein, ich habe ihn nicht berührt. Ich glaube, er ist etwas sensibel. Ich glaube nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe. Ich begann zu bremsen. Er löste die Bremse und wollte die Türe zumachen. Also habe ich auch die Bremse gelöst. Ende der Geschichte."

Brad Binder, Red Bull KTM Factory Racing, Enea Bastianini, Esponsorama Racing

Brad Binder, Red Bull KTM Factory Racing, Enea Bastianini, Esponsorama Racing

Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Die Situation ist für beide Fahrer abgehakt. Trotzdem findet Rossi, dass sich über all die Jahre das Verhalten der Fahrer verändert hat: "Als ich jung war, war die Herangehensweise anders. Die jungen Fahrer hatten im Gegensatz zu heute viel mehr Respekt vor den älteren Fahrern."

"Aber ich denke, das ändert sich generell in der Welt, nicht nur in der MotoGP. Vor 25 Jahren hat man den älteren Personen viel mehr Respekt entgegengebracht. Ich bin damals gegen sehr erfahrene Fahrer wie Kazuto Sakata, Noboru Ueda oder Dirk Raudies gefahren. Wenn ich sie gesehen habe, waren sie meine Helden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Fahrer Valentino Rossi , Brad Binder
Teams Petronas Yamaha SRT
Urheber Gerald Dirnbeck