Vater von Maverick Vinales: "Er ist bei Yamaha nicht glücklich"

Angel Vinales nennt die Gründe für die Vertragsauflösung - Yamaha hat es nicht geschafft, das Motorrad für die Bedürfnisse von Maverick Vinales abzustimmen

Vater von Maverick Vinales: "Er ist bei Yamaha nicht glücklich"

Die Trennung von Maverick Vinales und Yamaha wirbelte viel Staub auf, der nach dem Doppelsieg in Assen ersichtlich wurde. Während Fabio Quartararo seinen Sieg feierte, beteiligte sich Vinales kaum an den Feierlichkeiten. Zu tief scheinen die Gräben zwischen ihm und dem Team mittlerweile zu sein.

Nach dem letzten Platz auf dem Sachsenring reiste Vinales nach Assen, um die Vertragsauflösung mit Saisonende zu verhandeln. Yamaha lenkte ein und bestätigte am Montag nach dem Rennen die einvernehmliche Trennung.

"Zunächst wollte das Yamaha nicht", verrät Angel Vinales, der Vater von Maverick, gegenüber der 'AS'. "Lin [Jarvis] konnte es nicht glauben, aber das geht schon lange zurück. Das Motorrad ist für Lorenzo oder Quartararo gemacht. Es ist wie Butter. Maverick braucht ein steiferes Bike."

"Warum? Weil Maverick wie Marc ist. Sie attackieren hart. Das Motorrad hat ein Limit und lässt einen nicht weitergehen. Das technische Management war nicht richtig. Sie wussten nicht, wie sie ihm geben können, was er braucht. Er konnte das Bike nicht zu hundert Prozent nutzen."

Bereits am Sonntag hatte der Rennfahrer festgehalten, dass er nicht menschlich von Yamaha enttäuscht sei, sondern auf technischer Seite. Man fand selten den richtigen Weg und verlief sich zu oft. Der jüngste Crewchief-Wechsel brachte auch nicht den Umschwung.

Maverick Vinales

In Assen eroberte der Spanier seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison

Foto: Motorsport Images

Maverick Vinales gab offen zu, dass jedes Rennen für ihn ein "Albtraum" sei und er sich vor einem Wochenende die Frage stellt, was wohl "diesmal schiefgehen" wird. Und genau diese Stimmungslage hat schließlich zu seiner Entscheidung geführt.

"Maverick geht, weil er so nicht glücklich ist", bestätigt sein Vater. "Zu Hause hat er Stabilität gefunden. Er ist reifer geworden und die Geburt seiner Tochter hat dazu geführt, dass er sehr glücklich ist." Die junge Familie Maverick, Raquel und Tochter Nina lebt in Andorra.

Während er daheim Familienglück erlebt, war die Rennstrecke ein Ort schlechter Gefühle. "Ich habe ihm das schon vor langer Zeit gesagt", meint Vater Angel. "Er hat schon genug Geld verdient. Soll er in Bitterkeit leben? Nein."

"Maverick geht nicht, weil das Motorrad schlecht ist, sondern weil ihm Yamaha kein passendes Motorrad gegeben hat. Auch er konnte sich nicht auf das Motorrad einstellen. Er hat ihnen gesagt, dass er dem Motorrad vertraut, aber nicht dem technischen Management des Bikes. Er weiß nicht, was falsch läuft. Das war es."

Vinales soll sich nun in Verhandlungen mit Aprilia befinden. Ob es zu einer Zusammenarbeit kommt, ist offen. Aprilia hat sich bisher nur dazu geäußert, dass man mit ihm sprechen wird, falls er Interesse hat und frei am Markt verfügbar wäre.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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