Valentino Rossi

Valentino Rossi: Warum Motegi anstrengender wird als Aragon

Yamaha-Pilot Valentino Rossi spricht vor dem Japan-Grand-Prix über seine Genesung, die spezielle Daumenbremse und die Schwäche der M1 bei Regen. Keine Schützenhilfe darf sich Maverick Vinales im WM-Kampf erwarten.

Drei Wochen hatte Valentino Rossi seit dem Aragon-Wochenende Zeit, um seine Schien- und Wadenbein-Verletzung auszukurieren. Der "Doktor" fühlt sich laut eigenen Angaben deutlich besser als noch bei seinem Blitzcomeback. "Der Zustand des Beins hat sich im Vergleich zu Aragon deutlich verbessert", kann der Yamaha-Pilot bestätigen. Für das Japan-Wochenende hofft er auf trockene Verhältnisse.

"Natürlich habe ich noch Schmerzen, dennoch denke ich, dass ich fahren kann auf dem Motorrad." Trotzdem muss der neunfache Weltmeister auch 45 Tage nach seinem Unfall mit Einschränkungen leben: "Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, auch nicht beim Training. Leider kann ich nicht laufen, was es etwas schwieriger macht", gibt er zu. "Ich musste einiges anpassen, dennoch fühle ich mich gut."

Nachdem er nur 23 Tage nach dem Enduro-Crash schon wieder an einem MotoGP-Rennen teilnahm, und beeindruckender Fünfter wurde, gab er auf seiner Ranch auch bereits wieder auf dem Dirt-Track-Bike Gas. "Auf dem Asphalt fühlt es sich ganz okay an. Natürlich ist es etwas schmerzhaft, aber deutlich besser als noch in Aragon. Am vergangenen Samstag bin ich auch auf der Ranch gefahren. Es war gar nicht so schlimm. Aber natürlich habe ich noch Probleme dabei, weil man sich mit dem Fuß abstoßen muss." Sein alltägliches Leben würde die Verletzung hingegen kaum noch beeinträchtigen.

"Rechtskurven könnten Probleme bereiten"

In Motegi erwartet der Italiener ein kräftezehrendes Rennen: "Es wird etwas anstrengender als in Aragon, weil es hier mehr Rechtskurven gibt. In Aragon gab es viele Linkskurven, wie auch in Phillip Island", blickt er schon auf das nächste Rennen voraus. "Hier (in Japan; Anm. d. Red.) könnte ich größere Probleme bekommen. Auch bei harten Bremspunkten habe ich Schwierigkeiten. Dadurch, dass ich weniger Kraft im Bein habe, muss ich mehr mit der Schulter arbeiten", schildert der Routinier. Nach dem Aragon-Rennen habe er "zwei, drei Tage" lang Schmerzen verspürt.

Eine kleine Hilfestellung sollte die speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmte Daumenbremse von Brembo sein. Im Mediengespräch verrät Rossi: "Ich werde die Daumenbremse auch hier verwenden. Ich habe diese aber schon vor meinem Unfall probiert und nach fünf oder sechs Saisonrennen kam diese Variante nun immer zum Einsatz. Das hilft mir bei meiner Verletzung, aber auch ganz generell in ein paar Rennen." Damit ist es ihm erlaubt, sowohl mit dem Bein, als auch mit dem Daumen, die Geschwindigkeit zu verringern.

Regen "wäre schade" - M1 im Nassen schwächer

Der Blick auf die Wettervorhersage lässt Regen erahnen, ganz zum Missfallen des Yamaha-Piloten. "Das wäre schade", kommentiert er. "Im Trockenen wären wir auf dieser Strecke bestimmt konkurrenzfähig", glaubt er. "Hätte man mir diese Frage im Vorjahr gestellt, wäre ich sehr glücklich gewesen, da ich im Regen sehr stark war. In diesem Jahr nicht so sehr, daher hoffe ich, dass es trocken bleibt."

Sollte es dennoch nass sein, könne Yamaha zumindest an der Schwäche bei jenen Bedingungen arbeiten, streicht der zweifache Japan-Sieger hervor. "Nach nur wenigen Runden verliere ich am Hinterreifen Grip", erklärt er das Hauptproblem. "Wenn es stark regnen sollte, wäre das nicht so schlimm. Herrschen allerdings Mischverhältnisse mit wenig Wasser auf der Strecke vor, dann leiden wir besonders."

Keine Schützenhilfe für Vinales

Auf das Thema WM-Stand angesprochen, gibt sich Rossi gelassen. Dem Italiener fehlen vor dem 15. Saisonrennen bereits 56 Punkte auf den Führenden Marc Marquez. Teamkollege Vinales liegt mit 28 Punkten auf Rang drei noch in aussichtsreicherer Position. Wird der Altmeister seinem jungen Kollegen Schützenhilfe im Endspurt leisten? "Zum jetzigen Zeitpunkt, nein."

"Das macht Yamaha normalerweise nicht. Das hängt sehr stark von der Meisterschaft ab. Wenn es sehr eng ist, dann wäre es möglich", kommentiert Rossi. "Das ist außerdem eine spannende Angelegenheit, weil alle drei Werksteams einen zweiten starken und schnellen Fahrer haben, der dem ersten Piloten helfen könnte." Womöglich wird auch der 38-Jährige das Zünglein an der Waage sein...

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