Valentino Rossi: MotoGP war vor 15 Jahren romantischer

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Valentino Rossi: MotoGP war vor 15 Jahren romantischer
Markus Lüttgens
Autor: Markus Lüttgens
30.06.2018, 16:48

Valentino Rossi fährt im Qualifying der MotoGP in Assen auf Rang drei: Die knappen Abstände sind für ihn ein Zeichen für die gestiegene Professionalität

Das Qualifying der MotoGP zum Grand Prix der Niederlande in Assen war am Samstag ein wahrer Krimi, der Valentino Rossi (Yamaha) am Ende auf Platz drei sah. Gerade einmal 59 Tausendstelsekunden fehlten dem Italiener auf die Pole-Zeit von Marc Marquez (Honda), doch mit dem Platz in Startreihe eins war Rossi voll und ganz zufrieden.

Fotos MotoGP Assen

"Die erste Reihe ist immer ein gutes Ergebnis, für mich heute besonders, denn im vierten Training war ich zuerst etwas zu langsam und habe anschließend einen kleinen Fehler gemacht", blickt der Italiener auf seinen Sturz in der vierten Trainingssitzung zurück. "Ich bin vielleicht zu schnell in eine schnelle Kurve gefahren und dann ist mir das Vorderrad weggerutscht."

Doch davon erholte sich Rossi im Qualifying und erwischte am Ende das richtige Timing. Zusammen mit sieben anderen Fahrern fuhr er in einem Zug um die Strecke und verbesserte sich so in letzter Sekunden noch bis auf Rang drei. "Das war aufregend, denn alle haben gewartet und wussten, dass wir nur eine Runde haben. Aber ich war in der richtigen Position und bin fehlerfrei gefahren", so Rossi. "Die erste Reihe ist perfekt."

Auffällig waren am Samstag in Assen die knappen Abstände. Im dritten Freien Training waren die Top 5 nur durch 62 Tausendstelsekunden getrennt, und auch in Q1 und Q2 ging es an der Spitze ähnlich eng zu. "Der größte Unterschied im Vergleich zu vor 15 Jahren ist, dass es in letzter Zeit in den Trainings sehr eng zugeht. Und dieses Wochenende scheint es noch knapper zu sein, nicht nur am Nachmittag, sondern auch am Vormittag."

Für Rossi ist das ein deutlicher Beleg für die Entwicklung, welche die MotoGP seit ihrer Einführung im Jahr 2002 genommen hat. "Im Vergleich zu vor 15 Jahren ist der Sport viel professioneller geworden. Die Teams und vor allem die Fahrer müssen nun an allen Details arbeiten", sagt er. "Man muss jede Kurve, jedes Bremsmanöver richtig verstehen."

"Vor 15 Jahren war das romantischer, da ist man das Motorrad gefahren und hat sich auf sein Gefühl verlassen", blickt Rossi mit etwas Wehmut auf seine Anfangszeiten in der Königsklasse zurück. "So geht es aber nicht mehr. Heute muss man mehr arbeiten, was vielleicht langweiliger ist, aber für die Meisterschaft ist es gut."

Zurück zur Gegenwart: Da ist für Rossi die Reifenfrage im Rennen noch völlig offen: "An diesem Wochenende schaut es so aus, als seien alle drei Reifen für das Rennen geeignet. Wir müssen versuchen, eine klare Entscheidung zu treffen", sagt er. "Der harte Reifen ist vielleicht der konstanteste, der weiche vielleicht am Anfang besser. Das wird keine einfache Wahl, ich denke ich werde mich erst eine Stunde vor dem Start entscheiden."

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